Investieren, wenn andere bremsen
Interview mit Markus Geller, COO der Amacuro GmbH

Markus Geller, COO der Amacuro GmbH, kennt die Homecare-Branche von der Basis auf. Über die Wundversorgung kam der gelernte Krankenpfleger einst in die Industrie und leitete später den Aufbau eines der größten deutschen Anbieter ambulanter Gesundheitsdienstleistungen mit. Eigentlich wollte er kürzertreten, bis ihn ein Zufall mit dem jungen Unternehmer Zeifang zusammenbrachte. Dessen Investitionsbereitschaft, gepaart mit seinem eigenen Marktwissen, habe ihn überzeugt, noch einmal durchzustarten.
Wachstum gegen den Trend
Entstanden ist Amacuro vor gut dreieinhalb Jahren als spezialisierter Anbieter für ambulante Homecare-Versorgung mit Sitz in Hamburg, wo auch ein pharmazeutischer Herstellbetrieb angesiedelt ist. Inzwischen sind weitere Standorte in Regensburg hinzugekommen, ein Blisterzentrum in Bösel sowie ein Abrechnungs- und Auftragsmanagementstandort in Heilbronn. Rund 330 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen mittlerweile. Während viele Wettbewerber angesichts sinkender Erstattungssätze eher zurückhaltend agieren, setzt Amacuro bewusst auf Ausbau: Bereits im kommenden Jahr soll die Versorgung bundesweit flächendeckend angeboten werden, ergänzt durch Partnerkonzepte mit Apotheken, eine eigene Logistiklösung und ein Kundencenter mit modernster Technik.
Der Patient im Mittelpunkt
Weil der Markt stark reguliert ist, lässt sich Amacuro kaum über den Preis positionieren. Umso wichtiger ist für Markus Geller die Haltung hinter der Versorgung. „Wir definieren uns darüber, dass wir die bestmögliche Versorgung für den Patienten leisten, und nicht darüber, möglichst viele Produkte abzurechnen“, erklärt er. Statt einzelne Therapieansätze isoliert zu betrachten, will das Unternehmen den Menschen als Ganzes im Blick behalten.
Kultur als Erfolgsfaktor
Einen besonderen Stellenwert nimmt bei Amacuro das Thema Unternehmenskultur ein. Zudem gibt es die Initiative „Amacuro Excellence“, mit der das Unternehmen zehn Programme aufgesetzt hat, die vor allem Außendienst und Vertrieb stärken sollen. Mitglieder der Geschäftsleitung begleiten deshalb mindestens zweimal jährlich den Außendienst, um Nähe zu Mitarbeitern und Kunden zu behalten. Dass inzwischen auch Bewerbungen unaufgefordert eingehen, wertet Markus Geller als Bestätigung: Als Familienunternehmen will Amacuro auch künftig wahrgenommen werden und dabei die Nähe zu den eigenen Mitarbeitern bewahren.












