Mehr als nur eine Verpackung...

Interview

Die global tätige Walki Gruppe mit Produktionsstätten in Finnland, Schweden, Großbritannien – und seit 2006 auch mit einer Produktionsanlage im Zukunftsmarkt China – ist seit Jahren die Nummer eins in Europa, wenn es um die richtige Verpackung geht. Aus Papier und Karton entsteht in der Steinfurter Produktionsstätte sowie in sechs anderen Werken ein hochwertiges Verpackungsmaterial beziehungsweise ein Vorprodukt zur Weiterverarbeitung, das in vielen Industrien eingesetzt werden kann.

Neben der Lebensmittelindustrie, nach wie vor ein Hauptstandbein von Walki, machen auch das Baugewerbe, die Papierindustrie, die Verpackungsindustrie sowie die Automobilindustrie Gebrauch von innovativen Verpackungsideen aus dem Hause Walki, zu denen unter anderem auch Einschläge für die Papier- und Metallindustrie, Verpackungsmaterialien für Verbraucherartikel, dekorative und maßgeschneiderte Laminate, Spezialliner für Voll- und Wellpappe, Verbundmaterialen für die Dämmstoffund Bauindustrie sowie Lösungen für technische Produkte gehören.

„Für uns sind Neuentwicklungen ganz wichtig.“ Wolfgang Thissen

Stärkung der einzelnen Geschäftsfelder

 

Gerade erst im Herbst letzten Jahres hat der Konzern seine Struktur den Anforderungen des modernen Marktes weiter angepasst und sich mit den separaten Geschäftseinheiten Paper Packaging, Consumer Board und Technical Products organisatorisch neu aufgestellt.

Das Werk in Steinfurt gehört dem Bereich Consumer Board an. An dessen Spitze steht nunmehr Wolfgang Thissen, der zum Leiter des Geschäftsbereiches ernannt wurde. Er operiert vom Standort Steinfurt aus und kann auf 14 Jahre Erfahrung im Konzern zurückblicken. "Durch die neue Struktur möchten wir unsere Leistungsfähigkeit in den einzelnen Geschäftsfeldern weiter stärken und das bestehende Geschäft kontinuierlich ausbauen", erklärt er den Hintergrund der Organisationsanpassung.

Nachdem die Walki-Gruppe viele Jahre zum finnischen Konzern UPM Kymmene gehörte, wurde das Unternehmen im Sommer 2007 an den finnischen Investor CapMan verkauft. "Mit dieser für uns positiven Entscheidung sehen wir gute Chancen, neue Produkte auf den Markt zu bringen und in neue Märkte einzusteigen", unterstreicht Wolfgang Thissen. "Wir werden dabei als eigenständige GmbH in Deutschland mit den Standorten Steinfurt und Jülich weiterarbeiten können."

Steigerung des Produktionsvolumens

Walki sieht sich in Europa inmitten eines umkämpften Marktes operieren und einem stark umworbenen Verdrängungswettbewerb ausgesetzt – nicht zuletzt durch Konkurrenz aus den osteuropäischen Ländern – doch konnte das Unternehmen sich bisher gut behaupten und weiter wachsen. "Die fast 28 Jahre am Standort Steinfurt sind gleichzusetzen mit 28 Jahren Wachstum", sagt Wolfgang Thissen.

"Unser Unternehmen produziert jährlich mehr als 250.000 t Verpackungs- und Verbundmaterial, davon allein mehr als 100.000 t in unseren Produktionsstätten in Deutschland." Und diese Zahl, so vermutet Wolfgang Thissen, werde im laufenden Jahr sogar noch steigen. "Je nach Geschäftsfeld können wir mit bis zu fünf Prozent Wachstum rechnen", ergänzt der Geschäftsführer Consumer Board.

„Wir bieten umweltfreundliche Verpackungslösungen mit minimalem Materialeinsatz und optimaler Barriere.“ Wolfgang Thissen

Neue Lösungen durch neue Produkte

In Europa nimmt Walki bereits seit Jahren eine starke Stellung im Markt ein, überdurchschnittliches Wachstum lasse sich vor allen in China erzielen, so Thissen weiter. "2007 haben wir in der neuen Produktionsstätte in China noch 10.000 t Material gefertigt; 2008 werden es schon 15.000 t sein."

Zuwachs kann Walki durch individuelle Kundenlösungen sowie durch spezielle Neuentwicklungen erzielen. "Wir sind traditionell der Partner unserer Kunden aus der Faltschachtelindustrie, doch unsere Verpackungen speziell für die Lebensmittelindustrie können noch weit mehr", sagt Wolfgang Thissen.

Wachstum erwünscht

So stellt Walki einen Karton-Folienverbund für Menüschalen her, welcher mikrowellenfähig ist. "Die Folie bewirkt, dass das Menü in der Schale in der Mikrowelle nicht nur erwärmt, sondern gleichzeitig auch gebräunt wird", unterstreicht Wolfgang Thissen. "Hier sehen wir einen wachsenden Markt. Allein im Jahr 2007 haben wir mit unserer Leimkaschierung mehr als 4.000 t produziert, Tendenz deutlich steigend." Für Wolfgang Thissen gehören Neuentwicklungen zum Tagesgeschäft und garantieren, dass sein Unternehmen am Markt Schritt hält beziehungsweise die Richtung vorgibt.

Was Kartons alles können

Der gesamte Bereich Consumer Board erwirtschaftete im Jahr 2007 etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes der Gruppe von 300 Millionen Euro. Dazu gehören neben Neuentwicklungen viele verschiedene Qualitäten und Beschichtungen von Papier und Karton, die überzeugende Eigenschaften besitzen.

"Je nach Einsatzzweck liefern wir die passende Beschichtung nach dem Motto 'maximale Barriere mit minimalen Materialeinsatz' – ganz im Sinne der Umwelt", erläutert der 43-jährige Walki GmbH-Geschäftsführer. "Zu guter Letzt finden wir unsere Produkte im Regal in Form einer Verpackung für Tiefkühlkost, einer Obststeige oder auch einer attraktiven Kosmetikverpackung."

Die Wünsche des Konsumenten

Walki entwickelt gemeinsam mit den Kunden und Endverbrauchern das am besten geeignete Produkt für den Einsatzzweck, dabei behält sich das Unternehmen die richtige Auswahl der Materialien vor. "Eine Verpackung für Tiefkühlkost wie zum Beispiel Spinat hat ganz bestimmte Anforderungen", meint Wolfgang Thissen. "Eine Faltschachtel für Waschmittel hat hingegen ganz andere."

Zudem muss Walki immer die Wünsche der Verbraucher im Auge behalten, die sich möglichst wenig Verpackung wünschen, aber trotzdem eine Verpackung haben wollen, die hält. "Diese Anforderungen stellen wir durch eigene Testreihen sicher."

Vorteil für Papier

Neben den Konsumentenverpackungen produziert Walki auch Verpackungspapiere für die Papierindustrie wie etwa Schutzumhüllungen für Papierrollen und Kopierpapier. Auch dieser Bereich erzielt gut ein Drittel des Gesamtumsatzes, genau wie der Bereich der technischen Produkte, mit Kunden aus der Lebensmittelindustrie, wenn es um flexible Verpackungen geht oder Mehrfachbeschichtungen für die Isolations- und Bauindustrie.

"In allen Bereichen hält Walki eine gute Position und zeichnet sich durch Qualität und Service aus. Wir sind sicher, dass unsere papier- und kartonbasierenden Produkte im Vergleich zur Verpackung aus 100 Prozent Kunststoff aufgrund der steigenden Ölpreise eindeutig im Vorteil sind. Das spricht deutlich für unsere Produkte, zusätzlich zum ökologischen Aspekt einer Verpackung aus Papier und Karton", unterstreicht Wolfgang Thissen.

Das richtige Produkt zur richtigen Zeit, darin liegt Walkis Zukunft. Hier spielen auch innovative Lösungen eine entscheidende Rolle, um zukünftig neue Märkte zu öffnen und aufzubauen.

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