Starke Wurzeln und neueste Technologie: So geht digitaler Erfolg heute

Interview mit Uwe Tüben, Geschäftsführer der Valtech GmbH

Wirtschaftsforum: Wie hat sich das Nutzerverhalten im Internet in den vergangenen Jahren verändert und wie muss heute eine gelungene Onlineplattform aussehen, um Kunden anzusprechen?

Uwe Tüben: Die Nutzer gehen immer selbstverständlicher mit dem Internet um. Sie werden mobiler und gleichzeitig anspruchsvoller, was etwa Ladezeiten oder Funktionalitäten angeht. Das beste Nutzungserlebnis heute definiert die Basiserwartung morgen. Medienbrüche zwischen Kanälen verzeihen die Nutzer heute nicht mehr. Unternehmen und Marken müssen ihre Plattformen darauf ausrichten, ein konsistentes Kundenerlebnis über alle Kanäle zu schaffen. Das gilt auch für den B2B-Bereich, es entstehen immer mehr Marktplätze nach dem Vorbild großer Consumer-Plattformen.

Dafür müssen die Prozesse im Hintergrund reibungslos laufen und eine Anbindung etwa an verschiedene CRM-Systeme geschaffen werden. Die Integration von bestehender und neuester Technologie ist eine unserer Stärken. Um immer die beste Lösung entwickeln zu können, arbeiten wir mit verschiedenen Technologie-Partnern zusammen.

Wirtschaftsforum: Valtech Deutschland ist einer von mehr als 30 Standorten in 16 Ländern: Inwiefern trägt die internationale Vernetzung zum Erfolg Ihres Unternehmens bei?

Uwe Tüben: Wir profitieren in vielerlei Hinsicht von dieser Vernetzung. Durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus aller Welt erhalten wir die Möglichkeit, globale Rollouts mit zu gestalten und für große Marken auch im internationalen Kontext zu arbeiten. Immer mehr Kunden erwarten von uns, dass wir Plattformen global ausrollen und auch in den jeweiligen lokalen Märkten, zum Beispiel mit Contenterstellung, unterstützen. Durch die internationale Vernetzung können wir Markttrends früh erkennen und aufnehmen. Und unsere Mitarbeiter freuen sich, in spannenden Metropolen wie Kopenhagen oder Paris arbeiten zu können.

Wirtschaftsforum: In welchen Branchen sind Ihre Kunden unterwegs und wo ist die digitale Transformation am weitesten fortgeschritten? Wo gibt es noch viel zu tun?

Uwe Tüben: Unsere Kunden kommen aus den verschiedensten Branchen – von Hotel, Reise und Touristik (TUI) oder Automotive (BMW Group) über Media & Entertainment (BMG), Konsumgüter (Henkel) bis hin zu Retail & Luxury (L‘Oréal). Am weitesten bei der digitalen Transformation ist wohl die Automobilbranche, die von disruptiven Wettbewerbern wie Tesla regelrecht durchgeschüttelt wird. Aber der digitale Wandel ist in jeder Branche angekommen, bis in den klassischen Mittelstand. Für alle Unternehmen gilt, dass das Umdenken von ganz oben kommen muss. Wir beobachten anhand der steigenden Nachfrage nach unserer Beratung im Bereich Business Transformation, dass dieses Umdenken zunehmend stattfindet. Jetzt geht es darum, gemeinsam mit den Unternehmen individuelle Lösungen zu entwickeln und den Kulturwandel, der für eine erfolgreiche Businesstransformation nötig ist, zu begleiten.

Wirtschaftsforum: Valtech ist 2018 wieder unter den Top 10 der deutschen Digital-agenturen. Was bedeutet dieser Erfolg für Sie und wie schaffen Sie es, permanent am Puls der Zeit zu bleiben und zu wachsen?

Uwe Tüben: Wir leben agile Methoden und das bedeutet auch, dass wir bei Valtech gemeinsam mit unseren Kunden und unseren Partnern täglich dazulernen. Wir passen unser Portfolio den Bedürfnissen des Marktes an und entwickeln uns ständig weiter, etwa im Customer Experience Design. Mit unseren Wurzeln sind wir aber in der Beratung und in der Softwareentwicklung verankert – diese Kombination kommt bei den Unternehmen, die Unterstützung in ihrer digitalen Businesstransformation suchen, sehr gut an. Ein guter Rankingplatz hilft uns dabei, stets sichtbar zu sein.

Wirtschaftsforum: Als digitale Lead Agentur hat Valtech dieses Jahr die Lufthansa bei ihrem Brand Refresh maßgeblich unterstützt. Was waren die wichtigsten Punkte bei der Umsetzung des neuen Designs und wie konnte Valtech die Airline dabei unterstützen?

Uwe Tüben: Ein neues Design funktioniert nicht automatisch digital. Wir haben mit Valtech am Standort Köln im Zuge des Brand Refresh die digitalen Gestaltungsvorgaben der Marke entwickelt und sind so mitverantwortlich für das Erscheinungsbild der Lufthansa auf den digitalen Kanälen. Unter anderem analysierte unser Team die nötigen Anpassungen, testete das neue Design auf allen digitalen Endgeräten, optimierte vorhandene Inhalte, entwarf Prototypen und gestaltete neue User Interface-Elemente. Darüber hinaus waren wir der übergreifende Ansprechpartner für die digitale Kreation aller beteiligten Agenturen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Genug Energie für mehr

Interview mit Thomas Stephanblome, CEO der GETEC Deutschland

Genug Energie für mehr

Ambitionierte Klimaziele, volatile Energiemärkte, steigende Energiekosten, immer strengere Regulierung: Viele Unternehmen stehen unter hohem Druck. Energie-Contracting wird dabei zu einem entscheidenden Hebel. GETEC begleitet Industrie, Immobilienwirtschaft und öffentliche Einrichtungen als…

Tradition trifft Innovation im Kiesgeschäft

Interview mit Caroline Held, Geschäftsführerin und Otto-Wilhelm Held, Geschäftsführer der Kändler-Held GmbH

Tradition trifft Innovation im Kiesgeschäft

Die Kändler-Held GmbH, ein traditionsreiches Unternehmen aus Petershagen, wird heute in 3. und 4. Generation von Otto-Wilhelm Held und seiner Tochter Caroline Held geleitet. Das Unternehmen hat sich als führender…

Neustart mit Hochdruck

Interview mit Torben Bech, Geschäftsführer der DYNAJET A/S

Neustart mit Hochdruck

Als URACA GmbH die Schließung ihrer Tochter DYNAJET GmbH ankündigte, schien das Aus für die 25 Jahre alte Marke besiegelt. Doch dann kam Torben Bech. Der dänische Ingenieur…

Spannendes aus der Region Düsseldorf

Selten – und doch nicht allein

Interview mit Markus Karmasin, Geschäftsführer von Kyowa Kirin DACH und Dr. Holger Storcks, Director Corporate Affairs der Kyowa Kirin GmbH

Selten – und doch nicht allein

Seltene Erkrankungen fallen im deutschen Gesundheitssystem oft durchs Raster – zu diesem Urteil kommt Markus Karmasin, Geschäftsführer von Kyowa Kirin DACH. Das japanische Pharmaunternehmen hat sich auf genau diese vernachlässigten…

„Mich interessieren nur Bauaufgaben mit gesellschaftlicher Relevanz!“

Interview mit Jan Hinnerk Meyer, Geschäftsführer der Meyer Architekten GmbH

„Mich interessieren nur Bauaufgaben mit gesellschaftlicher Relevanz!“

Seit vielen Jahrzehnten bringt sich die Meyer Architekten GmbH aus Düsseldorf in die Errichtung von Laborgebäuden, Bildungseinrichtungen und Kulturstätten ein. Inhaber Jan Hinnerk Meyer könnte sich keinen anderen Wirkungskreis vorstellen…

„Den Wandel mitgestalten“

Interview mit Uwe Dziuk, Geschäftsführer der WEAT Electronic Datenservice GmbH

„Den Wandel mitgestalten“

Die WEAT Electronic Datenservice GmbH aus Düsseldorf zählt zu den wichtigsten Payment- und Datendienstleistern der Mobilitätsbranche. Seit Jahrzehnten prägt das Unternehmen Tankstellenprozesse in Deutschland. Die zunehmende Digitalisierung und die Mobilitätswende…

Das könnte Sie auch interessieren

Factoring geht nicht ohne Vertrauen

Interview mit Adelheid Wolf, Geschäftsführerin der adesion Factoring GmbH

Factoring geht nicht ohne Vertrauen

Adelheid Wolf hat ihre gesamte Karriere im Factoring verbracht. Als Geschäftsführerin und Mitunternehmerin bei adesion Factoring will sie ihre Kunden durch dieses wirkmächtige Finanzierungsinstrument systematisch bei deren weiterem Wachstum unterstützen.…

„Wir brauchen einen europäischen Arbeitsmarkt!“

Interview mit Stephan Holzleitner, Geschäftsführer der HOGO Time Solution GmbH

„Wir brauchen einen europäischen Arbeitsmarkt!“

Seit knapp 20 Jahren vermittelt HOGO dringend benötigte Fachkräfte aus Mittel-, Ost- und Südeuropa an seine deutschen und österreichischen Auftraggeber. Welchen Herausforderungen er dabei im gelebten Alltag begegnet, wie er…

„Die Wasserversorgung ist gesichert – aber es muss investiert werden!“

Interview mit Dr. Kristina Baillot, Geschäftsführerin der IWW Institut für Wasserforschung gGmbH

„Die Wasserversorgung ist gesichert – aber es muss investiert werden!“

Das IWW Institut für Wasserforschung sitzt an der neuralgischen Stelle zwischen Forschung und Praxis und unterstützt Wasserversorger interdisziplinär bei der Steigerung ihrer Resilienz, der Analyse ihrer Wasserqualität und der Implementierung…

TOP