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Mit dem Traktor die Zukunft gestalten

Interview mit Christian Huber, Geschäftsführer der CNH Industrial Österreich GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Huber, Expertise, Kompetenz und Leidenschaft sind zentrale Themen in der Firmenkultur der CNH Gruppe. Wie setzen Sie diese in St. Valentin um?

Christian Huber: Wir wollen uns ständig verbessern. Nach dem Konzept unseres Mutterkonzerns – die Werke werden alle sechs Monate beurteilt, ob sie effizient arbeiten – bewerten wir unsere Produktion. Relevante Erkenntnisse setzen wir um in effiziente Fertigung.

Wirtschaftsforum: Was macht darüber hinaus den Erfolg von CNH Industrial Österreich aus?

Christian Huber: ‘Worauf du dich verlassen kannst’ lautet das Motto von Steyr Traktoren. Es ist in unseren Genen verankert, dass wir uns intensiv um unsere Kunden kümmern. Dazu gehören die innovative Technologie ebenso wie der Service nach dem Verkauf. Die Kunden bekommen von uns nicht nur das bestmögliche Gerät. Unsere exzellent ausgebildeten Händler betreuen sie und stehen ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Wirtschaftsforum: Und mit welchen Traktoren überzeugen Sie Ihre Kunden?

Christian Huber: Unser Flaggschiff von Steyr ist der Terrus CVT, der größte Traktor, der jemals in St. Valentin gebaut wurde. Die 300 PS starke ultimative Zugmaschine verfügt über Satelliten-Navigation, vollführt automatische Wendemanöver und zeichnet sich durch sparsamsten Kraftstoffverbrauch aus. Sehr wendig und mit Spitzentechnologie ausgestattet ist unser Multi Traktor. Gesteuert wird er durch in die Armlehnen integrierte elektronische Tasten. Neben unserer Premiummarke Steyr haben wir zudem die kraftstoffeffizienten und leistungsstarken Traktoren von Case IH im Sortiment.

Wirtschaftsforum: CNH Industrial steht für Fahrzeuge, die in der Landwirtschaft und im Tiefbau eingesetzt werden. Können Sie uns etwas über die Firmengruppe erzählen?

Christian Huber: Unter dem Dach von CNH Industrial finden sich zwölf eigenständige Marken. Die Unternehmensgruppe beschäftigt über 63.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet aktuell einen Umsatz von 27,4 Milliarden USD. Wir sind einer von insgesamt 53 Forschungs- und Entwicklungszentren. Bislang wurden 6.000 individuelle Innovationen als Patente angemeldet. Neben unserem Produktionsstandort gibt es 65 weitere Fertigungsstandorte. Verkauft werden unsere Produkte in 180 Länder.

Wirtschaftsforum: Und wie sieht es bei Ihnen in St. Valentin aus?

Christian Huber: Unsere 620 Mitarbeiter bauen etwa 10.000 Traktoren pro Jahr. 2017 lag der Umsatz bei 641 Millionen EUR. Unsere Produkte liefern wir nach Europa, Australien und Neuseeland. Das Portfolio umfasst neben Traktoren auch andere Produkte, zum Beispiel Mähdrescher und Frontlader.

Wirtschaftsforum: Werden Ihre Traktoren ausschließlich in der Landwirtschaft eingesetzt?

Christian Huber: Nein, nicht nur, sondern auch in Kommunen. Grundsätzlich ist der Verkauf von Traktoren heute weitaus mehr als der Vertrieb von Eisen und Stahl. Wir bieten unseren Kunden maßgeschneiderte Gesamtlösungen an. Deshalb geht es nicht nur um den Verkauf von Maschinen, sondern um ganze Systeme für die Landwirtschaft.

Wirtschaftsforum: Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihren persönlichen Werdegang im Unternehmen.

Christian Huber: Bereits 1977 startete ich meine Ausbildung zum Maschinenschlosser, später arbeitete ich im Engineering. So habe ich Traktoren in ganz Europa, in Asien und in Afrika getestet. Jedes Land hat seine ganz speziellen Einsatzbedingungen. Über den zweiten Bildungsweg habe ich anschließend eine technische Ausbildung absolviert. Darüber hinaus folgten Aufgaben in der Service- und Trainingsabteilung sowie das technische Marketing für Europa und das Produktmarketing für Case IH Traktoren weltweit. Nach Aufenthalten in den USA und Italien bin ich wieder ‘back to the roots’ nach St. Valentin gekommen. Seitdem bin ich weltweit für die Traktoren verantwortlich.

Wirtschaftsforum: Es sieht so aus, als ob Sie eine besondere Leidenschaft für Traktoren haben.

Christian Huber: Ich habe meinen Traum verwirklichen können. Der Traktor war in der Tat immer meine Leidenschaft – zunächst die Marke Steyr und später auch Case IH. Ich habe alle Hebel in der Hand und entscheide, in welche Richtung die Entwicklung sowie das Design geht. Die Zufriedenheit unserer Kunden und die Leidenschaft unserer Mitarbeiter sind meine Motivation.

Wirtschaftsforum: Apropos ‘in welche Richtung die Entwicklung geht’. In welche Richtung geht sie denn?

Christian Huber: Das Thema Precision Farming steht bei uns im Vordergrund. Unsere Traktoren sind satellitengesteuert und lenken präzise mit einer Genauigkeit von 2,5 cm. Innerhalb von 20 Tagen muss der Landwirt sein Saatgut in die Erde bringen. Dabei geht es darum, wieviel Saatgut und Düngemittel abhängig von der Bodenqualität ausgebracht werden. Die digital gesteuerte Automatisierung dieser Vorgänge – übersichtlich dargestellt auf einem großen Monitor – hilft dem Landwirt, effizient zu arbeiten und seine Erträge zu steigern. Ein weiteres großes Thema ist die Umwelt. Für unsere nachhaltigen Produkte wurden wir bereits mehrfach ausgezeichnet. Dazu gehören auch alternative Antriebsenergien wie Methangas, Hybride, Wasserstoff, Brennstoffkomponenten und Batterien sowie die Aufgabe, herkömmliche Antriebe effizienter zu machen, um so die Umwelt weitestgehend zu entlasten. Wir forschen auch intensiv an autonomen Traktoren, damit der Landwirt der Zukunft seine gesamten Abläufe vom Wohnzimmer aus steuern kann. Die gesamte Entwicklung ist technologiegetrieben und die Anforderungen an die Landtechnik sind enorm gestiegen.

Wirtschaftsforum: Wie begleiten Sie Ihre Kunden angesichts dieser enormen technischen Herausforderungen?

Christian Huber: Wenn der Landwirt einen tollen automatischen Traktor hat, der alleine von einem zum anderen Ende des Ackers fährt, hat er mehr Zeit, sich zu informieren, um den Ertrag zu steigern. Neben der persönlichen Beratung spielt die Information über das Internet, über soziale Netzwerke sowie klassische Werbemittel eine ganz wichtige Rolle. Auch die Aufgabe von Fachmessen hat sich stark verändert. Hier geht es primär nicht mehr um den Verkauf, sondern um den Austausch von Informationen. Außerdem investieren wir knapp vier Millionen Euro in Trainingsaktivitäten für unsere Kunden. Mit unserer Nachwuchs- und Sponsoringarbeit wollen wir junge Leute begleiten und für die Landtechnik gewinnen. Deshalb unterstützen wir Sportveranstaltungen und organisieren Schülertage. Junge Menschen laden wir zu uns ein, damit sie einen Einblick in unsere Arbeit bekommen und um sie für die Landtechnik zu begeistern.

Wirtschaftsforum: Bitte in einem Satz: Was ist Ihr Ziel für die Zukunft?

Christian Huber: Wir arbeiten daran, dass wir für unsere Kunden immer die erste Wahl sind.

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