87% nutzen noch Satelliten- und Kabelempfang

Interview mit Stephan Fauser, Managing Director der TRIAX GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Fauser, wie kam es zur Entstehung der TRIAX GmbH?

Stephan Fauser: TRIAX ist ein dänisches Unternehmen mit einer 70-jährigen Geschichte im Bereich TV-Empfang und Verteilung. Im Zuge der Internationalisierung hat es das Satelliten- und Antennengeschäft der deutschen Firma Hirschmann übernommen und damit den großen Schritt auf den deutschen Markt gemacht. 2016 hat die TRIAX GmbH die Macnetix GmbH in Berlin übernommen, die darauf spezialisiert war, Hospitality- Unternehmen TV-Systeme mit bestimmten Applikationen sowie Internet-Anbindungen zur Verfügung zu stellen.

Wirtschaftsforum: Wie ist das Unternehmen heute aufgestellt?

Stephan Fauser: Wir sind an zwei Standorten, in Pliezhausen und Berlin, vertreten und übernehmen von hier aus auch einige Aufgaben für unsere österreichischen Kollegen. Die Hospitality-Softwarelösungen, die unser Entwicklungsteam in Berlin entwickelt, sind cloudbasiert und werden allen TRIAX Gesellschaften zur Verfügung gestellt. Etwa ein Drittel unserer 45 Mitarbeiter ist im Vertrieb beschäftigt.

Wirtschaftsforum: Wie stark spüren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise?

Stephan Fauser: Wir kommen deutlich besser durch diese Zeit, als wir es zu Anfang befürchtet hatten. Im klassischen Antennen- und Satellitengeschäft sind die Umsätze stabil, da in Deutschland der Neubau zu keiner Zeit zum Erliegen kam. Wir verkaufen unsere Produkte an den Großhandel, dieser verkauft an den Installateur und dieser baut es beim Endkunden ein. Das läuft fast alles kontaktlos. Im direkten Geschäft mit der Hotellerie haben wir aber natürlich die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen. Diese Einbrüche konnten wir teilweise kompensieren, da die Kabelnetzbetreiber etwas mehr investiert und installiert haben. Ebenso leistet TRIAX einen Beitrag zur Digitalisierung im Pflegebereich. Bestehende Koaxialnetzwerke, die normalerweise nur für die Verteilung von TV-Signalen zum Einsatz kommen, werden mit unserer Lösung auch für das Internet nutzbar gemacht. Unsere Technologie hilft dabei, dies schnell, kostengünstig und ohne Baumaßnahmen umzusetzen. Die Initiative zur Digitalisierung im Pflegebereich wurde schon vor Corona von der Bundesregierung angestoßen, aber die Pandemie hat die Entwicklung beschleunigt. Durch unsere Diversifizierung konnten wir also die Folgen von Corona recht gut abfangen.

Wirtschaftsforum: Wann und mit welchem Hintergrund sind Sie zum Unternehmen gekommen?

Stephan Fauser: Ich habe Nachrichtentechnik studiert. Bevor ich im August 2018 zu TRIAX kam, war ich im Daimler-Benz- und anschließend lange Zeit im Telekom-Konzern beschäftigt.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte sind für TRIAX am wichtigsten?

Stephan Fauser: Wichtige Themen sind heute die Kopfstellentechnik und EoC, aber auch nach wie vor die klassische Antennen- und Satellitenempfangstechnik. Gut 45% der Haushalte nutzen immer noch Satellitentechnik, fast ebenso viele Kabelempfang. Nur ungefähr 10 bis 13% entfallen auf das reine IPTV, wenn auch mit steigender Tendenz. Deshalb werden wir unsere klassischen Produkte im Bereich Kabel und Satellit weiterpflegen und -entwickeln und nicht nur auf neue Technologien schauen. Für die Zukunft werden wir unser Portfolio weiterentwickeln, um den Netzbetreibern noch mehr anbieten zu können. Wir haben eine neue Kopfstelle entwickelt, um für alle Anforderungen die passende technische Lösung zu haben.

Wirtschaftsforum: Welche Faktoren halten Sie für ausschlaggebend für Ihren Erfolg?

Stephan Fauser: Eine große Rolle spielen unsere Innovationskraft und die technische Expertise, die es ermöglicht, auch Probleme und komplexe Anforderungen zu lösen. Viele unserer Mitarbeiter sind über lange Jahre bei uns und bauen dadurch eine intensive Bindung zu den Kunden auf. Sie sorgen damit auch dafür, dass unsere Kunden auf unsere Verlässlichkeit als Partner und Lieferant vertrauen können. Damit – neben den Produkten – unterscheiden wir uns von anderen.

Wirtschaftsforum: Was erwarten Sie für die Zukunft?

Stephan Fauser: Der Markt ist relativ gesättigt. Wichtig ist für uns, unsere Expertise zu behalten, gerade in den klassischen Bereichen, die heute ein bisschen als old-school gelten. Ziel wird immer sein, weiterhin die Konnektivität in den Gebäuden sicherzustellen. Dabei werden Glasfasern und die 5G-Technik eine größere Rolle spielen. Unsere Vision ist, uns als bevorzugter Partner für die Konnektivität jede Art von Daten zu positionieren und weiterhin der Spezialist für Empfang und Verteilung von TV-Signalen zu bleiben.

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