„Aufbruch, Wandel, Veränderung – das treibt uns an!“

Interview mit Holger Winterer, Betriebsleiter der Tixit Bernd Lauffer GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Winterer, schon seit über 60 Jahren bewegt sich Ihr Unternehmen mit seiner Expertise in der Entwicklung und Herstellung von Betriebseinrichtungssystemen im Markt. Welches Leistungsspektrum bieten Sie dabei genau an?

Holger Winterer: Der Kern unseres Produktportfolios erstreckt sich zunächst auf die Einrichtung von Hallen- und Meisterbüros samt Trennwänden und Lagerbühnen. Dabei stellen wir entsprechende Regalsysteme, Werkbänke sowie ergonomische Arbeits- und Packtische her. Errichtet ein Fertigungsunternehmen beispielsweise eine neue Werkshalle, um seine Herstellungsprozesse zu optimieren oder seinen Output zu erhöhen, liefern wir hierfür die passende Einrichtung, wobei wir uns vornehmlich auf maßgeschneiderte Lösungen spezialisiert haben, die wir in enger Abstimmung mit dem Kunden entwickeln, um stets seinen individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden. Dabei können wir auch die meisten Sonderwünsche, etwa im Hinblick auf bestimmte Maße oder zusätzliche Funktionen, problemlos erfüllen, wobei wir unser zentrales Wertversprechen nie aus den Augen verlieren: Mithilfe unserer Lösungen können unsere Kunden ihre Büro- und Lagerflächen oftmals verdoppeln, wodurch wir vor dem Hintergrund hoher Bau- und Zinskosten einen echten wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Neben dieser Kerntätigkeit treten wir zudem als Generalvertreter des schwedischen Schleifmaschinenherstellers Tormek auf, dessen Werkzeuge und Maschinen wir in Deutschland vertreiben.

Wirtschaftsforum: War die klare Fokussierung auf kundenindividuelle Lösungen schon immer Teil Ihrer Unternehmens-DNA?

Holger Winterer: Sicherlich liegt hierin ein maßgeblicher Faktor für unseren anhaltenden Erfolg. Schon der Gründer unseres Unternehmens Bernd Lauffer war ein begnadeter Tüftler, dessen Mission darin bestand, unsere Kunden durch ständige Verbesserungen und eine unablässige Optimierung mit immer stärkeren und nachhaltigeren Lösungen zu unterstützen. Obwohl er 2019 aus dem Unternehmen ausschied, bleibt diese Haltung weiterhin ein zentraler Wesenskern von Tixit.

Wirtschaftsforum: Sie selbst engagieren sich seit Juli 2022 im Unternehmen und haben für die nächsten Jahre die Devise ‘Aufbruch, Wandel, Veränderung’ ausgegeben. Wo genau soll die Reise hingehen?

Holger Winterer: Wir können nicht nur auf eine lange Tradition zurückblicken, sondern zudem auf einem gewachsenen Mitarbeiterstamm aufbauen – unser durchschnittliches Belegschaftsmitglied ist bereits über 20 Jahre für unser Unternehmen tätig, was neben einem klaren Vertrauensbeweis auch eine wichtige Voraussetzung ist, um weiterhin durch unsere gewachsene Expertise überzeugen zu können. Gleichzeitig wollen und müssen wir neue Wege gehen und bisweilen auch eine neue Denkweise entwickeln. Daraus entstand unsere Vision von ‘Aufbruch, Wandel, Veränderung’, mit der wir an vielen verschiedenen Punkten ansetzen wollen, um weiter gesund wachsen zu können. Um dem allgegenwärtigen Fachkräftemangel zu begegnen, möchten wir beispielsweise als Ausbildungsbetrieb selbst die Grundlagen schaffen, um unser fachliches Know-how langfristig zu sichern. Ebenso werden wir unsere eigenen Arbeitsabläufe in der Produktion stärker strukturieren und zudem unsere Reichweite vergrößern, um uns neue Absatzmärkte zu erschließen, wozu wir unsere Vertriebsstrukturen entsprechend ausbauen müssen. Gleichzeitig wird das Thema Kundenzentrierung weiterhin im Fokus unseres täglichen Handelns stehen, insbesondere da die Produktionsanforderungen in der Fertigungsindustrie immer komplexer werden.

Wirtschaftsforum: Geht diese Ambition auch mit der Entwicklung neuer Produkte einher?

Holger Winterer: Die Strukturen in unserer Schlosserei ähneln in vielerlei Hinsicht denen eines Handwerksbetriebs, und seit vielen Jahrzehnten entstehen hier zuverlässig Werkbänke, Arbeitstische und weitere Produkte für die Industrie. Natürlich müssen auch wir uns mit unserem Produktportfolio auf gewisse Verschiebungen im Anforderungsspektrum einstellen. Viele Marktteilnehmer möchten nicht zuletzt bei ihren Fertigungsprozessen flexibler agieren – hier spielen Themenfelder wie Prozessoptimierung und Lean Manufacturing eine große Rolle. Zusammen mit einem italienischen Unternehmen haben wir in diesem Zuge jüngst Zuführtische mit Röllchenbahnen entwickelt, auf denen die Endanwender in der Industrie problemlos auch das Kanban-Prinzip umsetzen können. So wollen wir mit unserer gewachsenen Innovationskraft zentrale Entwicklungen in der Industrie begleiten und proaktiv weitere Optimierungsschritte ermöglichen. Im Rahmen unserer Unternehmensvision haben wir als Zielgröße definiert, dass bis 2030 jedes 10. Industrieunternehmen in Deutschland auf unsere Lösungen vertrauen soll – ambitioniert, aber realistisch!

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