Prozesse sowohl abbilden als auch ausführen

Interview mit Marco Idel, Geschäftsführender Gesellschafter der sycat IMS GmbH

Wie jedes erfolgreiche Unternehmen hat auch sycat IMS im Laufe der Jahre mehrere Anfragen von Investoren erhalten. Keiner war jedoch in der Lage, dem Unternehmen einen über den rein kommerziellen Aspekt hinausgehenden Mehrwert zu bieten. Das war bei JobRouter anders.

Die Chemie stimmt

Der erste Kontakt mit JobRouter entstand auf dem Business Process Management Summit in Wien 2022. „Beide Unternehmen waren als Aussteller vertreten und hielten auch Vorträge“, erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter Marco Idel, der seit 1998 im Unternehmen ist und zusammen mit seinem Mitgesellschafter und Co-Geschäftsführer Frank Schroeder sogar dort als Student seine Diplomarbeit geschrieben hat. „Wir besuchten die Präsentationen des jeweils anderen und stellten fest, dass wir zwar beide im Bereich Prozessmanagement tätig sind, unsere Angebote sich aber eher ergänzen als in Konkurrenz zueinander stehen.“

Es folgten lockere Gespräche, um die Möglichkeit einer Partnerschaft und mögliche Synergien zu erörtern. „Später haben wir auf unseren Anwendertagen das Leistungsspektrum von JobRouter angeteasert. Das kam bei unseren Kunden sehr gut an.“

Prozessautomatisierung als fehlender Teil des Angebots

Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Kompetenz von JobRouter in der Prozessautomatisierung. „Für uns schließt sich mit diesem Zusammenschluss ein Kreis, der vor 18 Jahren seinen Anfang nahm“, so Marco Idel. „Schon damals haben wir als wichtigen Baustein unserer Firmengründung eine Lösung zur Prozessautomatisierung angeboten. Später haben wir uns jedoch aufgrund mangelnder Ressourcen entschieden, uns auf den Bereich IMS und Prozessmanagement zu konzentrieren. Durch die Zusammenarbeit mit JobRouter können wir nun die Prozesse unserer Kunden nicht nur modellieren und optimieren, sondern ihre Ausführung automatisieren.“

Ein neues Kapital aufschlagen

Der Zusammenschluss mit JobRouter bietet sycat die Möglichkeit, sich in einem Markt mit großem Potenzial neu zu positionieren. „Wir arbeiten derzeit einen langfristigen Plan aus“, sagt Marco Idel. „Wir werden uns zunächst um Cross- und Up-Selling-Möglichkeiten für die Low Code-Lösungen von JobRouter mit unserem 2.000 Kunden umfassenden Kundenstamm bemühen, bevor wir uns an die 2.500 Kunden von JobRouter wenden. Mit Blick auf die Zukunft haben wir sehr viele Ideen, wie wir für unsere Kunden einen deutlichen Mehrwert schaffen können.“

sycat ONE

Innovation war schon immer die treibende Kraft bei sycat. Das Unternehmen wurde von Prof. Dr. Hartmut F. Binner gegründet, dessen revolutionäre Swimlane-Darstellung als Basis für das sycat-Prozessmanagementtool diente, das das erste seiner Art ist. Das Tool wurde kontinuierlich weiterentwickelt und gipfelte in diesem Jahr in der Einführung der Managementplattform sycat ONE. Auch hier erwartet das Unternehmen, dass die Synergien mit JobRouter einen entscheidenden Einfluss haben werden. „Diese Partnerschaft eröffnet uns die Möglichkeit, die Anwendungsfelder unserer Managementplattform sycat ONE enorm zu erweitern“, betont Marco Idel. „Wir können sowohl individuelle Prozesse einfach automatisieren als auch unser Produktportfolio um sinnvolle Standardanwendungen erweitern.“

Gut beraten

Neben Software bietet sycat auch Beratung an. Die Geschäftsführer Marco Idel und Frank Schroeder begannen beide 1998 als Berater bei dem Unternehmen. „Wir wurden beide 2001 zu Prokuristen ernannt und übernahmen das Unternehmen, als Dr. Binner 2006 in den Ruhestand ging“, erklärt Marco Idel. „2012 sind wir in die neue Zentrale in Hannover umgezogen und haben das Unternehmen in sycat IMS GmbH umbenannt. Der Beratungsbereich wurde in die ProWert Consulting GmbH ausgegliedert, um die Neutralität zu gewährleisten. Die kamedia interactive GmbH wurde 2019 gekauft und ist eine 100%ige Tochter der sycat IMS GmbH“

Industrie 4.0

Marco Idel weist die Vorstellung zurück, dass Deutschland bei der Digitalisierung hinterherhinkt. „Eigentlich sind wir hier in Deutschland auf einem guten Weg. Allerdings gibt es bei der Umstellung auf Industrie 4.0 noch einiges zu tun, um Geschäftsprozesse abzudecken, die noch nicht vollständig digitalisiert und vernetzt sind. Mit der Beratung können wir den Kunden aufzeigen, wo es Bedarf gibt, und die Werkzeuge anbieten, um diese Lücken zu schließen.“ Durch den modularen Aufbau passt sich sycats digitales Managementsystem immer optimal den erforderlichen Bedürfnissen an – branchenübergreifend und standortunabhängig. „Das sycat-Tool schafft eine Transparenz der innerbetrieblichen Abläufe, die jetzt in konkrete Optimierungen und Prozessverschlankungen umgesetzt werden können“, freut sich Marco Idel.

Wachstumsziele verfolgen

Rund 60% des Geschäfts macht sycat mit mittelständischen Unternehmen, arbeitet aber auch mit Konzernen wie Schenker oder AGN zusammen. „Unser traditioneller Markt ist die DACH-Region, aber durch JobRouter werden wir in Zukunft auch Kunden in Großbritannien und den USA ansprechen können“, sagt Marco Idel. „Jetzt, wo der Zusammenschluss vollzogen ist, freuen wir uns mit unseren Mitarbeitern, die Erfolgsgeschichte gemeinsam weiterzuschreiben.“

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