Komplexes im Blick

Interview

Die Spargel + Beeren Baumann GmbH ist als Handelsgesellschaft zuständig für den Vertrieb der eigenen Produkte sowie für den Ein- und Verkauf von anderen Obst- und Gemüsebauern. Das weitere Einzelunternehmen von Karl Baumann kümmert sich ausschließlich um die Erzeugung der eigenen Produkte.

Seit 25 Jahren ist Karl Baumann in der Branche tätig und startete mit den ersten Erdbeerfeldern am Bauernhof der Eltern. Bis zur Gründung der Spargel + Beeren Baumann GmbH 2006 wurden die frischen Produkte fast ausschließlich auf den Erdbeerfeldern direkt vertrieben.

1.000 Hektar Anbaufläche

Aus den Anfängen heraus hat sich das Unternehmen prächtig entwickelt. Karl Baumann bewirtschaftet heute 1.000 ha Anbaufläche. Zehn Prozent davon gehören ihm, die restlichen hat er gepachtet. 300 ha davon sind für den Spargel reserviert, davon 200 ha weißer Spargel, 21 ha Spargel mit Bodenheizung mittels Hackschnitzelbeheizung, 20 ha Grünspargel und 60 ha Junganlagenspargel. Hinzu kommen knapp 50 Erdbeerfelder an unterschiedlichen Standorten, zum Beispiel Cham, Dingolfing, Landau, Straubing und Vilshofen.

Eigener Furhpark

Rund 50 Mitarbeiter bilden die Kernmannschaft des Unternehmens. Sind Beeren und Spargel reif, kommen 300 bis 500 Erntehelfer dazu. „Der Lebensmitteleinzelhandel fordert Kontinuität, Liefertreue und gleichbleibende Qualität“, weiß Karl Baumann.

Der Lebensmitteleinzelhandel fordert Kontinuität, Liefertreue und gleichbleibende Qualität. Karl Baumann Geschäftsführer der Spargel + Beeren Baumann GmbH

Logistisch ist das Unternehmen dafür gerüstet. Vier Sattel-Kühlzüge, sieben 12-Tonner-Lkw und fünf Kühl-Sprinter gewährleisten die schnelle und flexible Lieferung.

Viele Erdbeersorten

Die wichtigsten Produkte der Spargel + Beeren Baumann GmbH sind Spargel, Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren. Besonders bei den Erdbeeren ist die Vielfalt groß. Angebaut werden die Sorten Asia, Clery, Darselect, Elianny, Elsanta, Florence, Honeoye, Jive, Malwina, Rumba und Vivaldi.

Immer stärkerer Nachfrage erfreuen sich auch die Himbeeren. Karl Baumann baut sie unter Regenschutzkappen und mit Bewässerung an. Wegen der Fruchtfolge werden auch einige konventionelle Produkte wie Zuckerrüben, Weizen, Triticale, Mais und Zuckerhirse angebaut.

Interesse für Verbraucher

Abnehmer der Produkte sind der Lebensmitteleinzelhandel, C+C-Märkte, Gastronomie sowie die Endkunden an den Feldern, die mit „Pflücken ohne Bücken“ angesprochen werden. Fachmessen und Infoveranstaltungen, direkte Kontakte zum Lebensmitteleinzelhandel sowie Handzettel machen auf die Produkte aufmerksam.

Nach den Gründen für seinen Erfolg gefragt, nennt Karl Baumann vor allem Leidenschaft, Interesse am Produkt sowie Kontinuität. Interesse für die Belange des Handels und der Verbraucher hält der Inhaber ebenfalls für unabdingbar.

Süddeutschland ist das wichtigste Absatzgebiet, doch auch nach Österreich, in die Schweiz und Italien wird geliefert. „Die Italiener lieben Qualität mehr als die Deutschen“, hat Karl Baumann beobachtet.

Bürokratischer Wahnsinn

Karl Baumann ärgert sich bisweilenüber die ausufernde Bürokratie: „Wir verbringen unsere Zeit nicht mehr mit unserer Hauptaufgabe, nämlich das Produkt zu produzieren oder optimal zu verkaufen, sondern den bürokratischen Wahnsinn zu erledigen. Was ich damals geschafft habe, wäre heute nicht mehr möglich. Allein die heutigen Parameter des Lebensmitteleinzelhandels aus dem Stand heraus zu erfüllen, wäre für ein neu gegründetes Unternehmen schlicht unmöglich.“

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