Platz schaffen für neue Möglichkeiten
Interview mit Russell W. Jordan, Geschäftsführer der Space Plus Store GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Jordan, Sie sind seit vielen Jahren in der Self-Storage-Branche tätig. Wie begann Ihr Weg in dieses Geschäft?
Russell W. Jordan: Ich komme ursprünglich von der Kanalinsel Jersey und war in jungen Jahren im Bereich Immobilienentwicklung in den Niederlanden tätig. Mitte der 1990er-Jahre geriet der Gewerbeimmobilienmarkt dort unter Druck. In dieser Zeit lernte ich das Konzept Self-Storage aus den USA kennen. Ich bin damals in die Vereinigten Staaten gereist, habe mit einem Self-Storage-Unternehmen zusammengearbeitet und das Geschäftsmodell intensiv kennengelernt. 1996 haben wir dann in Amsterdam die erste Self-Storage-Anlage dieser Art in den Niederlanden eröffnet. Damit begann für mich eine Reise, die inzwischen fast 30 Jahre andauert.
Wirtschaftsforum: Was hat Sie später dazu bewogen, mit Space Plus Store nach Deutschland zu gehen?
Russell W. Jordan: Nach vielen Jahren im niederländischen Markt war für mich klar, dass Deutschland enormes Potenzial hat. Im internationalen Vergleich ist der Markt hier noch deutlich unterversorgt. Gleichzeitig ist der Bedarf vorhanden, sowohl bei Privatkunden als auch bei Unternehmen. Wir haben deshalb früh die Chance gesehen, in Deutschland nicht einfach ein weiteres Angebot zu schaffen, sondern ein modernes, zukunftsfähiges Self-Storage-Unternehmen aufzubauen.
Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Space Plus Store von anderen Anbietern?
Russell W. Jordan: Wir hatten den Vorteil, auf einer grünen Wiese starten zu können. Deshalb war für uns von Anfang an klar: Wir wollen digital denken. Unser Anspruch war, eine Self-Storage-Plattform aufzubauen, die technologische Möglichkeiten konsequent nutzt. Das betrifft den Buchungsprozess ebenso wie den Zugang zu den Lagerflächen oder die Betreuung der Kunden. Wir haben sehr früh in digitale Lösungen investiert und sie von Beginn an in unser Geschäftsmodell integriert. Das ist aufwendiger, als klassische Prozesse einfach weiterzuführen, zahlt sich aber langfristig aus.
Wirtschaftsforum: Wie profitieren Ihre Kunden konkret davon?
Russell W. Jordan: Der größte Vorteil ist die Flexibilität. Wer bei uns lagert, muss sich nicht auf jahrelange Laufzeiten festlegen. Verträge können kurzfristig angepasst oder beendet werden. Das ist besonders für Unternehmen interessant, die saisonale Schwankungen haben oder schnell auf Veränderungen reagieren müssen. Hinzu kommt der digitale Komfort. Kunden können Prozesse online abwickeln, Zugänge flexibel verwalten und dadurch Zeit sparen. Für viele Unternehmen ist genau diese Kombination aus Sicherheit, Flexibilität und einfacher Handhabung entscheidend.
Wirtschaftsforum: Wer nutzt Ihre Angebote besonders häufig?
Russell W. Jordan: Etwa 60% unserer Flächen werden von Privatkunden genutzt, rund 40% von Unternehmen. Privatkunden schaffen sich mit externem Lagerraum oft ganz praktisch mehr Platz in der eigenen Wohnung oder im Haus. Unternehmen nutzen Self-Storage hingegen häufig strategisch. Außendienstteams können Material näher am Einsatzort lagern, saisonale Ware lässt sich flexibel unterbringen, und auch kleinere dezentrale Logistiklösungen sind möglich. Viele Betriebe erkennen erst auf den zweiten Blick, welches Effizienzpotenzial darin steckt.
Wirtschaftsforum: Sie setzen auch auf Nachhaltigkeit. Wie zeigt sich das in der Praxis?
Russell W. Jordan: Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir überwiegend Bestandsimmobilien umnutzen, statt neu zu bauen. Das reduziert den ökologischen Fußabdruck erheblich. Für uns ist das nicht nur ein wirtschaftlich sinnvoller Weg, sondern auch ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Stadtentwicklung. Wenn leerstehende Gebäude wieder sinnvoll genutzt werden, entstehen neue Perspektiven für Flächen, die andernfalls ungenutzt blieben. Gerade im urbanen Umfeld ist das ein starkes Argument.
Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihre Vision für die kommenden Jahre aus?
Russell W. Jordan: Wir wollen unser Netz weiter ausbauen und dabei neue Formate entwickeln. Neben größeren Standorten in wichtigen Ballungsräumen sehen wir künftig auch Potenzial für kleinere, technologiegestützte Hubs. Wenn große Standorte als zentrale Einheiten fungieren, können ergänzend kleinere Flächen an weiteren Orten entstehen. So lassen sich Reichweite, Kundennähe und Effizienz noch besser miteinander verbinden. Unser Ziel ist es, Self-Storage in Deutschland noch stärker als selbstverständliche Lösung für private und gewerbliche Kunden zu etablieren.













