Sicherheit im Bahnverkehr

Interview mit Pascal Mamin, Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizer Electronic AG

Historisch bedingt ist das wichtigste Standbein des Geschäfts der Bereich Arbeitsschutz und Warnsysteme, in dem die Schweizer Electronic seit über 50 Jahren verwurzelt ist.

Arbeitsschutz und Warnsysteme

Das Unternehmen verfügt hier über ein breites Produktprogramm an standardisierten Geräten, die situativ auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden adaptiert werden. „Wir setzen drahtlose Kommunikation ein, und können unseren Kunden vollautomatisierte Lösungen anbieten“, erklärt Pascal Mamin, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter der Geschäftseinheit Bahnautomation Markt. „Unser System kann zum Beispiel automatisch zwischen verschiedenen Sektoren umschalten. Die unterschiedlichen Märkte haben unterschiedliche Ansprüche. Wir sind in der Lage, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die den jeweiligen nationalen Vorgaben vollumfänglich entsprechen.“

Darüber hinaus schätzen die Kunden des Unternehmens die Zuverlässigkeit der Systeme, die Wartungsfreundlichkeit und das Gütesiegel ‘Made in Switzerland’. Die smarten Industriealisierungskonzepte sowie attraktiven Preise machen das Unternehmen zu einem gefragten internationalen Partner.

Bahnautomation und Funksysteme

Im Bereich Bahnautomation, der rund 40% des gesamten Geschäftsvolumens ausmacht, konzentriert man sich auf die Sicherung von Bahnübergängen. Hier erwartet die Schweizer Electronic für die kommenden Jahre international Wachstum. „Bahnübergänge werden fortlaufend saniert“, so Pascal Mamin. „In vielen Ländern wird in die Bahninfrastruktur investiert. Zudem wird ein immer höheres Maß an Sicherheit gefordert.“

Zusätzlich ergänzen Funksysteme das Produktprogramm von Schweizer Electronic. „In diesem Bereich sind wir Marktführer“, erklärt Pascal Mamin. „Unsere Systeme werden in Rangierlokomotiven, aber auch Streckenlokomotiven eingesetzt. Diese Systeme vermeiden Unfälle und steigern in verschiedener Weise die Effizienz. Auch hier sind wir im Wachstum.“

Über 50 Jahre Erfahrung

Aktuell sind die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Deutschland und Italien, gefolgt von Österreich, Hauptmärkte der Schweizer Electronic. Vielversprechende Perspektiven sieht Pascal Mamin auch in Skandinavien. „Wir beobachten zudem intensiv die Entwicklung im nordamerikanischen Markt, wo wir Potenzial für mehrere Business Units sehen“, erklärt er. „Auch Australien und Neuseeland können sich in Zukunft sehr erfreulich entwickeln.“

Die Ursprünge des Unternehmens reichen zurück bis ins Jahr 1964. Anfänglich konzentrierte man sich auf Warnanlagen für Bahnbaustellen. Später erweiterte man das Spektrum um Funkfernsteuerungen und Bahnübergangstechnologie. „Die Entscheidung, unser Geschäft auf drei Säulen zu stellen, hat den Weg für weiteres Wachstum geebnet“, so Pascal Mamin. „Eine weitere wichtige Entscheidung war die Internationalisierung unseres Geschäfts vor rund zehn Jahren. Wir haben eigene Standorte in Europa geschaffen, für unseren Ausbau in dieser Region. Damit und unserem Anspruch technologisch führend zu sein, sind wir über die Jahrzehnte kontinuierlich gewachsen. Technologieführerschaft ist wichtig für uns. Deshalb ist die Digitalisierung auch jetzt ein zentrales Thema in unserem Haus. Wir planen jetzt schon die nächste Technologiegeneration mit unserer Produktpalette.“

Internationales Wachstum

Darüber hinaus legt das Unternehmen aktuell einen Fokus auf den französischen Markt und hier auf die Erwirkung aller notwendigen Zulassungen. Weiter ist die Stärkung der deutschen Tochtergesellschaft ein wichtiges Thema in diesem Jahr, ebenso wie die Erschließung neuer Märkte.

Aktuell fasst die Schweizer Electronic erfolgreich Fuß in Kanada. „Wir sind auf Wachstum eingestellt“, so Pascal Mamin. „Wir werden neue Märkte erschliessen, aber auch unsere bestehenden Märkte sichern. In den nächsten Jahren möchten wir stark wachsen, vor allem über unsere neuen Fokus-Marktregionen. In den Schlüsselmärkten möchten wir eigene Tochtergesellschaften aufbauen und in unserer Produktpalette einen Generationenwechsel vollziehen. Auf der Basis unserer fortlaufenden Entwicklungen in den Technologien werden wir auch weiterhin unsere Markt- und Technologieführerschaft verteidigen.“

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