„Mit Helene Fischer auf Platz 1“

Interview mit Victor Sanchez, Geschäftsführer der SA.G Group GmbH

Wirtschafsforum: Christiano Ronaldo, Helene Fischer – man könnte meinen, wer so viele Stars ‘im Gepäck’ hat, muss schon sehr lange am Markt sein. Bei Ihnen sind es aber erst zehn Jahre. Wie sind Sie so schnell zu einer echten Marktgröße geworden?

Victor Sanchez: Wir haben ganz klein angefangen, mit einer Marke in einem Land, in Deutschland. Die Idee von meinem Partner Thomas Göbel und mir war, in das Geschäft mit Uhren und Schmuck einzusteigen. Bald kamen wir auch auf andere Produkte wie Parfüm und Lederwaren. Es begann mit der Marke Police. Sie war hierzulande damals nur bei Schlecker vertreten. Wir sicherten uns die exklusiven Distributionsrechte für Deutschland und kamen mit Douglas ins Geschäft. Dann ging es Schritt für Schritt weiter, mit weiteren Marken und Ländern, zunächst mit Österreich und der Schweiz.

2013 zeichneten wir unsere erste eigene Lizenz, entwickelten und produzierten also für diese Marke selbst. Bis dahin hatten wir nur Exklusivrechte.

Wirtschafsforum: Was war für das Unternehmen der Durchbruch?

Victor Sanchez: Ganz klar das Parfüm von Helene Fischer. Auch hier haben wir mit eigener Lizenz das Produkt hergestellt und an Douglas geliefert. 2014 ging das Parfüm durch die Decke. Wochenlang war es auf Platz 1, vor Chanel und Co.

Wirtschafsforum: Wie kommt man dazu, für einen solchen Star zu produzieren?

Victor Sanchez: Das Management von Helene Fischer hatte vor, einen Duft zu kreieren, und hat eine Ausschreibung gemacht. Mit unserem Konzept haben wir überzeugt. Wir sind sehr kreativ. Die Düfte entwickeln wir zusammen mit den besten französischen Dufthäusern und stellen zudem die Flakons selbst her. Sie sind ebenso wie der Duft etwas Besonderes, Ausgefallenes. Wir wollen immer innovative Produkte kreieren und etwas Schönes schaffen. Das tun wir inzwischen auch mit unseren eigenen Marken. 2014 haben wir außerdem eine zweite Firma namens 3 senses gegründet. Sehr viele Anfragen haben wir aber im Lizenzbereich.

Wirtschafsforum: Für welche bekannten Namen produzieren Sie denn noch im Lizenzbereich?

Victor Sanchez: Das reicht von Jette Joop über Engelsrufer bis hin zu Dunlop. In diesem Jahr haben wir Scotch & Soda, Leonardo und die Luxusmarke Kaviar Gauche hinzugewonnen. Zu unseren Hauptkunden zählen inzwischen neben Douglas alle großen Drogeriemarktketten – DM, Rossmann, Müller. Wir investieren 20% unseres Umsatzes – der betrug im letzten Jahr 15,5 Millionen EUR – in das Marketing. Jetzt wollen wir auch verstärkt in den Export gehen.

Wirtschafsforum: Und wie sieht es mit den eigenen Marken aus?

Victor Sanchez: Da sind wir sehr stolz auf unsere Platinum Bar, die wir selbst erfunden haben. Das ist eine Duft-Bar mit 40 verschiedenen Duft-Highlights aus hochwertigen Inhaltsstoffen. Sie wurden alle extra dafür kreiert. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 99 und 599 EUR. Das Besondere an diesem Konzept ist nicht die Marke, sondern das Parfüm an sich. Ein Schwerpunkt liegt auf der persönlichen Beratung der Kunden und das Parfüm wird live vor Ort abgefüllt. Eine Platinum Bar steht bisher in München, eine in Berlin und drei in Abu Dhabi – die Leute dort stehen total darauf.

Wirtschafsforum: Gibt es noch etwas Besonderes an Ihrem Unternehmen, das Sie so erfolgreich macht?

Victor Sanchez: Das ist sicher unsere Mentalität. Wir arbeiten mit allen partnerschaftlich zusammen, ob Kunden oder Lieferanten. Bei uns zählt noch der Handschlag. All unsere Partner arbeiten deshalb gern mit uns zusammen.

Wirtschafsforum: Haben Sie persönlich eine Philosophie, die Ihr Handeln bestimmt?

Victor Sanchez: Auch wenn man eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen hat, darf man sich nie zurücklehnen. Es ist wichtig, ständig innovativ zu bleiben und nach links und rechts zu schauen, um zu sehen, wie man weiterkommt. Der Job ist für mich ein Lebensinhalt. Ich mag diesen Drive und kann mir gar nicht vorstellen, etwas anderes zu machen.

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