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Dreimal eins gleich eins

Interview mit Bruno Grandjean, CEO und President der Redex Group und Dr. Ullrich Speer, Vice President Sales & Marketing der Bühler Redex GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Grandjean, Herr Dr. Speer, REDEX ist ein Unternehmen, dessen Erfolgsgeschichte 1949 in Frankreich mit der Herstellung von Präzisionsgetrieben begann. Seitdem ist viel geschehen. Womit wird REDEX heute assoziiert?

Bruno Grandjean: Man kann sagen, dass überall dort, wo es um die Verarbeitung von Metall und höchste Präzision geht, der Name REDEX ins Spiel kommt. Wir haben uns anfangs auf die Mechanik konzentriert, dann auf die Mechatronik, heute sind wir sogar ein Softwareunternehmen. Diese Verbindung von Elektronik, Mechatronik und Software ist einzigartig. Die Anwendungen reichen von der Batterieherstellung über die Verarbeitung von Kupfer und Draht für Elektroanwendungen über die Foodindustrie hin zu Edelmetall. Beispielhaft ist auch der Tesla, dessen Aluminiumkarosserie auf unseren Maschinen gefertigt wird. Letztlich gibt es drei Namen – REDEX, Ungerer und Bühler –, aber nur eine Tätigkeit: die Metallverarbeitung.

Wirtschaftsforum: Gibt es ein Leitmotiv, das die Unternehmensentwicklung besonders geprägt hat?

Bruno Grandjean: REDEX begann mit Präzisionsgetrieben, fertigte in den 1960er-Jahren Präzisionswalzwerke und nahm in den 1980er-Jahren die Bandverarbeitung auf. Alle drei Divisionen sind international aufgestellt. Durch die Akquisition von Ungerer und Bühler sind wir in den letzten zehn Jahren sehr dynamisch gewachsen. Dabei profitieren wir von einem außergewöhnlichen europäischen Know-how; von einer Gruppe, die immer mehr zusammenwächst und weiter zusammenwachsen soll. Mit einem Headquarter in Frankreich und drei Firmen in Pforzheim unterstreichen wir unseren europäischen Spirit. Integration ist die zentrale Herausforderung für uns; wir verstehen uns ganz klar als europäische Gruppe. Wenn wir in die USA blicken: dort gibt es keinen texanischen Marktführer, sondern nur den US-Marktführer. Wir arbeiten daran, dass dieses Verständnis sich auch in Europa durchsetzt. Wir haben Sales- und Designteams zusammengeführt und nutzen das globale REDEX-Netzwerk in den USA, China, Italien und Großbritannien, um Kunden lokal zu unterstützen. Auch wenn wir als globale Gruppe mit 450 Mitarbeitern agieren und einen Exportanteil von 80% haben, sind wir noch immer ein mittelständisches Familienunternehmen mit starker Engineeringausrichtung. 75 unserer 450 Mitarbeiter sind hochqualifizierte Ingenieure.

Wirtschaftsforum: Inwiefern hat COVID-19 die Entwicklung von REDEX beeinflusst?

Bruno Grandjean: Corona war für uns ein Stresstest. In schwierigen Zeiten zeigen Menschen bekanntlich ihr wahres Gesicht. Wir waren beeindruckt von der Solidarität unserer Mitarbeiter in dieser Zeit; letztlich hat die Krise uns alle noch enger zusammengebracht. Unser Glück war, dass wir unser Business beinahe normal weiterführen konnten und nicht einen einzigen Tag schließen mussten. Wir haben in der Zeit neue Ideen und Tools entwickelt und uns zum Beispiel intensiv mit Fernbedienungen für den Support beschäftigt. Es sind somit durchaus positive Dinge passiert. Inzwischen läuft das Geschäft wieder auf Hochtouren. Wir erleben momentan einen wahren Boom und erwarten für 2022 einen Umsatz von 100 Millionen EUR.

Wirtschaftsforum: Was sind Herausforderungen der Zukunft?

Bruno Grandjean: Das Thema E-Mobility und damit die Herstellung von Batterien sehen wir als Riesenchance. Mit dem Boom der Elektromobilität ist unter anderem Kupfer allgegenwärtig. Für uns bietet sich damit die Chance, neue Technologien für die Verarbeitung von Kupfer, aber auch Lithium zu entwickeln. Der Trend geht dabei zu mehr Performance und dünnerem Material.

Dr. Ullrich Speer: Nicht zu vergessen ist der Bereich der Edelmetalle, der gerade boomt. Die größten Münzhersteller arbeiten heute mit Bühler-Maschinen.

Bruno Grandjean: Ein weiteres wichtiges Zukunftsthema ist die Softwareentwicklung. Wir wollen mehr Technologie in die Software bringen, um die Bedienung einfacher, effizienter und zuverlässiger zu machen und investieren entsprechend. Auch weniger erfahrene Maschinennutzer sollen dank einer speziellen Software eine Maschine zuverlässig bedienen können und damit die Produktivität steigern. Projekte der Zukunft basieren immer auf der Expertise der Vergangenheit.

Wirtschaftsforum: Gibt es für Sie bestimmte Faktoren, die den REDEX-Erfolg ausmachen?

Bruno Grandjean: Unsere Größe ist ein großer Vorteil; sie erlaubt uns eine starke Forschung und Entwicklung. Dann haben wir ein starkes internationales Netzwerk; wir sind in der Lage, eigene Lösungen zu entwickeln und technologisch marktführend zu agieren. Unsere Designer in Frankreich und Deutschland haben nicht nur umfassendes Know-how, sondern sind kreativ und voller neuer Ideen. Wir bieten komplette Systeme inklusive der Werkzeuge und fertigen tatsächlich selber die Maschinen, auch das ist am Markt ungewöhnlich.

Wirtschaftsforum: Wenn Sie in die Zukunft blicken, was sehen Sie dann?

Bruno Grandjean: Ich sehe vor allem ein europäisches Unternehmen, das wie eine erweiterte Familie ist und immer stärker zusammenwächst; ein globales Unternehmen, das trotzdem nah an den Menschen und bodenständig ist; ein innovatives Unternehmen mit tiefen Wurzeln. Gleichzeitig sehe ich ein Unternehmen, das weiter international wächst. Wir sind bereits global, wollen aber noch globaler werden. Japan ist ein spannender Markt; genauso wie in Korea ist die Batterieherstellung dort sehr weit. Auch der Servicegedanke wird von großer Bedeutung sein. Wir wollen überall dasselbe Servicelevel anbieten wie in Europa. Services bieten interessante Möglichkeiten und werden von Kunden zunehmend nachgefragt. Insgesamt sind wir sehr optimistisch. Es gibt viele technologische Veränderungen; neue Maschinen sind deshalb essenziell. Genau das ist unser Business.

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