Zukunft im Maschinenbau gestalten
Interview mit Robert Nijland, Geschäftsführer und Sven Buchen, Technischer Vertrieb der DALEX Automation & Welding GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Nijland, Herr Buchen, welche Schritte waren für die jüngste Entwicklung von DALEX entscheidend?
Robert Nijland: Mit der Auslagerung der Fertigung gewinnen wir Flexibilität. Konstruktion, Service, Vertrieb, Trafobau und das Tech Center bleiben bei uns. So sichern wir unsere Kernkompetenzen und reduzieren Fixkosten – ein wichtiger Schritt, um die Transformation wirtschaftlich abzusichern.
Sven Buchen: Wir richten uns stärker auf Automatisierung aus. Reines Widerstandsschweißen reicht als Geschäftsmodell heute nicht mehr aus. Die Neuausrichtung war überfällig und schafft eine klare Perspektive für die Zukunft.
Wirtschaftsforum: Wie ist das Unternehmen heute strukturiert?
Robert Nijland: Derzeit beschäftigen wir rund 115 Mitarbeitende und erwirtschaften etwa 16 Millionen EUR. Durch die Verlagerung halbiert
sich die Belegschaft, was unsere Kosten flexibilisiert. Wichtig ist, dass unsere Banken – insbesondere die Sparkasse Westerwald – sowie unsere Gesellschafter diesen Weg aktiv unterstützen.
Sven Buchen: Entscheidend ist, dass wir als Team enger zusammenrücken. Transparente Kommunikation und klare Entscheidungen geben allen Sicherheit – in einer Phase, die für viele Unternehmen schwer kalkulierbar ist.
Wirtschaftsforum: Welche wirtschaftlichen Erwartungen haben Sie für die nächsten Jahre?
Robert Nijland: Wir planen konservativ, weil viele Kunden Investitionen verschieben. 2026 wird ein Übergangsjahr, Wachstum erwarten wir erst ab 2027. Voraussetzung ist, dass wir die Neuaufstellung konsequent umsetzen – dann sind wir auch für Banken und Kunden weiterhin ein verlässlicher Partner.
Sven Buchen: 2026 soll uns stabilisieren. Unser Fokus liegt darauf, wieder profitabel zu arbeiten – nicht nur den Umsatz zu halten. Das ist entscheidend, damit wir langfristig investieren können.
Wirtschaftsforum: Welche Veränderungen gibt es in der Führung und Unternehmenskultur?
Robert Nijland: Mir ist wichtig, dass Mitarbeitende offen sprechen können. Wir konzentrieren uns auf lösbare Themen und stärken den Zusammenhalt. Eine Krise kann verbinden – und genau das erleben wir gerade.
Sven Buchen: Früher war die Kultur sehr starr. Heute ist sie offener, direkter und menschlicher. Humor, Transparenz und Teambuilding helfen, den Wandel zu tragen – das merkt man im Alltag deutlich.
Wirtschaftsforum: Welche Bereiche des Portfolios sind für Sie besonders relevant?
Robert Nijland: Unsere Stärken bleiben: Widerstandsschweißen, Automation, Trafobau und das Tech Center. Von unrentablen Produktlinien haben wir uns getrennt, um Ressourcen gezielt einzusetzen.
Sven Buchen: Die PMS-Serie ist ein zentraler USP. Gerade im Hochvoltbereich bieten wir Lösungen, die weltweit nur wenige Hersteller abbilden können. Das gibt uns eine starke Position im Markt.
Wirtschaftsforum: Was zeichnet DALEX im Wettbewerb aus?
Robert Nijland: Unsere Qualität überzeugt. Kunden wissen, dass wir auch dort Lösungen finden, wo andere an Grenzen stoßen.
Sven Buchen: Unsere Maschinen sind äußerst langlebig, oft 30 bis 40 Jahre im Einsatz. Im Tech Center entwickeln wir gemeinsam mit Kunden individuelle Lösungen – das schafft Vertrauen und Differenzierung.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Digitalisierung und KI?
Robert Nijland: Wir holen digital auf. Das Unternehmen war lange sehr analog geprägt – viele Abläufe basierten noch auf Papier und führten zu unnötigen Verlusten. Jetzt modernisieren wir Strukturen Schritt für Schritt.
Sven Buchen: KI gehört für mich längst zum täglichen Arbeiten und spart spürbar Zeit. Würden wir Digitalisierung und KI breiter nutzen, wären wir deutlich effizienter. Das wird ein wichtiger Hebel – gerade bei steigendem Wettbewerbsdruck.
Wirtschaftsforum: Wie optimistisch blicken Sie in die Zukunft?
Robert Nijland: Wir wollen beweisen, dass DALEX den Wandel meistert. 2026 wird ein anspruchsvolles Übergangsjahr, aber wir sind fokussiert und haben starke Kunden sowie die Unterstützung unserer Partner im Rücken.
Sven Buchen: Ich möchte sehen, ob unser Weg funktioniert. Früher wäre ich in schwierigen Situationen gegangen, heute bleibe ich bewusst. Wenn wir 2026 gemeinsam durchstehen, stehen die Chancen gut, dass wir 2027 wieder lachen und sagen: Wir haben es geschafft. Genau diese Perspektive motiviert mich.













