Gesunde Qualität zu kleinen Preisen

Interview mit Dr. Martin Schwarz, Geschäftsführer, und Dipl.-Kfm. Ludwig Decker, Leiter Marketing, der PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Warum ist Schnelligkeit so wichtig für Anbieter von Generika?

Dr. Martin Schwarz: Das Entscheidende ist, dass man Produkte bekommt, die in den nächsten drei, vier Jahren von Wichtigkeit sind und dass man ab Tag eins nach Ablauf des Patents da sein muss. Die Patent-Launches sind entscheidend.

Wirtschaftsforum: Inwieweit?

Dr. Martin Schwarz: Für Produkte, die unmittelbar nach Ablauf des Patents auf den Markt kommen, bekommt man noch eine normale Marge. Nach etwa sechs bis acht Monaten kommen die ersten Krankenkassenverträge – und die Marge sinkt auf ein sehr niedriges Niveau. Die Tagestherapiekosten für ein normales Generikum betragen sechs Cent pro Tag, die die Krankenkasse an das pharmazeutische Unternehmen zahlt. Das ist günstiger als eine Tafel Schokolade. Deshalb ist es wichtig, dass wir am Anfang, wenn die Preise noch wirtschaftlich auskömmlich sind, Marktanteile sichern können.

Wirtschaftsforum: Wie bekommen Sie so schnell den Draht zu ihren Kunden?

Ludwig Decker: Ich kenne den Kundenaußendienst wie -innendienst. Beide Bereiche müssen sich gut koordinieren lassen. Wettbewerbsfähige Preise, schnelle Produkteinführungen, gute Präsenz in Rabattverträgen. Das zu schaffen ist heute key !

Dr. Martin Schwarz: Operativ müssen wir schauen, dass die Prozesse gut laufen, ‘state-of-the-art’ sind. Deshalb sind wir stark in den Bereichen Digitalisierung, Supply Chain, Optimierung. Wir müssen alles in unsere Wettbewerbsfähigkeit investieren, um auch morgen erfolgreich zu sein.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Generika auf dem deutschen Markt?

Dr. Martin Schwarz: Eine sehr wichtige! Generika haben hierzulande einen Marktanteil von 78%. Ohne Generika wäre Deutschland nicht mehr versorgbar. Dabei sind Generika eine sehr faire Industrie. Wir geben der Gesellschaft etwas, wir stellen sicher, dass qualitativ hochwertige Medikamente zu günstigen Preisen verfügbar sind. Puren Pharma sieht hierin seine Mission.

Wirtschaftsforum: Wo liegen die Herausforderungen des Marktes?

Dr. Martin Schwarz: Es ist ein stark umkämpfter Markt mit sinkenden Preisen. Und in diesem Markt gewinnen wir Marktanteile. Ich sehe uns als einen der Gewinner.

Wirtschaftsforum: Ein Gewinner mit welchen weiteren Zielen?

Dr. Martin Schwarz: Puren Pharma will definitiv weiter wachsen. In drei Jahren wollen wir zu den Top fünf der deutschen Generikaunternehmen zählen. Heute sind wir Nummer sieben.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Erfolgsfaktoren?

Dr. Martin Schwarz: Wir bringen immer neue Produkte auf den Markt, regelmäßig und schnell. Dabei verfolgt Puren Pharma eine konsequente Fixierung auf die Kosten. Die gesamte Organisation muss dieses Kostenbewusstsein inhalieren und immer wissen, dass es entscheidend ist. Andererseits muss man auch nein sagen können und nicht um jeden Preis mitbieten. Dazu haben wir innerhalb des Teams Charaktere im Haus, die nicht immer ein einfaches Spiel haben möchten.

Wirtschaftsforum: Apropos Team: Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern, um gute Leute zu finden und zu binden?

Ludwig Decker: Wir haben eine sehr junge Unternehmensstruktur und auch den Führungsbereich mit vielen jungen Leuten besetzt. Der Spirit ist gut. Viele begreifen es als Chance, hier zu arbeiten. Employer Branding ist wichtig. Wir arbeiten auf allen Ebenen mit großzügigen Vereinbarungen. Dank einer guten Work-Life-Balance haben wir Mitarbeiter, die gerne hier arbeiten. Als Unternehmen sind wir auf Geben und Nehmen bedacht. Wir schaffen für unsere Mitarbeiter Freiräume, eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit.

Wirtschaftsforum: Welche Philosophie beherzigt PUREN Pharma?

Dr. Martin Schwarz: Ich glaube, Arzneimittel zu vertreiben und sie rechtzeitig in guter Qualität nach Deutschland zu bringen, ist etwas Ehrenwertes. Viele Menschen arbeiten hier gerne. Viele Apotheker sagen: Hier kann ich etwas bewirken. Die Lage der Industrie ist gut. Insofern ist PUREN gut positioniert. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter sehr stark, auch über ihren Tellerrand hinauszuschauen, ihre Ideen einzubringen. Sie können sich bei uns stark verwirklichen. Puren Pharma hat relativ wenig Hierarchien und kann dadurch wirklich unternehmerisch tätig sein. Das ist nicht in jedem Konzern selbstverständlich.

Ludwig Decker: Geld verdienen, will jeder Mitarbeiter. Unser Unternehmen bietet ein gutes Paket: Man gibt viel – und man bekommt viel zurück. Junge Leute erreichen hier ihre Ziele, das ist so wichtig wie Geld. Dr. Schwarz setzt die Ziele so, dass sie aus Sicht der Mitarbeiter erreichbar sind.

Wirtschaftsforum: Was sind Schwerpunkte Ihrer Produktlinie?

Dr. Martin Schwarz: Wir haben 900 Produkte und decken ein sehr breites Portfolio ab. Herausragend sind im Klinikgeschäft Antibiotika und onkologische Medizinprodukte. OTC sind ein kleiner, aber feiner Bereich im Produktportfolio der Puren Pharma München.

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