Souverän in die Cloud: IT, die den ­Mittelstand entlastet

Interview mit Jan Stober, Mitglied der Geschäftsleitung der NetPlans GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Stober, NetPlans wurde 1998 gegründet. Wie hat sich das Unternehmen seitdem entwickelt?

Jan Stober: Angefangen hat alles mit Verkabelung – klassischer passiver Infrastruktur, Serverraumertüchtigung, solche Themen. Danach kamen IT-Hardware, also Server und Storage. Ein wichtiger Schritt war 2009 der Aufbau einer eigenen Business Cloud. Damals war Cloud noch längst nicht so akzeptiert wie heute. Aber unsere Kunden waren Treiber: Sie wollten nicht selbst betreiben – also haben wir Verantwortung übernommen. Dieser Anspruch, den Mittelstand bei seiner IT-Infrastruktur zu entlasten, zieht sich bis heute durch.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre größten Stärken im Wettbewerb?

Jan Stober: Erstens: unsere konsequente Ausrichtung auf den Mittelstand. Wir sind nicht auf eine Branche festgelegt, sondern entwickeln Services so, dass sie zu mittelständischen Strukturen passen. Zweitens: unser eigenes Cloud-Portfolio, betrieben ausschließlich in Deutschland. Und drittens: Managed Services, die den Fachkräftemangel in IT-Abteilungen realistisch adressieren – indem wir Betrieb, Monitoring, Verfügbarkeit und Stabilität verlässlich übernehmen. 

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt IT-Security im Portfolio?

Jan Stober: Eine sehr große. IT-Security ist in den letzten Jahren zu einer eigenen Säule geworden – inklusive Managed Security. Die Bedrohungslage wird komplexer, und viele Mittelständler haben keinen Security-Spezialisten im Haus. Sie brauchen einen Partner, der erreichbar ist, Verantwortung übernimmt und die Security laufend anpasst. Externe Einflüsse wie NIS2 erhöhen zusätzlich das Bewusstsein – und damit auch den Handlungsdruck.

Wirtschaftsforum: NetPlans setzt auf Standortnähe. Wie wichtig ist das in einer Welt, in der vieles remote funktioniert?

Jan Stober: Remote ist enorm wichtig – wir betreuen längst Kunden im ganzen Bundesgebiet. Trotzdem bleibt Nähe ein Faktor, gerade im Vertrauen und in der Reaktionsfähigkeit. Wir haben 14 Standorte in Deutschland und einen in der Schweiz und bauen dieses Netz Schritt für Schritt aus. Neue Standorte entstehen bei uns häufig dadurch, dass langjährige Mitarbeitende die NetPlans-DNA mitnehmen und vor Ort etwas aufbauen – wie zuletzt in Düsseldorf. Das ist organisch, manchmal langsamer, aber aus unserer Sicht nachhaltiger als reine Zukäufe und nahbarer für den Mittelstand.
 

Wirtschaftsforum: Welche Bedeutung hat künstliche Intelligenz für Ihr Unternehmen – intern und beim Kunden?

Jan Stober: Intern nutzen wir KI bereits sehr konkret, zum Beispiel im Support: Ein KI-Assistent kann Ticketverläufe, Kundenkontexte und wiederkehrende Muster analysieren. Das entlastet Mitarbeitende bei Fleißarbeit wie Dokumentation oder Erstanalysen und beschleunigt die Lösungsfindung – was wiederum Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterzufriedenheit stärkt. Der Markt auf Kundenseite befindet sich noch stark in der Orientierungsphase. Viele verbinden KI zunächst vor allem mit Chatbots. Wirklich interessant wird es jedoch dort, wo KI messbaren wirtschaftlichen Nutzen schafft – also Prozesse nachweislich effizienter macht. Genau dafür braucht es Beratungsstärke und ein tiefes Verständnis für Geschäftsprozesse – darauf haben wir unsere Kompetenzen ausgerichtet.ere Kompetenzen ausgerichtet.

Wirtschaftsforum: Neben KI: Welche Themen werden künftig prägend?

Jan Stober: Compliance und Regulierung werden deutlich wichtiger – durch EU-Vorgaben oder nationale Anforderungen. Wer ein KI-Portfolio aufbaut, muss sich zum Beispiel auch am EU AI Act orientieren. Gleichzeitig investieren wir in Zertifizierungen: In den nächsten zwei Jahren wollen wir eine C5-Zertifizierung für unsere Cloud erreichen, um auch besonders sensible Bereiche noch besser bedienen zu können – etwa Versicherungen oder Banken, die wir bereits von Cloud-Strategien überzeugen konnten – deren Anforderungen sich jedoch stetig weiterentwickeln und zunehmend auch auf den Mittelstand ausstrahlen.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet Ihre Unternehmenskultur aus?

Jan Stober: Wir setzen stark auf Ausbildung, haben viele langjährige Mitarbeitende und vergleichsweise geringe Fluktuation. Wichtig ist uns Transparenz: Unternehmensziele werden über Standorte hinweg kommuniziert und bis in Teams und Rollen heruntergebrochen. Dazu kommen moderne Arbeitsmodelle – Homeoffice ist seit Corona deutlich präsenter – und bewusst auch kleinere Events, die das Wir-Gefühl stärken. Perspektive ist ein Kern: Wer Verantwortung übernimmt, bekommt Rückendeckung und echte Aufstiegschancen. Viele unserer heutigen Abteilungsleiter, Standortleiter und Geschäftsführer haben diesen Weg selbst bei uns gemacht.

Wirtschaftsforum: Ihr persönlicher Ausblick – was möchten Sie für NetPlans erreichen?

Jan Stober: Ich möchte den Standortaufbau weiter vorantreiben und die Marke bundesweit bekannter machen. Gleichzeitig gilt: Stabilität ist entscheidend. Wir entwickeln das Unternehmen so, dass Qualität und Kundenzufriedenheit wachsen können. Sobald das Fundament passt, werden wir uns in den kommenden Jahren weitere Standorte erschließen und die Erfolgsgeschichte ausbreiten. Unser Ziel bleibt dabei klar: den Mittelstand mit fachgerechter IT zu stärken – mit einer gesunden Größe, einem starken Cloud- und Security-Portfolio und echter Partnerschaft auf Augenhöhe.

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