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Erfolgreiche Sportler und Unternehmer haben die gleiche 'DNA‘

Interview mit Ademola Okulaja, CEO und Gründer der Pro4Pros GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Okulaja, Sie sind erfolgreicher Geschäftsmann und CEO Ihres eigenen Unternehmens Pro4Pros GmbH. Für was steht Ihr Unternehmen und wie kam es zu der Gründung?   

Ademola Okulaja: Pro4Pros steht für ‘Profi für Profis‘. Ich arbeite mit Profis aus dem Sport und Marketing und nutze dafür zudem meine eigene Erfahrung aus über 28 Jahren im Geschäft als Profisportler. Vor allem stehen wir bei Pro4Pros für Qualität und Professionalität.

Als ich noch selbst professionell Basketball gespielt habe, war ich der festen Überzeugung, dass es noch mehr junge Talente gibt, die es nach ganz oben schaffen können. Die Realität zeigt jedoch, dass leider nur ein geringer Teil an Talenten den Weg in den bezahlten Profibereich schafft. Um diese Talente zu begleiten und zu unterstützen, habe ich Pro4Pros gegründet und in den letzten vier Jahren mit Dennis Schröder und Daniel Theis zwei deutsche Nationalspieler in die NBA gebracht. Auch zukünftig liegt der Fokus darauf, noch weitere Talente dorthin zu führen und zu begleiten. Gleichzeitig betreuen wir auch e-Sportler und haben unsere eigene Media-Abteilung, die das Portfolio von Pro4Pros abrundet.

Wirtschaftsforum: Welche Dienstleistungen bietet Pro4Pros und für wen ist Ihr Unternehmens-Portfolio gedacht?

Ademola Okulaja: Wir betreuen und beraten Spitzensportler in verschiedenen Sportarten sowie hochwertige Firmen und Marken und stehen ihnen natürlich durchgehend eng zur Seite. Für einen Sportler sieht dieses Betreuen im Tagesablauf anders aus als für eine Firma, aber erfolgreiche Sportler und Unternehmer haben definitiv die gleiche ‘DNA‘, die sie antreibt und zum Erfolg pusht. Genau diese Sprache sprechen wir sehr gut.

Wirtschaftsforum: Sie waren auf dem Basketball-Parkett selbst sehr erfolgreich; eine über zehnjährige Karriere als erfolgreicher Leistungsträger und Star in verschiedenen Spitzenteams in Europa wie zum Beispiel ALBA BERLIN, Unicaja Málaga, Benetton Treviso oder Brose Baskets Bamberg, langjähriger Nationalspieler und sogar Kapitän des DBB-Teams, Deutscher Meister und Korać-Cup-Gewinner mit ALBA BERLIN, MVP* (*Anmerkung der Redaktion: ‘Most Valuable Player‘ – wertvollster/wichtigster Spieler) der spanischen Top-Clubs FC Barcelona und Valencia sowie FIBA-WM-Bronze-Gewinner mit dem DBB-Team 2002 in Indianapolis sind nur einige der vielen Highlights Ihrer aktiven Profibasketball-Karriere. Welche Erfahrungen und Fähigkeiten aus dieser Zeit als Profisportler können Sie heute als Manager in Bezug auf die Beratung und Begleitung Ihrer Klientel anwenden? 

Ademola Okulaja: Genau diese Erfahrungen haben mich geprägt und geformt. Es ist ein schmaler Grat, der zum Erfolg führt, und den habe ich über viele Jahre erfolgreich gemeistert. Ich spreche somit aus eigener Erfahrung und teile nicht nur die Theorie. Besonders die mentale Kraft, die Vorbereitung, innere Einstellung, der Fokus, die Arbeitseinstellung und Disziplin sind meine Stärken, die ich gerne – immer mit tatkräftiger Unterstützung meines Pro4Pros-Teams – an meine Klienten vermittle und weitergebe.

Ademola Okulaja, CEO und Gründer der Pro4Pros GmbH
„Es ist ein schmaler Grat, der zum Erfolg führt, und den habe ich über viele Jahre erfolgreich gemeistert.“ Ademola OkulajaCEO

Wirtschaftsforum: Die Basketball-Welt in Europa ist momentan angespannt, die zwei Verbände FIBA und ULEB / EuroLeague sind uneins über die Strukturen europäischer Wettbewerbe im Basketball. Hat dies auch Auswirkungen auf Ihre Tätigkeiten von Pro4Pros im europäischen Markt?

Ademola Okulaja: Eine direkte Auswirkung auf unsere tägliche Arbeit bei Pro4Pros ist momentan nicht erkennbar. Die Unstimmigkeit der zwei Verbände wirkt sich jedoch durchaus auf unsere betreuten Spieler und Klienten aus. So zum Beispiel lässt sich das neue Turnierformat für die Nationalmannschaft angeben, welches durch die Terminierung der Wettbewerbe beider Verbände resultiert und nun auch Zeit- und Spielfenster während der laufenden Saison öffnet. Hierdurch werden die Spieler aufgrund der geringeren Regenerationsphasen einer noch höheren Belastung ausgesetzt. Es steigt die Verletzungsgefahr, was wiederum eine noch extremere Vorbereitung und Ruhephase erforderlich macht, um Verletzungen während der Saison zu minimieren.

Wirtschaftsforum: Als Spielerberater und -manager haben Sie unter anderem Basketballstars wie Dennis Schröder und Daniel Theis in die NBA gebracht und betreuen Talente wie Niklas Kiel, Richard Freudenberg oder Nico Bretzel. Die beiden Erstgenannten sind feste Größen in der Deutschen Basketball-Nationalmannschaft und erfolgreich in hochkarätigen NBA-Organisationen wie den Oklahoma City Thunder* und den Boston Celtics* tätig (*Anmerkung der Redaktion: US-Basketball-Organisationen /-teams in der NBA). Wegbereiter für eine erfolgreiche Karriere deutscher Spieler in der NBA waren zuvor Basketball-Größen wie Detlef Schrempf und Dirk Nowitzki. Nun spielen mittlerweile sieben deutsche Profis – so viele wie nie zuvor – auf der spektakulärsten Basketballbühne der Welt. Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für diese sehr positive Entwicklung?

Ademola Okulaja: Die Strukturen innerhalb des professionellen, deutschen Basketballsports haben eine enorm positive Entwicklung genommen, es besteht aus meiner Sicht jedoch nach wie vor ‘Luft nach oben‘! Junge deutsche Talente besitzen heutzutage viel mehr Optionen, Basketball in einer strukturierten und organsierten Art zu spielen.

„Junge deutsche Talente besitzen heutzutage viel mehr Optionen, Basketball in einer strukturierten und organsierten Art zu spielen.“ Ademola OkulajaCEO
Ademola Okulaja, CEO und Gründer der Pro4Pros GmbH

Gleichzeitig gibt es aus meiner Sicht immer zwei Seiten: Zum einen ist es sicherlich notwendig, dass die Strukturen innerhalb des professionellen Basketballsports weiterhin wachsen und sich verbessern und festigen. Auf der anderen Seite müssen junge Spieler jedoch proaktiv die ihnen gebotenen Chancen auch nutzen und nicht warten, dass ihnen jemand etwas ‘auf dem silbernen Tablett‘ serviert. Pro4Pros legt hierbei den Fokus auf die Auswahl seiner Klienten. Wir begleiten, unterstützen und beraten umfassend im unternehmerischen aber auch insbesondere im sportlichen Sektor. Hierbei fällt die Auswahl jedoch ausschließlich auf Spieler und Talente, die eine gewisse Eigenmotivation, den Willen und eine gesunde Grundeinstellung haben, sich ganz nach oben zu arbeiten und als Sieger auf dem Treppchen stehen zu wollen. Denn eine solche Einstellung ist aus meiner Sicht die Grundlage für die Realisierung von Erfolg in jeglicher Hinsicht.

Wirtschaftsforum: Während Ihrer College-Zeit in den USA spielten Sie selbst für die renommierte Hochschule North Carolina unter anderem mit späteren Superstars sowie NBA-Profis wie Vince Carter, Antawn Jamison oder auch Shammond Williams oder Brendan Haywood zusammen und waren in Ihrem letzten College-Jahr sogar wichtigster Spieler des Teams. Bestehen noch Kontakte zu Ihren damaligen, namhaften UNC-Kommilitonen?

Ademola Okulaja: Die Universität hat nicht nur einen guten Ruf für all die Stars und Superstars, die sie besucht haben (Anm. der Redaktion: unter anderem war auch Michael Jordan ehemaliger Student und Spieler der US-Hochschule). Die Universität von North Carolina ist auch bekannt für ihre familiäre Atmosphäre und ihren Zusammenhalt – auch über die Zeit der aktiven College-Karriere hinaus. Im August 2018 war ich hierzu zum Beispiel bei unserer jährlichen ‘Re-Union‘ in den USA. Auch bleibt man über eine eigens hierfür bestehende ‘WhatsApp-Gruppe‘ in Kontakt, in der als ‘Familien-Chat‘ fast alle ehemaligen Kommilitonen – außer verständlicherweise Michael Jordan – enthalten sind. Dort unterhalten wir uns regelmäßig, kommentieren UNC Spiele, gratulieren uns zu Geburtstagen, Hochzeiten, Trauerfällen oder Neugeborenen und bleiben somit in regelmäßigem Kontakt.

Ademola Okulaja, CEO und Gründer der Pro4Pros GmbH
„Denn es ist sowohl im unternehmerischen als auch sportlichen Bereich immer wichtig, sich zu 100% auf das zu konzentrieren, was man gerade macht.“ Ademola OkulajaCEO

Wirtschaftsforum: Der Slogan ‘I love this game‘ dient als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Karriere im Sport. Jedoch gilt sowohl der Basketball in der NBA als auch in Europa – wie in vielen anderen Profisportarten auch – ebenfalls als großes Business und ist schnelllebig. Verträge zwischen Spielern und Clubs werden in der Regel nur für eine kurze Zeit geschlossen, um Flexibilität auf beiden Seiten zu gewährleisten. Dies führt jedoch mitunter dazu, dass die Karriere eines professionellen Basketballers in der Regel nicht länger als fünf bis zehn Jahre andauert.  Was würden Sie jungen Spielern, die heutzutage eine professionelle Basketballkarriere in der NBA oder in Europa anstreben, raten – besonders auch im Hinblick auf eine Laufbahn nach ihrer aktiven Zeit?

Ademola Okulaja: Die Frage ist aus meiner Sicht sehr treffend. Genau dies bespreche ich natürlich mit meinen Klienten. Denn es ist sowohl im unternehmerischen als auch sportlichen Bereich immer wichtig, sich zu 100% auf das zu konzentrieren, was man gerade macht. Dies ist meist der Schlüssel zum Erfolg. Im sportlichen Bereich gilt es daher, dass, wenn man trainiert, dann dies auch zu 100% ausführt, ohne durch ‘Nebenschauplätze‘ wie Nachrichten-Schreiben mit dem Handy oder ähnlichem den Fokus zu verlieren. Denn der Fokus ist der Schlüssel zu vielem und ist heutzutage für viele junge Talente leider keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern stellt oft für sie eine kleine Herausforderung dar. Hierbei helfen und unterstützen wir von Pro4Pros dabei, in jeglichen Bereichen der Karriere nicht den Fokus zu verlieren und dadurch erfolgreich zu sein.  

Wirtschaftsforum: Sie selbst haben bereits während Ihrer eigenen aktiven Zeit vorgesorgt und mit dem College-Studium in International Studies sowie dem parallel zum Basketball erreichten, zusätzlichen Studium und Master-Abschluss in Sportmarketing und Kommunikation die Eckpfeiler für eine ‘erfolgreiche Karriere nach der Karriere‘ gelegt. Nun schauen Sie ‘von außen‘ auf den Sport, den Sie zuvor viele Jahre mit so viel Leidenschaft und Erfolg ausgeübt haben. Wie war für Sie der Schritt vom Profisportler zum Manager?

Ademola Okulaja: Das war für mich ein großer, aufregender und vor allem richtiger Schritt. Während meiner Laufbahn hat mich das Geschehen ‘hinter den Kulissen‘ bereits interessiert. Danach wollte ich dem Sport treu bleiben und ich habe selbst ‘die Ärmel hochgekrempelt‘ und losgelegt. Die ersten Monate fiel es mir dabei sicherlich schwer, nur am Schreibtisch zu sitzen, denn man ist es ja gewöhnt, sich nonstop zu bewegen. Zudem hat man vor einigen Herausforderungen großen Respekt und ist nervös. Eine Erfahrung, die ich als heutiger Manager machen konnte, war eine sehr lehrreiche; die, dass ‘alle auch nur mit Wasser kochen‘.

Es gibt jedoch viele Parallelen vom Profisport zum Unternehmertum und dem Management-Bereich. Man darf im Business-Bereich – ähnlich wie im Profisport – den Fokus, den Eigenantrieb und vor allem den Fleiß und die Disziplin nicht verlieren. Denn der Job ist verdammt hart und es wird definitiv ‘nichts aus dem Ärmel geschüttelt‘. Hierbei hilft mir meine Liebe zu meiner Arbeit, zum Sport und der Fokus auf Details und die Perfektion. Sowohl im Business- als auch Profisport-Alltag gibt es Höhen und Tiefen. Aber entscheidend ist, aus beidem etwas zu lernen und sich stetig zu verbessern.

Wirtschaftsforum:  Eine persönliche Frage zum Schluss: Durch Ihre Funktion als CEO bei Pro4Pros sind Sie nach wie vor eng mit dem Sport verbunden. Wie ist Ihre Beziehung zum Basketball im Moment – neben der Rolle als Berater und Manager – spielen Sie noch ‘hobbymäßig‘ aktiv, wenn es die Zeit zulässt?

Ademola Okulaja: Ich liebe diesen Sport aus tiefstem Herzen. Basketball hat zu vielem beigetragen, was ich erreicht habe und was mich heute ausmacht. Dazu durfte ich unterschiedlichste Städte, Menschen und Kulturen erleben sowie auf großen ‘sportlichen Bühnen‘ auf der ganzen Welt stehen, was mich mit großer Dankbarkeit erfüllt. Genau deshalb versuche ich, so oft wie möglich noch im privaten Bereich Basketball zu spielen. Meine berufliche Tätigkeit bietet hierbei nicht immer die Zeit, sodass ein aktives Spielen teilweise nur alle paar Monate umsetzbar ist. Wenn es die Terminlage zulässt, kann es aber auch vorkommen, dass man zweimal die Woche das orangene Leder durch den Korb werfen kann. Auch hierbei ist Flexibilität gefragt – genau wie in meinem Job.

Interview: Andreas Detert | Fotos: NBA, Pro4Pros GmbH

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