Mit dem Blick für das Ganze

Interview mit Dominik Pfingst, Geschäftsführer der PP 2000 GmbH

Wirtschaftsforum: Die PP 2000 ist ein herstellerunabhängiger IT-Dienstleister mit Schwerpunkt Printing Services. Sie betreuen namhafte Großkunden und Mittelständler aus der Automobilbranche, Handelsunternehmen und Banken – nicht selten über Jahrzehnte hinweg. Gab es in den vergangenen Jahren besondere Impulse, die die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens begünstigt haben?

Dominik Pfingst: PP 2000 wurde 1991 gegründet, 30 Jahre lang vom Gründer geführt und 2005 an den Bechtle-Gruppe verkauft; dieser Schritt war ein Meilenstein, der die Entwicklung bis heute maßgeblich beeinflusst hat. Wir konnten auf der einen Seite unsere Eigenständigkeit behalten, profitieren aber auf der anderen Seite von der Wirtschaftskraft eines hinter uns stehenden Großkonzerns.

Wirtschaftsforum: Was genau hat sich nach der Übernahme verändert?

Dominik Pfingst: PP 2000 hat schon damals vor allem für Großkunden gearbeitet; diese wollten irgendwann nur noch von Big Playern, also den Größten der Großen, betreut werden. Als Mittelständler war und ist es vor diesem Hintergrund sehr hilfreich, einen Milliardenkonzern wie Bechtle im Rücken zu haben und als Full Service-Anbieter agieren zu können.

Wirtschaftsforum: Hat sich die Übernahme damit unmittelbar auf das Portfolio ausgewirkt?

Dominik Pfingst: Von Beginn an stand der Printing-Markt klar im Fokus und hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Uns war es schon früh wichtig, als Full Service-Anbieter aufzutreten. Das heißt, wir haben eine eigene Logistikkette, um sicherzustellen, dass wir unabhängig vom Markt Waren lagern können, eine eigene Technikflotte, wir warten in der DACH-Region Geräte, haben eigene Softwareentwickler und können dadurch Applikationen kundenspezifisch adaptieren oder eigene Applikationen entwickeln. Unser Selbstverständnis des Managed Print-Anbieters haben wir nie aus den Augen verloren, auch wenn andere Bereiche wie der des Produktions- und Logistikumfeldes hinzukamen.

Wirtschaftsforum: Wie sieht ein klassisches Projekt im Print-Bereich heute aus?

Dominik Pfingst: Am Anfang steht immer die Analyse der Flotte; wir schauen zum Beispiel, wo Druck Sinn macht und wo digitale Lösungen effizienter sind, was bleiben kann, was ausgetauscht oder modernisiert werden muss. Unsere Spezialisten konfigurieren die Geräte in Hinblick auf die Zielflotte, Sicherheitsaspekte spielen dabei eine große Rolle. Im nächsten Schritt kommt es zum Roll-out, das heißt, das neue Konzept wird umgesetzt, bevor es in Betrieb genommen wird. In der Regel nehmen Kunden eine 48-Monate-Service-Betreuung mit Customer Support in Anspruch.

Wirtschaftsforum: Sind diese Services Alleinstellungsmerkmale von PP 2000?

Dominik Pfingst: Es gibt wenig Full Service-Anbieter, die die gesamte Kette aus eigener Hand betreuen können. Unser großer Vorteil ist, dass wir da Mittelstand sind, wo Mittelstand und damit flexible, schnelle, individuelle Lösungen gebraucht werden, aber durch Bechtle auch für Großkunden große Projekte mit großen Volumen und entsprechender Sicherheit realisieren können. Wir sind einfach immer genau das, was gebraucht wird – schneller Mittelständler mit Individuallösung oder Großkonzern. In der Gruppe können wir jede IT-Anforderung umsetzen; ist das nicht der Fall, übernehmen andere Bechtle-Kollegen. Bechtle steht für One-Face-to-the-Customer. Das ist auch für die Zukunft ein großer Vorteil. Im Bereich Printing werden die Anforderungen immer spezieller, deshalb wird der Markt sich konsolidieren. Als Spezialist sind wir hier gut aufgestellt.

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