Fortschritt trifft Präzision in der Orthopädietechnik

Interview mit Frank Starkowski, Geschäftsführer der Orthopädie-Technik-Service aktiv GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Starkowski, welche Schritte waren für die Entwicklung Ihres Unternehmens besonders wichtig?

Frank Starkowski: Ein wesentlicher Faktor für die Weiterentwicklung unseres Unternehmens war es, sich intensiv mit innovativen Themen auseinanderzusetzen, die über den aktuellen Stand der Technik hinausgehen. Vor etwa fünf bis sechs Jahren haben wir begonnen, eigene Produkte zu entwickeln. Das ist in unserer Branche ziemlich einzigartig, da viele Unternehmen lediglich bestehende Technologien anpassen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, uns durch echte Innovationen abzuheben und neue Produkte mit einzigartigen Eigenschaften zu schaffen.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich das Unternehmen seitdem strukturell verändert?

Frank Starkowski: Mittlerweile beschäftigen wir eine eigene kleine Forschungsabteilung mit vier Ingenieuren. Diese Abteilung ist nicht nur für uns tätig, sondern führt auch Auftragsarbeiten für andere Unternehmen und Industrien durch. Zusätzlich haben wir Tochtergesellschaften gegründet, die sich auf die Serienproduktion unserer marktreifen Produkte spezialisieren.

Wirtschaftsforum: Wie viele Standorte haben Sie derzeit?

Frank Starkowski: Wir haben derzeit 14 Standorte, die alle in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt sind. Unser Kerngeschäft ist fest im Nordosten Deutschlands verankert, was uns eine starke regionale Präsenz ermöglicht. Wir konzentrieren uns auf diese Region, um unseren Kunden vor Ort eine optimale Versorgung und Betreuung zu bieten.

Wirtschaftsforum: Können Sie uns mehr über Ihre Mitarbeiter und den Umsatz Ihres Unternehmens sagen?

Frank Starkowski: Wir beschäftigen derzeit etwa 85 Mitarbeiter, darunter sowohl langjährige Mitarbeiter als auch neu hinzugekommene Fachkräfte. Diese Mischung aus Erfahrung und neuen Perspektiven bereichert unsere Unternehmenskultur erheblich. Wir legen großen Wert auf ihre Weiterbildung und Integration. Unser Jahresumsatz liegt bei rund acht Millionen EUR, was für ein Unternehmen unserer Größe und in unserer Branche beachtlich ist.

Wirtschaftsforum: Wie nutzen Sie Digitalisierung und künstliche Intelligenz in Ihrem Unternehmen?

Frank Starkowski: Die Digitalisierung spielt eine große Rolle. Ein Beispiel ist unsere smarte Einlegesohle, die Entzündungsprozesse bei Diabetikern frühzeitig erkennt und über eine App Informationen liefert. Diese Technologie ermöglicht eine präventive Gesundheitsversorgung, die im Alltag unserer Kunden einen großen Unterschied machen kann. Daher sehen wir KI als unterstützendes Werkzeug, aber nicht als Ersatz für den persönlichen Kontakt.

Wirtschaftsforum: Welche Schritte haben Sie in Richtung Internationalisierung unternommen?

Frank Starkowski: Bei der Re-krutierung von Fachkräften sind wir internationaler geworden. Zum Beispiel haben wir eine IT-Mitarbeiterin aus dem Iran eingestellt. Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern erfordert manchmal, über die nationalen Grenzen hinauszuschauen. Außerdem arbeiten wir in Projekten mit internationalen Partnern zusammen, um unsere Produkte weiterzuentwickeln und neue Märkte zu erschließen. Unsere innovative Einlegesohle beispielsweise hat bereits Interesse in anderen europäischen Ländern geweckt und wir prüfen derzeit Möglichkeiten für eine Expansion in diese Märkte.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?

Frank Starkowski: Unsere Unternehmenskultur ist geprägt von flachen Hierarchien und einer offenen Kommunikation. Wir kennen unsere Mitarbeiter persönlich und legen großen Wert darauf, dass sie sich als Teil der Gemeinschaft fühlen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration internationaler Fachkräfte, die uns nicht nur helfen, unseren Fachkräftemangel zu bewältigen, sondern auch unsere Kultur und unser Denken bereichern.

Wirtschaftsforum: Welche Zukunftspläne haben Sie für das Unternehmen?

Frank Starkowski: Wir möchten unseren innovativen Charakter weiter ausbauen. Dazu gehört die kontinuierliche Entwicklung neuer Produkte, die den Marktanforderungen gerecht werden. Wir planen, unsere Forschungskapazitäten weiter zu verstärken und engere Partnerschaften mit Universitäten und Forschungsinstituten zu etablieren. Unsere Vision ist es, sowohl in Deutschland als auch international als Vorreiter in der Orthopädietechnik und der Gesundheitsversorgung zu gelten und dabei stets die Bedürfnisse unserer Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.

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