Eine Welt aus Fliesen gelegt

Interview mit Massimo Antonio Orsini, Vorstand der Mutina S.p.a.

2016 gewann Mutina wie schon 2014 den EDIDA Designpreis Wandbekleidung. Preisgekrönt wurde die Fliesenkollektion Numi des Designers Konstantin Grcic, eine Kollektion von matten und glasierten Feinsteinzeugfliesen in sechs Farben und unterschiedlichen rechteckigen Formen mit dreidimensionalen Effekten. Das sind nur zwei von vielen Auszeichnungen für die italienischen Spezialisten.

Außergewöhnliches Design ist das Markenzeichen von Mutina und das Steckenpferd des Inhabers und Vorsitzenden Massimo Antonio Orsini.

Grosse Namen 

Fiorano bei Sassuolo spielt dabei als Zentrum der italienischen Fliesenindustrie eine wichtige Rolle. „Meine Familie hatte dort eine traditionelle Firma, bei der ich nach dem Studium angefangen habe“, sagt der Vorsitzende. „Aber ich wollte etwas Neues schaffen, vor allem im Bereich Design. Darum habe ich das Familienunternehmen verkauft und 2005 die Firma Mutina übernommen. 2008 präsentierten wir unsere erste Kollektion, die wir noch unbekannten Designern entwickelt hatten. Wir suchten auch nach prominenten Namen, aber das war schwierig. Damals interessierten sich Designer nicht für Fliesen. Dann gelang es, zwei berühmte Designer zu gewinnen, Patricia Urquiola und Tokujin Yoshioka. 2010/2011 brachten wir ihre erste Kollektion auf den Markt, Déchirer, ein großer Erfolg.“

Eine eigene Welt 

Heute kreieren berühmte Designer die Fliesenkollektionen von Mutina, darunter Edward Barber, Jay Osgerby, Rodolfo Dordoni, Ronan und Erwan Bouroullec, Yael Mer, Shay Alkalay oder Inga Sempè.

Massimo Antonio Orsini
„Pro Jahr stellen wir 600.000 bis 700.000 m² Fliesen her.“ Massimo Antonio OrsiniVorstand

„Es war sehr wichtig, dass die erste Kollektion erfolgreich war “, betont Massimo Antonio Orsini. „Heute sind es zwanzig und jede ist eine Welt für sich. Wie Déchirer beruhen alle auf der gleichen Philosophie. Sie sind innovativ bei Material, Technik und vor allem beim Design. Zudem sind sie vielseitige Boden- und Wandverkleidungen in vielen Materialien, Farben und Formen von Mosaiken bis zu großen Formaten. Dazu kommen immer Spezialeffekte. Die Kollektion Déchirer beispielsweise hat 100 verschiedene Artikel.“

Weiter fliesen 

Mit 52 Mitarbeitern erzielt Mutina einen Umsatz von 28 Millionen EUR, 70% davon im Ausland. Die Zielgruppen von Mutina sind neben Distributoren vor allem Architekten, die mit Mutina besondere Akzente bei der Inneneinrichtung setzen können.

Mutina Fliesen gibt es heute in Privathäusern, Büros, Hotels oder Museen in ganz Europa und darüber hinaus. Für den Vorsitzenden ist das Erfolgsgeheimnis, dass es Mutina gelingt Geschichten zu erzählen, die Emotionen wecken. Genauso wie sein Lieblingsbuch ‘Der Fänger im Roggen’ von J.D. Salinger, aber auch die Leidenschaft für Fliesen.

„In unserer Industrie sind wir etwas Besonderes, wir sind die einzigen, die auf Designmessen vertreten sind, die wichtigste ist die Möbelmesse in Mailand. In Zukunft wollen wir weiter wachsen und dafür haben wir eine gute Basis. Wir planen beispielsweise eigene Läden in Mailand, London, Paris und New York zu eröffnen. Seit einigen Monaten haben wir einen neuen Geschäftsführer, der starke Impulse geben wird, um dieses Wachstum zu erreichen.“

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