Aircraft Management: Wenn Zeit zum Wettbewerbsvorteil wird
Interview mit Darko Cvijetinovic, Managing Director und Antonia Gilbert, CCO der MJET GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Cvijetinovic, wie hat sich MJET in den letzten Jahren weiterentwickelt?
Darko Cvijetinovic: MJET ist seit 2007 am Markt, ich selbst bin seit 2010 im Unternehmen und seit 2019 Managing Director. In den vergangenen Jahren mussten wir uns in einem sehr dynamischen Umfeld behaupten. Nach der Coronazeit hat sich die Business Aviation zwar rasch erholt, gleichzeitig haben der Wegfall des russischen Marktes und die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine unsere Branche deutlich verändert. Heute arbeiten 25 Mitarbeiter am Standort Wien und wir betreuen 18 Businessjets – das sind vier mehr als noch vor zwei Jahren.
Wirtschaftsforum: Worin besteht das Kerngeschäft von MJET?
Antonia Gilbert: Unser Core Business ist das Aircraft Management. Das muss man erklären, weil viele außerhalb der Branche davon ausgehen, dass einem Flugbetrieb auch die Flugzeuge gehören. Das ist bei vielen Betrieben und so auch bei uns nicht so. Die Maschinen gehören Unternehmen, die damit konkrete Geschäftsanforderungen abdecken. Wir stellen die komplette Infrastruktur bereit: Crew, Flugplanung, Koordination der Wartung, regulatorische Prozesse und den gesamten administrativen Hintergrund. Wir bieten also ein umfassendes 360-Grad-Paket, das die Eigentümerfirmen massiv entlastet.
Wirtschaftsforum: Sie sprechen bewusst von Businessjets und nicht von Privatjets. Warum?
Darko Cvijetinovic: Weil der Begriff Privatjet oft am eigentlichen Nutzen vorbeigeht. In unserem Markt geht es nicht um private Luxusmobilität, sondern um wirtschaftliche Effizienz. Wenn Vorstände oder Unternehmer Strecken zurücklegen müssen, die im Linienverkehr gar nicht oder nur mit großem Zeitverlust möglich wären, dann ist ein Businessjet ein Arbeitsinstrument.
Wirtschaftsforum: Was unterscheidet MJET im Wettbewerb?
Antonia Gilbert: Ein entscheidender Punkt ist Transparenz. In unserem Segment braucht es ein sehr hohes Maß an Vertrauen. Eigentümer wollen genau wissen, wie ihr Flugzeug betrieben wird, wie Kosten entstehen und welche Leistungen konkret erbracht werden. Gleichzeitig verstehen wir uns als Boutique Operator. Wir möchten in einer Größe bleiben, in der persönliche Betreuung wirklich gelebt werden kann. Genau das schätzen unsere Kunden. Sie haben feste Ansprechpartner und erleben keine anonyme Struktur.
Wirtschaftsforum: Wie zeigt sich dieser Boutique-Ansatz im Alltag?
Darko Cvijetinovic: Vor allem durch Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Wir prüfen sehr genau, ob ein Kunde und seine Erwartungen zu unserer Philosophie passen. Es bringt nichts, Dinge zu versprechen, die man später nicht liefern kann. Langfristige Beziehungen entstehen gerade in unserem Geschäft nur dann, wenn man offen kommuniziert und konsistent arbeitet.
Wirtschaftsforum: Worauf wird es für MJET langfristig ankommen?
Darko Cvijetinovic: Auf Haltung. Die Branche bleibt von Unsicherheit geprägt, sei es durch politische Entwicklungen, Kostensteigerungen oder neue regulatorische Anforderungen. Umso wichtiger ist ein klarer Kern. Für uns heißt das: persönliche Betreuung, operative Exzellenz, Transparenz und ein Geschäftsmodell, das echten Nutzen schafft. Ein weiterer zentraler Punkt ist unsere Mitarbeiterführung. Wir legen großen Wert darauf, unsere Mitarbeiter gleichermaßen zu fordern und zu fördern und ihnen ein attraktives, wertschätzendes Arbeitsumfeld zu bieten. Denn motivierte und engagierte Teams sind die Grundlage für exzellente Leistung – und damit letztlich für zufriedene und glückliche Kunden. Wenn wir diese Linie halten, wird MJET auch künftig sehr gut positioniert sein.










