Von Kabel-TV zu Glasfaser: Die Evolution der Telekommunikationsdienste

Interview mit DI Dr. Stefan Gintenreiter, Geschäftsführer der LIWEST Kabelmedien GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Dr. Gintenreiter, können Sie uns zunächst etwas über Ihren Werdegang und Ihre Rolle bei LIWEST erzählen?

Dr. Stefan Gintenreiter: Ich bin seit achteinhalb Jahren Geschäftsführer von LIWEST. Das Unternehmen ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Linz AG, die über 400.000 Kunden in Oberösterreich versorgt. Ursprünglich komme ich nicht aus der Telekommunikation, sondern aus dem Kundenservice der Linz AG. Mein Fokus lag immer auf der Prozessoptimierung und der Digitalisierung, was in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist.

Wirtschaftsforum: Die Medien- und Telekommunikationslandschaft hat sich durch die rasante technologische Entwicklung erheblich gewandelt. Welche spezifischen Veränderungen hat LIWEST in den letzten Jahren durchlebt, um sich an diese neuen Gegebenheiten anzupassen?

Dr. Stefan Gintenreiter: LIWEST hat sich von einem klassischen Kabel-TV-Anbieter zu einem integrierten Dienstleister für Telekommunikationsdienstleistungen entwickelt. Wir bieten heute nicht nur Kabel-TV, sondern auch Glasfaser-Internet und Mobilfunkdienste an. Unsere Transformation begann 2019 mit dem Erwerb von 5G-Lizenzen, und wir haben seither ein eigenes 5G-Netzwerk aufgebaut.

Wirtschaftsforum: Welche Technologien bieten Sie derzeit an?

Dr. Stefan Gintenreiter: Wir nutzen verschiedene Technologien, darunter Glasfasernetze und unser 5G-Standalone-Netzwerk. Diese ermöglichen es uns, Festnetztelefonie, Internet und TV-Services auf IP-Basis anzubieten. Zudem haben wir eine Kooperation mit einem Mobilfunkanbieter, die es uns erlaubt, SIM-Karten und SIM-Only-Verträge anzubieten.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen von einer Transformation. Welche Herausforderungen sehen Sie dabei?

Dr. Stefan Gintenreiter: Eine der größten Herausforderungen ist die Geschwindigkeit des Wandels. Technologische Entwicklungen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, verändern die Anforderungen an die Arbeitskräfte. Viele Berufe, die wir heute kennen, werden sich in den nächsten Jahren wandeln oder sogar verschwinden. Daher ist es entscheidend, dass wir uns auf die neuen Anforderungen vorbereiten und unsere Mitarbeiter entsprechend schulen.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die Kundenbetreuung bei LIWEST aus?

Dr. Stefan Gintenreiter: Wir legen großen Wert auf persönlichen Service. Unsere Techniker unterstützen die Kunden von der Anschlussherstellung bis zur Einrichtung aller Geräte. Wir wissen, dass die Qualität der Kundenberatung entscheidend ist, insbesondere wenn es um die Installation von WLAN-Netzen in den eigenen vier Wänden geht.

Wirtschaftsforum: Wie gehen Sie mit dem Wettbewerb um?

Dr. Stefan Gintenreiter: Der Wettbewerbsdruck in Österreich ist enorm. Wir sehen uns sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkbereich einem massiven Verdrängungswettbewerb gegenüber. Um in diesem Markt erfolgreich zu bleiben, müssen wir strategisch investieren und unsere Dienstleistungen kontinuierlich verbessern.

Wirtschaftsforum: Was sind die nächsten Schritte für LIWEST?

Dr. Stefan Gintenreiter: Wir planen, unser Glasfasernetz weiter auszubauen und gleichzeitig unsere Mobilfunkangebote zu erweitern. Zudem wollen wir KI-Technologien in unseren Kundenservice integrieren, um die Effizienz zu steigern und den Kunden eine noch bessere Betreuung zu bieten.

Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie in die Zukunft?

Dr. Stefan Gintenreiter: Wir sind optimistisch und bereit, die He­rausforderungen des Marktes anzugehen. Die Bereinigung im Telekommunikationssektor könnte uns helfen, unsere Marktposition zu verbessern. Wir glauben, dass wir durch strategische Akquisitionen und Investitionen in neue Technologien wachsen können.

Wirtschaftsforum: Was macht LIWEST besonders?

Dr. Stefan Gintenreiter: Unser Fokus auf Qualität und Kundenservice hebt uns von anderen Anbietern ab. Wir bieten nicht nur Produkte an, sondern kümmern uns auch um die individuelle Betreuung unserer Kunden. Das Vertrauen, das uns unsere Kunden entgegenbringen, ist für uns von größter Bedeutung.

Wirtschaftsforum: Abschließend, was möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Stefan Gintenreiter: Die Telekommunikationsbranche wird sich weiterhin schnell entwickeln, und wir bei LIWEST sind bereit, diese Veränderungen aktiv zu gestalten. Wir laden alle ein, Teil dieser spannenden Reise zu sein und die Vorteile unserer Dienstleistungen zu entdecken.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Gebäudereinigung im Wandel

Interview mit Thomas Zenz, Geschäftsführer und Benjamin Oepke, Geschäftsführer der Stuttgarter Gebäudereinigung Venter GmbH & Co.KG

Gebäudereinigung im Wandel

Thomas Zenz und Benjamin Oepke treten im Sommer 2026 die Nachfolge in der Geschäftsführung der Stuttgarter Gebäudereinigung Venter GmbH & Co. KG an – in einer Zeit, in der auch…

Der innovative Logistikdienstleister für die Baumarktversorgung der Schweizer LANDI Läden

Interview mit Daniel Thomann, Geschäftsführer der LahrLogistics GmbH

Der innovative Logistikdienstleister für die Baumarktversorgung der Schweizer LANDI Läden

Zunehmende Warenströme, wachsende Anforderungen an Lieferketten und der Ruf nach mehr Effizienz verändern die Logistikbranche rasant. Die LahrLogistics GmbH hat diesen Wandel früh erkannt und sich in nur zehn Jahren…

„Qualität ist nicht  verhandelbar“

Interview mit Fausto Valente, General Manager und Guido Rimini, Export Manager der IRS Industrie Riunite Spalmati s.r.l.

„Qualität ist nicht verhandelbar“

Die Einsatzmöglichkeiten für Kunstleder und beschichtete Materialien haben sich deutlich erweitert. Neben Mode, Schuhen und Lederwaren gewinnen Möbel, Nautik, Automotive, Medizin und technische Anwendungen an Bedeutung. Gefragt sind Materialien, die…

Spannendes aus der Region Linz

Von der Garage zum Weltmarktführer

Interview mit Florian Barbaric, Geschäftsführer der Barbaric GmbH

Von der Garage zum Weltmarktführer

Was 1995 in einer Garage in Oberösterreich begann, ist heute ein international erfolgreiches Unternehmen mit 125 Mitarbeitern und einem Umsatz von 24,3 Millionen EUR. Die Barbaric GmbH hat sich vom…

Fenster und Haustüren: Topqualität von Europas Fenstermarke Nummer 1

Interview mit Johann Brandstetter, Geschäftsführer der Internorm International GmbH

Fenster und Haustüren: Topqualität von Europas Fenstermarke Nummer 1

Ganz gleich, ob Haus oder Wohnung: Fenster und Haustüren sind unverzichtbar und spielen eine zentrale Rolle. Dabei kommt es stets auf das gelungene Zusammenspiel von Funktion und Ästhetik an. So…

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Interview mit Mag. (FH) Thomas Marks, Geschäftsführer der ASZ- Das arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Zentrum in Linz GmbH

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Das österreichische Arbeitsrecht legt großen Wert auf den Schutz der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und schreibt vor, dass jedes Unternehmen gesetzliche Präventivstunden bereitstellen muss. Das Arbeitnehmerinnenschutzgesetz von 1990 bildet die Grundlage…

Das könnte Sie auch interessieren

Digitales Rückgrat des ­Autohandels

Interview mit Wolfgang Frank Pelousek, Geschäftsführer der VAPS GmbH

Digitales Rückgrat des ­Autohandels

Die VAPS GmbH in Isernhagen bei Hannover sorgt dafür, dass Autohäuser digital handlungsfähig bleiben – von der ‘Nabelschnur’ zum Hersteller bis zu Cloud-Services. In einem Markt mit sinkenden Margen werden…

Anders denken und überzeugen

Interview mit Anke Tennigkeit, Vorstand der innovIT AG

Anders denken und überzeugen

Die Bedeutung von Rechenzen­tren wächst kontinuierlich, da sie die Grundlage für digitale Infrastrukturen und datengetriebene Anwendungen bilden. Besonders modulare Rechenzentren, die eine flexible, skalierbare und schnelle Bereitstellung von IT-Kapazitäten ermöglichen,…

Kommunale Stärke im Glasfaserausbau – ein Modell für die Zukunft

Interview mit Simone Roth, Geschäftsführerin der Breitband Main-Kinzig GmbH und Jannik Marquart, Aufsichtsratsvorsitzender der Breitband Main-Kinzig GmbH

Kommunale Stärke im Glasfaserausbau – ein Modell für die Zukunft

Der Main-Kinzig-Kreis zählt heute zu den bestversorgten Regionen Deutschlands – dank eines kommunalen Glasfaserprojekts, das früh begonnen hat und bis heute konsequent weitergeführt wird. Die Breitband Main-Kinzig GmbH investiert seit…

TOP