Wie die Gesundheitsversorgung aussehen kann

Interview mit Prof. Dr. Christian Schmidt, CEO der LifeLink Medical GmbH

Wirtschaftsforum: Prof. Dr. Schmidt, Sie sind seit etwa acht Monaten bei der LifeLink Medical GmbH. Was hat Sie dazu bewegt, diesen Schritt zu gehen?

Prof. Dr. Christian Schmidt: Meine Motivation war es, neue Versorgungsmodelle zu entwickeln, insbesondere im Bereich der ambulanten Versorgung. Gerade in ländlichen Regionen besteht hier großer Bedarf. Bei LifeLink Medical haben wir die Möglichkeit, innovative Lösungen für Patienten zu schaffen und Versorgungsengpässe zu überbrücken.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet die LifeLink Medical GmbH aus und welche Ziele verfolgt das Unternehmen?

Prof. Dr. Christian Schmidt: LifeLink Medical hat es sich zur Aufgabe gemacht, Diagnostics as a Service anzubieten. Das bedeutet, wir bündeln verschiedenste Fachbereiche wie Radiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Pathologie, inklusive hoch spezialisierter Bereiche wie Molekularpathologie und Speziallabore. Dabei setzen wir auf modernste Technologien wie das Next-Generation-Sequencing. Unser Ziel ist es, die Diagnostik auf höchstem Niveau anzubieten und so die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.

Wirtschaftsforum: Wie ist die Entwicklung von LifeLink Medical verlaufen?

Prof. Dr. Christian Schmidt: Das Unternehmen wurde vor etwa eineinhalb Jahren gegründet. Zunächst haben wir uns auf Röntgenpraxen fokussiert, sind dann aber schnell auch in die Bereiche Strahlentherapie und Nuklearmedizin vorgedrungen. Heute sind wir Marktführer im Aachener Land und in Aachen. Seit Anfang dieses Jahres haben wir unsere Strategie weiter verfeinert und bieten nun umfassende Diagnostikleistungen an, die nicht nur die Radiologie, sondern auch Bereiche wie Pathologie und Kardiologie umfassen.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet LifeLink Medical von anderen Anbietern im Gesundheitswesen?

Prof. Dr. Christian Schmidt: Wir verfolgen einen langfristigen, skalierbaren Ansatz, der uns von vielen Wettbewerbern abhebt. Unsere DNA besteht darin, nachhaltige, regionale Versorgungsmodelle zu entwickeln, die insbesondere auch in ländlichen Regionen funktionieren. Zudem arbeiten bei uns Menschen, die verschiedenste Erfahrungen, beispielsweise auch aus dem Krankenhaus-Management haben und somit den nötigen Kompetenzmix mitbringen. Diese Expertise fließt in die Gestaltung unserer Versorgungsprozesse ein.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die aktuelle Struktur von LifeLink Medical aus?

Prof. Dr. Christian Schmidt: Wir haben derzeit über 1.000 Mitarbeiter und sind in verschiedenen Regionen Deutschlands vertreten, zum Beispiel in Ostwestfalen und Bielefeld, wo wir ebenfalls Marktführer sind. Aktuell bauen wir zudem ein großes Cluster am Niederrhein auf und haben Standorte von Aschaffenburg bis Darmstadt sowie in München in Planung. Unsere Fachgebiete umfassen Strahlentherapie, Radiologie, Nuklearmedizin und Pathologie. Wir setzen bewusst auf Praxen mit einem hohen Spezialisierungsgrad und akademischem Spirit, was uns ermöglicht, bundesweit anerkanntes Fachwissen anzubieten.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Interdisziplinarität bei LifeLink Medical?

Prof. Dr. Christian Schmidt: Interdisziplinäres Arbeiten ist für uns ein zentraler Aspekt. Fälle werden über mehrere Fachdisziplinen hinweg besprochen, was eine bessere Diagnostik und Therapie ermöglicht. Eine Herausforderung besteht darin, diese Zusammenarbeit regional abzubilden und zu steuern. Hier setzen wir auf ein gemeinsames Softwaresystem, das die Kommunikation und den Austausch zwischen den Fachgebieten erleichtert und dem Patienten so einen hohen Behandlungskomfort bietet.

Wirtschaftsforum: Welche Philosophie verfolgt LifeLink Medical in Bezug auf Innovation und Digitalisierung?

Prof. Dr. Christian Schmidt: Wir glauben fest an die Kraft der Digitalisierung und Innovation. Ein Beispiel ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in unseren Praxen. Unsere Praxissoftware arbeitet mit einem KI-unterstützten Callcenter-System, das uns bei der Planung und Datenabfrage hilft. Auch in der Bildbefundung, zum Beispiel im Cardio-CT, setzen wir auf KI, um die Diagnostik weiter zu verbessern.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre langfristigen Ziele für LifeLink Medical?

Prof. Dr. Christian Schmidt: Wir wollen organisch wachsen, regionale Vollversorgungsmodelle aufbauen und die Digitalisierung weiter vorantreiben. Unser Ziel ist es, die Versorgungskette für den Patienten zu erweitern und nach der Diagnostik auch die Therapie und Nachsorge anzubieten. Das kann sich schließlich bis in den Bereich Homecare erstrecken. Dabei bleibt unser Fokus stets auf der regionalen Versorgung, die durch digitale Lösungen unterstützt, aber immer nah am Patienten ist. Wir möchten zudem unser eigenes Personal ausbilden, vor allem in den spezialisierten Subdisziplinen, um langfristig eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen.

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