Vertrauen schaffen im Hoch- und Tiefbau

Interview mit Felix Klingsbigl, Geschäftsführer der Klingsbigl GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Klingsbigl, seit vielen Jahren steht Ihr Unternehmen für vertrauensvolles Bauen – in welchen Segmenten engagieren Sie sich dabei genau? 

Felix Klingsbigl: Unser Schwerpunkt liegt derzeit auf dem Industrie- und Tiefbau, wo nicht nur hohe technische, sondern auch komplexe organisatorische Herausforderungen zu bewältigen sind – etwa bei Arbeiten im laufenden Betrieb unter hohen Sicherheitsauflagen und in engen Zeitfenstern. Unsere gewachsene Stärke liegt insbesondere darin, solche Bauvorhaben zuverlässig, schnell und mit hoher Eigenleistung abzuschließen. Dazu haben wir auch unseren Standort in Darmstadt strategisch gewählt, um im Zuge unserer bestehenden Rahmenverträge mit kurzen Reaktionszeiten eingreifen zu können, wenn einmal ungeplante Maßnahmen durchgeführt oder Störungen behoben werden müssen, was für die Zusammenarbeit mit unseren Industriekunden natürlich entscheidend ist. 

Wirtschaftsforum: Traditionell hat sich Klingsbigl auch im Hochbau engagiert. 

Felix Klingsbigl: Wir wollen uns unsere Kompetenz im Bau von Ein-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern unbedingt erhalten und werden in diesem Markt auch in Zukunft wieder auftreten, sobald die gesamtwirtschaftlichen Verhältnisse das zulassen. Als sich die rückläufige Entwicklung im Wohnungsbau abzuzeichnen begann, haben wir jedoch konsequent unser Engagement im Industrie- und Tiefbau verstärkt. Ich glaube, dass wir uns gerade durch diese Flexibilität von vielen anderen Marktteilnehmern unterscheiden – und genau darin liegt auch eine wichtige Grundlage für unsere Resilienz als Unternehmen. Die bestehenden Rahmenverträge mit unseren Industriekunden geben uns gleichzeitig in gesamtwirtschaftlich unübersichtlichen Zeiten Planungssicherheit – das schafft Verlässlichkeit für unsere Kunden wie für unsere Mitarbeiter und lässt auch mich als Geschäftsführer nachts ruhig schlafen. 

Wirtschaftsforum: Sie haben das Unternehmen im letzten Jahr von Ihrem Vater übernommen – was hat Sie zu diesem Schritt bewogen? 

Felix Klingsbigl: Ich bin natürlich mit unserem Familienunternehmen aufgewachsen, habe dann jedoch keine Handwerksausbildung absolviert, sondern ein Studium abgeschlossen. Gleichzeitig habe ich verschiedene Abteilungen in unserem Unternehmen durchlaufen, um es wirklich im Detail kennenzulernen. Mich treibt an, diese Erfolgsgeschichte nun fortführen zu können – und Verantwortung zu übernehmen: für unsere Projekte wie für unsere Mitarbeiter. 

Wirtschaftsforum: Welche Vision verfolgen Sie dabei für die nächsten Jahre? 

Felix Klingsbigl: In der Zukunft wird es uns weniger um schnelles Wachstum, sondern vielmehr um Stabilität und eine konsequente Weiterentwicklung des Unternehmens gehen. Wir wollen unsere Organisation weiter stärken, unsere Prozesse weiter verbessern und unsere Position im Indus­trie- und Tiefbau weiter ausbauen, insbesondere bei anspruchsvollen Projekten. 

Wirtschaftsforum: Worin liegen dabei die zentralen Herausforderungen für Klingsbigl? 

Felix Klingsbigl: Auch in unserem Unternehmen vollzieht sich ein Generationenwechsel. Viele unserer erfahrenen Poliere und Vorarbeiter werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Deshalb stehen wir nun vor der Aufgabe, die Erfahrung, die uns damit verloren gehen wird, frühzeitig mit jungen Menschen nachzubesetzen, die sich für das Handwerk begeistern. 

Wirtschaftsforum: Wie möchten Sie das Handwerk in Zeiten des Fachkräftemangels attraktiv machen? 

Felix Klingsbigl: Per se ist das Handwerk doch attraktiv: Damit ist Deutschland schließlich groß geworden, unsere Elterngeneration ist damit aufgewachsen, und für viele Menschen ist es weiterhin etwas sehr Schönes, kompetent mit einem Baustoff umgehen zu können. Gleichzeitig bietet das Handwerk exzellente Entwicklungsmöglichkeiten: Ein guter Polier oder Facharbeiter, der sich im Detail in seine Materie eingearbeitet hat und bereit ist, Führungsverantwortung zu übernehmen, hat hervorragende Zukunftschancen – und wird auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht. Genau diese Haltung möchten wir auch als Unternehmen noch stärker in die Öffentlichkeit tragen – etwa durch unsere Auftritte in den sozialen Netzwerken. 

Wirtschaftsforum: Worin sehen Sie für die Zukunft die zentralen Erfolgsgrundlagen für Klingsbigl? 

Felix Klingsbigl: Zuverlässigkeit ist für uns der wichtigste Wert überhaupt – denn in der Baubranche ist Vertrauen alles, bei der Termintreue wie bei der Qualität der ausgeführten Arbeiten. Dank unserer perfekt eingespielten Teams können wir diesen Anspruch so auch im Tagesgeschäft mit Leben füllen: Jeder unserer Mitarbeiter weiß, welchen Beitrag er zum Erfolg unseres Unternehmens leistet – und wird dafür auch entsprechend honoriert. Trotz der derzeit schwierigen Marktumstände blicken wir daher positiv in die Zukunft – und wollen weiterhin Vertrauen schaffen. 

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