Fördertechniklösungen vom Spezialisten

Interview mit Ing. Peter Klatt, Geschäftsführer der KLATT FÖRDERTECHNIK GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Klatt, Sie haben KLATT FÖRDERTECHNIK 1999 gegründet. Seitdem ist das Unternehmen ein erfolgreicher Player in seiner Branche. Was sind aktuell wichtige Bereiche, für die Sie Lösungen entwickeln?

Peter Klatt: Weil wir ausschließlich für Industriekunden arbeiten, dreht sich bei uns alles um Industrieanlagen im weitesten Sinne, also Lagersysteme, vorgelagerte Fördersysteme für Lager, verbindende Fördertechnik zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen, Krankenhaus- und Container-Förderanlagen – letzterer Bereich boomt im Moment, weil die Krankenhäuser zu wenig Personal haben und vieles automatisiert wird, etwa der Transport von Wäsche oder Essen mittels Containern auf Fördersystemen. Außerdem bieten wir Lösungen für den Altkartonagentransport beispielsweise in Paketzentren oder in der Lebensmittelbranche, wo gebrauchte Verpackungen zur Papierpresse befördert werden. Auch dieses Segment entwickelt sich derzeit sehr gut, hier haben wir weltweit Aufträge.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen derzeit am Markt?

Peter Klatt: Wir sind bekannt für Speziallösungen. ‘Von der Stange’ gibt es bei uns nur sehr wenig. Wir haben einen Baukasten mit etlichen Komponenten, der entsprechend den Anforderungen unserer Kunden angepasst werden kann. Deshalb sind wir sehr flexibel, und das ist auch unsere Stärke. Im Bereich Speziallösungen sind wir Marktführer.

Wirtschaftsforum: Weshalb kommen die Kunden zu Ihnen, was zeichnet KLATT FÖRDERTECHNIK aus?

Peter Klatt: Wir haben einen guten Ruf. Unsere Branche ist überschaubar, man kennt einander. Unsere Kunden sind in der Regel keine Endkunden, sondern Integratoren, die komplette Anlagen schlüsselfertig an den Endkunden verkaufen und unsere Förderlösungen in die Anlagen integrieren. Unsere Lösungen sind daher für die jeweilige Anlage maßgeschneidert, eben Speziallösungen. Dass wir das leisten können, ist im Markt ein ganz klares Alleinstellungsmerkmal, damit heben wir uns ab und dafür sind wir bekannt.

Wirtschaftsforum: Wie energieeffizient sind Ihre Förderlösungen und wie nachhaltig agieren Sie selbst als Unternehmen?

Peter Klatt: Geringer Stromverbrauch ist heute sehr wichtig; die Kunden fragen gezielt danach. Tatsächlich sind mit durchdachten Antrieben um die 30% Strom-ersparnis möglich, etwa wenn statt eines Schneckenradgetriebe-Motors ein Kegelradgetriebe-Motor eingesetzt wird. Ersterer hat einen Wirkungsgrad von 70%, Letzterer einen Wirkungsgrad von 95%. Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet Stromersparnis. Wir haben Palettenförderer mit Zahnriemenantrieb, die einen viel höheren Wirkungsgrad als Rollenkettenantriebe haben. Gut 40% Energie lassen sich so einsparen. Zahnriemenantriebe sind darüber hinaus wartungsarm. Wir sind derzeit die Einzigen, die Fördersysteme mit Zahnriemenantrieb bieten. Diese Systeme sind in der Anschaffung etwas teurer als solche mit anderen Antrieben, rentieren sich durch die Einsparung von Energie und Wartungskosten allerdings schnell. Auch wir als Unternehmen handeln im Sinne der Nachhaltigkeit: Ab Februar werden wir klimaneutral sein. Wir haben von Gas auf Wärmepumpen umgestellt, haben eine PV-Anlage mit 350 kW Leistung installiert und nutzen außer einem einzigen Diesel nur Elektrofahrzeuge.

Wirtschaftsforum: Welche Projekte haben Sie für 2023 in der Pipeline?

Peter Klatt: Zurzeit entwickeln wir das weltweit erste System für eine automatisierte Handgepäckskontrolle am Flughafen. Erste Gespräche mit Flughäfen verliefen erfolgreich – das Interesse ist groß, denn es können bis zu 40% Personal eingespart und lange Warteschlangen vermieden werden. Das ist ein außerordentlich wichtiges Projekt für uns, dessen wichtigste Funktionen bereits patentiert und damit geschützt sind.

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