Lichtwellenleiter – die Adern der Zukunft

Interview mit Sascha Abendroth, Geschäftsführer der Kabelwerk Rhenania GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Abendroth, beschreiben Sie uns doch bitte das Portfolio der Kabelwerk Rhenania GmbH.

Sascha Abendroth: Unsere wichtigsten Produkte sind Lichtwellenleiterkabel für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Dazu gehören Mini- und Mikrokabel für FTTX-Anwendungen mit aktuell bis zu 576 Lichtwellenleitern. Für die Zukunft von besonderer Bedeutung sind noch höherfaserige Lösungen, unter anderem für Anwendungen in Rechenzentren. Ergänzt werden sollen diese Artikel durch ausgewählte Systemlösungsprodukte.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet die Kabelwerk Rhenania GmbH besonders aus? Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?

Sascha Abendroth: Hier möchte ich unser Qualitätsbewusstsein hervorheben. Unsere Produkte werden allesamt in Deutschland gefertigt. Unser hoher Qualitätsanspruch spiegelt sich in der Zertifizierung nach DIN ISO 9001 wider. Weiterhin zeichnet uns unsere Flexibilität, Schnelligkeit und unser rheinischer Frohsinn aus. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Diese gewährleisten wir unter anderem durch die Zertifizierung nach DIN ISO 45001 und die konsequente Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen zum Arbeitsschutz. Ein wichtiges Element unserer Unternehmenskultur ist die soziale Verantwortung. Wir stehen für ein offenes und faires Miteinander von Kollegen, Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten sowie unserer Nachbarschaft. Da wir ausschließlich in Deutschland produzieren, sichern wir Arbeitsplätze in unserer Heimat. Über sämtlichen Aktivitäten steht die Erkenntnis, dass wir unsere Unternehmensziele nur gemeinsam erfolgreich erreichen können.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?

Sascha Abendroth: Eine sehr große. Soweit möglich, beziehen wir unsere Rohstoffe von deutschen bzw. europäischen Lieferanten. Wir übernehmen Verantwortung in unserem sozialen und ökologischen Umfeld und motivieren auch unsere Mitarbeiter zu umweltbewusstem Handeln. Dabei unterstützt uns die DIN ISO 14001 beim Umsetzen der umweltrelevanten Prozesse. Darüber hinaus reduzieren wir durch optimierte Abläufe prozessbedingte Abfälle, entsorgen sie umweltschonend und nutzen die Möglichkeiten des Recyclings.

Wirtschaftsforum: In diesem Jahr feiern Sie das 100-jährige Jubiläum der Kabelwerk Rhenania GmbH. Nennen Sie uns doch bitte einige Meilensteine der Firmengeschichte.

Sascha Abendroth: Als Tochterfirma der belgischen Kabelwerk Eupen AG wurde die Kabelwerk Rhenania GmbH am 12. September 1921 ins Handelsregister zu Aachen eingetragen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kabelproduktion 1948 wieder aufgenommen, zwei Jahre später erfolgte die Umstellung der bisherigen Gummiisolation auf Kunststoffisolation. Weitere wichtige Schritte waren 1995 die Spezialisierung auf Lichtwellenleiterkabel und 2002 die Positionierung von Rhenania als Logistikcenter sowie Vertriebsstandort für Kupferkabel der Kabelwerk Eupen AG in Deutschland. Zwischen 2013 und 2015 haben wir unsere Fertigung grundlegend modernisiert und im Rahmen der Breitbandoffensive in Deutschland erheblich erweitert.

Wirtschaftsforum: Hinter jedem erfolgreichen Unternehmen stecken erfolgreiche Menschen. Welche Menschen sind es bei der Kabelwerk Rhenania GmbH?

Sascha Abendroth: Es waren zunächst die ersten Geschäftsführer Carl und August Bourseaux. Ihnen folgten Ernst, Karl-August und Axel Bourseaux sowie 2001 mein Vorgänger Hans-Jürgen Knauf. Heute hat die technische Führung bei der Rhenania Wilfried Böhle, die Produktionsleitung hat Uwe Kohnen, die Vertriebsleitung Industrie und Prokura Ralf Bechhold. Verantwortlich für die Vertriebsleitung Handel ist Frédéric Hönders und die Logistik verantwortet Rolf Uerlings. Doch wirklich erfolgreich sind wir nur gemeinsam und dazu zählt jeder einzelne Mitarbeiter der Kabelwerk Rhenania GmbH.

Wirtschaftsforum: Wie setzen Sie die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen um.

Sascha Abendroth: Wir erfassen und werten verstärkt Daten zur Optimierung von Prozessen aus. Unser Marketing gestalten wir zunehmend digital, zum Beispiel mittels Social Media-Kanälen wie LinkedIn und Xing. Außerdem führen wir ein neues ERP-System zur Einbindung in digitale Verkaufsprozesse ein. Für unsere Mitarbeiter haben wir ein App-gesteuertes Zeiterfassungssystem implementiert und unsere neue Internetseite ist innovativ und suchmaschinenoptimiert.

Wirtschaftsforum: Und wo sehen Sie die Kabelwerk Rhenania GmbH in den kommenden Jahren?

Sascha Abendroth: Unsere Vision ist es, dass die Kabelwerk Rhenania GmbH einer der führenden Anbieter für Lichtwellenleiterkabel wird und durch Innovationskraft den technischen Wandel mit beeinflussen kann. Des Weiteren sind wir uns als mittelständiges Unternehmen unserer Verantwortung für kommende Generationen bewusst und richten unser Handeln nachhaltig sowie umweltschonend aus.

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