Wenn die Klingel mitdenkt
Interview mit Tim Schotte, Vertriebsleiter der Intratone GmbH

Die Geschichte hinter Intratone beginnt vor 25 Jahren in Frankreich, wo das Unternehmen heute Marktführer in seinem Bereich ist. Dort entwickelte die Muttergesellschaft Cogelec Lösungen für elektronischen Gebäudezutritt und später mobilfunkbasierte Video-Gegensprechanlagen. 2018 folgte die internationale Expansion mit Niederlassungen unter anderem in Düsseldorf, Amsterdam und London. In Deutschland musste sich das Konzept zunächst gegen etablierte Gewohnheiten durchsetzen. „Wir leisten Pionierarbeit, weil man es so noch nicht kennt“, sagt Tim Schotte. Der zentrale Unterschied liegt in der Mobilfunkanbindung: Eine integrierte SIM-Karte verbindet die Anlage mit der digitalen Verwaltungswebsite. Dadurch lassen sich beispielsweise Klingelschilder ändern oder Zutrittsberechtigungen vergeben, ohne dass jemand zum Gebäude fahren muss.
Auch zeitlich begrenzte Codes für Handwerker oder andere Dienstleister sind möglich. Bewohner können Transponder nutzen oder Anrufe von der Haustür auf dem Festnetz beziehungsweise Smartphone empfangen. Für Hausverwaltungen soll das vor allem Prozesse vereinfachen. Zieht ein Bewohner aus, kann der Name auf einem digitalen Klingelschild vom Schreibtisch aus geändert werden. „Eine Klingel ist auf einmal clever“, bringt Tim Schotte den Ansatz auf den Punkt. Ein zusätzliches Device, ein digitales ‘Schwarzes Brett’, bietet eine moderne Lösung für die Digitalisierung der Kommunikation im Haus, bei der Aushänge direkt aus dem Büro auf das digitale Brett im Hausflur hochgeladen werden können.
Weniger Aufwand bei der Installation
Weil die Anlage mit der Gegensprechanlage, einer Zentraleinheit und dem Mobilfunkmodul nur aus drei Komponenten besteht und das Haustelefon oder das Handy als Innenstation fungiert, müssen keine Kabel in einzelne Wohnungen verlegt werden – das spart Zeit, Aufwand und Nerven. Gerade bei größeren Mehrfamilienhäusern kann das viel Zeit sparen und die Arbeiten besser planbar machen. Die Lösungen werden über Elektrofachhandel und Elektrogroßhandel vertrieben und von Fachbetrieben installiert. Gleichzeitig setzt Intratone bewusst auf direkten Austausch mit den späteren Anwendern. Das Düsseldorfer Team spricht neben Installateuren gezielt Hausverwaltungen, Genossenschaften und Wohnungsunternehmen an und begleitet Projekte von der Planung bis zur Inbetriebnahme. „Wir glauben ganz stark an den persönlichen Kontakt“, sagt Tim Schotte. Gerade bei einer Technologie, die gewohnte Abläufe verändert, sei Erklärung entscheidend. Nach einem zunächst langsamen Markteintritt hat das Geschäft nach Aussage von Tim Schotte deutlich an Dynamik gewonnen. Das deutsche Team umfasst 21 Mitarbeitende; rund 30.000 Wohnungen seien inzwischen mit Intratone-Lösungen ausgestattet. Langfristig soll sich die Marke in Deutschland als etablierter Anbieter von Sprechanlagen positionieren. Das Potenzial sieht Tim Schotte vor allem im Mehrfamilienhaus – und darin, dass Menschen heute wesentlich mobiler sind: „Da muss auch die Klingel mithalten können.“








