Nachvornedenker für den deutschen Mittelstand

Interview

Die Idee wurde bereits im Jahr 2000 geboren: Eine Agentur zu gründen, die unterschiedliche Köpfe aus Werbeagenturen und der Industrie zusammenbringt, um sich an bestimmten Kommunikationsthemen und Aufgaben zu reiben. Daher der Name Hundert Grad, denn durch Reibung entsteht Wärme.

Heute beschäftigt die Agentur, die Mitglied im GWA ist, 26 Festangestellte und konnte 2013 einen Honorarumsatz von 2,7 Millionen EUR erzielen. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Finanzdienstleistung, Automotive, IT, Technologie, Lifestyle und Pharma.

Dem Mittelstand verpflichtet

Als inhabergeführtes Unternehmen fühlt sich Hundert Grad selbst dem deutschen Mittelstand verbunden und verpflichtet. Seit 2005 betreut die Agentur die DZ BANK, die Mutter der mehr als 1.000 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland, also der Banken des Mittelstandes.

„Als Agentur stehen wir für pragmatische und bodenständige Prozesse – unser Beef – und für menschliche Werte, Fairness, Partnerschaft und Leidenschaft – unser Spirit“, betont der Geschäftsführer, der mit Leib und Seele Unternehmer ist. Und: „Gerade in Zeiten von Big Data glaube ich mehr denn je an die Kraft der Marke und an die Macht der Idee!“

Jochen Klein geschäftsführender Gesellschafter
„Gerade in schnelllebigen Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung...Resilienz und Veränderungswille sind meines Erachtens zwei wesentliche Erfolgsfaktoren.“ Jochen Kleingeschäftsführender Gesellschafter

Beispielsweise an das von ihm mitentwickelte Konzept „Nachvorndenker“. Unter diesem Label möchten Jochen Klein und die beiden anderen Agentur-Inhaber den deutschen Mittelstand noch fitter für die Zukunft machen. Sie bauen dabei mit anderen Dienstleistern und Experten auf die drei Beratungssäulen Strategie, Innovation und Kultur.

„Das Versprechen von Nachvorndenker lautet „Strategische Zukunftsgestaltung für den deutschen Mittelstand“, erläutert Jochen Klein seinen Ansatz. Denn der deutsche Mittelstand bewegt sich laut Klein „zwischen analog und digital und muss sich vor dem Hintergrund von Nachfolgeregelungen, demografischen Trends und Innovationsmanagement zunehmend mit seiner Zukunftsfitness beschäftigen.“

Gemeinsam nach vorne denken

Weitere Erfolgsfaktoren der eigenen Agentur stellen aus Sicht von Jochen Klein die Beständigkeit und das Durchhaltevermögen von Hundert Grad Kommunikation dar. Dazu eine familiär geführte Unternehmenskultur, die gute Leute bindet – im Schnitt fünf bis sechs Jahre, eine Ewigkeit in einer ansonsten von Job-Hopping geprägten Branche.

„Wir bieten unseren Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld und eine Kultur, wo wir weniger an Druck glauben und mehr daran, sich wohlzufühlen und individuell entfalten zu können.“ Das zeigt Wirkung, denn der vielzitierte Fachkräftemangel ist für den Geschäftsführer noch kein Thema, zumindest nicht im klassischen Agenturgeschäft. Allerdings habe sich im Bereich Social Media ein erhöhter Bedarf an Spezialisten entwickelt, so zum Beispiel im Bereich Community Management, Online- Redaktion und Ähnliches.

„Ein harter Kampf um Kunden, weniger Geld für mehr Leistung in weniger Zeit und eine grundlegende Werteverschiebung“ prägen laut dem Kreativ Direktor die Herausforderungen der Kommunikationsbranche und ihre Entwicklung. Dennoch sieht er gute Chancen für Hundert Grad Kommunikation. Geplant ist die Gewinnung von fünf neuen Kunden in den nächsten Jahren. „Wir stehen sehr gut da, wollen wieder wachsen“, so Jochen Klein. Über allem steht die Vision, sich zu einer der führenden Kommunikationsagenturen im Rhein-Main-Gebiet zu entwickeln. Und die Liebe zu dem, was er tut.

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