Veganer Genuss für Vierbeiner

Interview mit Jürgen de Vries, Geschäftsführer der Green Plant Petfood GmbH

Wirtschaftsforum: Herr de Vries, Sie sind Geschäftsführer bei Green Plant Petfood. Erzählen Sie uns, wie das Unternehmen entstand und was die Hauptidee hinter Ihrer Produktentwicklung ist.

Jürgen de Vries: Vor über drei Jahren hatten wir die Idee, uns mit der Herstellung von veganem Hundefutter zu beschäftigen. Wir sind bereits in der Heimtierbranche mit Landguth Heimtiernahrung aktiv und beobachteten verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen wie den Klimaschutz und das Tierwohl. Diese Überlegungen führten uns zu der Frage, was wir als Hersteller dazu beitragen können. Inspiriert von Unternehmen wie der Rügenwalder Mühle, die sich von einem Fleisch- zu einem veganen und vegetarischen Produzenten transformiert haben, entwickelten wir gesunde und nachhaltige Futter-alternativen für Hunde.
 

Wirtschaftsforum: Welche Schritte haben Sie unternommen, um Ihre Produkte marktreif zu machen?

Jürgen de Vries: Zunächst stellten wir sicher, dass unsere Produkte ernährungsphysiologisch hochwertig und gut für die Hunde sind. Wir führten interne und externe Tests durch, um die Verträglichkeit zu überprüfen. Eine besondere Herausforderung war, das Vorurteil zu überwinden, Hunde müssten Fleisch fressen. Unsere Forschung zeigte jedoch, dass Hunde sich an eine pflanzliche Ernährung anpassen können.

Wir haben wissenschaftliche Studien aus den USA gesichtet, die nahelegen, dass vegane Ernährung für Hunde gesünder sein kann als die Fütterung mit Fleisch. Dies half uns, die anfänglichen Bedenken zu überwinden und die Produktentwicklung voranzutreiben.

Wirtschaftsforum: Wie positionieren Sie sich am Markt, und welche Vertriebskanäle nutzen Sie?

Jürgen de Vries: Wir haben Green Plant Petfood als eigene GmbH gegründet, um uns voll auf diese Idee zu konzentrieren. Unsere Produkte sind sowohl online als auch stationär bei Händlern wie DM, Rossmann, Edeka und Rewe erhältlich. Wir haben auch einen eigenen Onlineshop aufgebaut, der sehr gut funktioniert. Trotz der Herausforderungen bei der Markteinführung, insbesondere im Nischenmarkt, sehen wir eine positive Entwicklung. Der vegane Hundefuttermarkt ist noch relativ neu und wenig bearbeitet, was uns Chancen bietet, uns zu etablieren.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die aktuelle Struktur Ihres Unternehmens aus?

Jürgen de Vries: Die Marke Vutter! gehört zur Green Plant Petfood GmbH, die wiederum eine 100%ige Tochter der Landguth Heimtiernahrung GmbH ist. Bei Green Plant Petfood beschäftigen wir derzeit acht Mitarbeiter, die sich um Entwicklung, Marketing und Kundenbetreuung kümmern. Die Muttergesellschaft Landguth Heimtiernahrung hat knapp 1.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 400 Millionen EUR.

Wirtschaftsforum: Nachhaltigkeit ist sicherlich ein großes Thema in Ihrem Segment. Wie kommt das in Ihrer Unternehmensstrategie zum Tragen?

Jürgen de Vries: Ja, das ist ein zentraler Aspekt unserer Unternehmensphilosophie. Vegane Hundenahrung hat eine bessere CO2-Bilanz im Vergleich zu herkömmlicher tierischer Ernährung. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Produkte ethisch und ökologisch vertretbar sind. Das betrifft sowohl die Rohstoffe als auch die gesamte Lieferkette, die künftig von SGS Fresenius zertifiziert wird. Darüber hinaus verwenden wir innovative Produktionsmethoden, um die Umweltbelastung weiter zu minimieren.

Wirtschaftsforum: Welche besonderen Herausforderungen mussten Sie bisher meistern?

Jürgen de Vries: Eine der größten Herausforderungen war es, die Vorurteile gegenüber veganer Hundenahrung zu überwinden. Viele Hundebesitzer sind skeptisch, ob eine fleischlose Ernährung für ihre Tiere geeignet ist. Hier leisten wir viel Aufklärungsarbeit und setzen auf transparente Kommunikation. Auch die Markteinführung neuer Produkte in einem traditionellen Marktsegment ist nicht einfach. Es erfordert Geduld und eine durchdachte Marketingstrategie.

Wirtschaftsforum: Was treibt Sie persönlich an, dieses Projekt voranzutreiben?

Jürgen de Vries: Meine Motivation liegt darin, dass mir die Arbeit jeden Tag Spaß macht. Es ist erfüllend, mit einem engagierten Team an einem Produkt zu arbeiten, das nachhaltig ist und gleichzeitig auch das Wohl der Tiere im Fokus hat. Der Gedanke, etwas Positives für die Umwelt und die Tiere zu tun, treibt mich an. Es ist spannend zu sehen, wie unsere Ideen Gestalt annehmen und am Markt erfolgreich sind.

Wirtschaftsforum: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Jürgen de Vries: Wir planen, unser Sortiment zu erweitern und Trockenfutter sowie Snacks einzuführen. Langfristig möchten wir Marktführer im Bereich der veganen Hundenahrung werden.

Unsere Vision ist es, durch kontinuierliche Innovation und hohe Qualitätsstandards die besten Produkte für Tiere zu bieten. Zudem wollen wir unseren internationalen Marktanteil ausbauen und neue Märkte erschließen.

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