Raus aus dem Gewürzregal

Interview mit Alexander Wolffers, Geschäftsführende Gesellschafter der Gewürze Markranstädt GmbH

Die Gründung der Firma 1992 war das Resultat eines Management Buy-outs. Vier Mitarbeiter der Gewürzmühle Leipzig, einem ehemaligen volkseigenen Betrieb der DDR, brachten das Unternehmen an den Start. Der Absatz der Produkte erfolgte zunächst ausschließlich regional im Raum Leipzig.

„Der Umsatz lag damals konstant bei 500.000 bis 600.000 EUR“, berichtet der Geschäftsführende Gesellschafter Alexander Wolffers. 2011 übernahm er 15% der Geschäftsanteile und stieg in die Geschäftsführung ein. Er brachte seine Erfahrungen aus verschiedenen renommierten Unternehmen, in denen er bereits in der Geschäftsleitung tätig war, ein und strukturierte die Firma in kürzester Zeit um.

„So wurden wir von einem regional geprägten Anbieter zu einem starken Partner für Discounter und Handelsketten mit Eigenmarken und Private-Label-Produktion“, erzählt er. Dank seiner Marktkenntnisse und seines starken Eigenantriebs wurde das Unternehmen zu dem, was es heute ist: eine Gewürzmanufaktur mit breit gefächerter Gewürzwelt.

30 Mitarbeiter sind in Markranstädt beschäftigt. Der Jahresumsatz konnte von 600.000 EUR auf heute 12,5 Millionen EUR gesteigert werden. Alexander Wolffers hält noch 10% der Firmenanteile. Mit 90% stieg 2015 das inhabergeführte Familienunternehmen Merschbrock-Wiese Gewürz GmbH ein. Die firmeneigene Marke GeMa wurde inzwischen im Zuge eines Relaunchs zu GEMARA.

Heisse Namen, trendige Gewürze

Seit der Gründung der 100%igen Tochtergesellschaft Grünberg Gewürzmanufaktur 2012 steht auch die junge Zielgruppe ab 16 Jahre besonders im Fokus. „Wir wollen jungen Leuten mit trendigen Gewürzen den Spaß am Kochen vermitteln“, erklärt Alexander Wolffers.

Alexander Wolffers
„Wir wollen jungen Leuten mit trendigen Gewürzen den Spaß am Kochen vermitteln.“ Alexander WolffersGeschäftsführender Gesellschafter

Frech und frisch ist nicht nur der gesamte Auftritt. Auch die Namen der Produkte sind verheißungsvoll: ‘Aus der Hölle’, ‘Caprese Boss’ und ‘Hungriger Hirte’ sind Gewürzmischungen, die Kochen nicht nur einfacher, sondern auch interessanter machen. „Grünberg besteht nur aus zwei Mitarbeitern, bedient sich aber des gesamten Know-hows von Gewürze Markranstädt“, erläutert der Geschäftsführer.

Gewürzwelten erschaffen

Die Gewürze werden bereits gereinigt eingekauft, anschließend zu neuen Sorten gemischt und verpackt. „Wir legen großen Wert auf pestizidfreie Gewürze“, betont Alexander Wolffers. Während GEMARA im mittleren Preissegment angesiedelt ist, bewegen sich die Private-Label-Produkte, die unter anderem für Kaufland, REWE, EDEKA und Spar hergestellt werden, im unteren Segment.

Im Privat-Label-Sektor werden die Produkte ganz nach Kundenwunsch produziert und abgepackt. Anders läuft es bei den Marken von Gewürze Markranstädt, erklärt der Geschäftsführer: „Hier erschaffen wir immer mehr Gewürzwelten, zum Beispiel für Fischgerichte oder zum Grillen. Mit der Gewürzwelt wollen wir raus aus dem verschlafenen Gewürzregal, hin zu trendigen Gewürzen.“ Bei einigen Produkten wie ‘Bestes Rührei’ oder ‘Heißes Huhn’ verrät bereits der Name, worum es geht.

Gesund auch für die Umwelt

Gesund sollen die Produkte nicht nur für die Konsumenten sein, sondern auch für die Umwelt. „Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden bei uns großgeschrieben. Deshalb achten wir bei den Verpackungen darauf, recyceltes Material zu verwenden“, sagt Alexander Wolffers, der für die Zukunft plant, internationaler zu werden. „Unser Exportanteil beträgt derzeit 30%. Wir exportieren nur in die Schweiz und nach Österreich. Die USA sind unser nächstes Ziel.“ Daneben möchte er die Eigenmarke GEMARA stärker am Markt positionieren.

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