Das Grundrezept für ein Knaller-Geschenk

Interview mit Sabrina O. Beck, Geschäftsführerin Geschenke.de-HSY GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Beck, bis das richtige Geschenk gefunden ist, braucht es Zeit. Zeit, die es in unserem hektischen Alltag oft nicht mehr zu geben scheint. Inwiefern sind Sie mit Geschenke.de auf einer Mission zur Rettung der Geschenkkultur?

Sabrina O. Beck: Wir gehen den Wandel der Gesellschaft mit, denn bei uns spart man sich die Zeit, die es kosten würde, von Laden zu Laden zu hetzen, um vielleicht einen Glücksgriff zu tun. Mühelos und effizient kann man bei uns das perfekte Geschenk finden, sich inspirieren lassen und vor allem den Liebsten eine Freude bereiten – und das auch nach Ladenschluss und am Wochenende.

Sabrina O. Beck
„Ich bin sehr kreativ was das Schenken angeht, aber manchmal mangelt es an Einfällen. Die Idee, eine Lösung zu einem Problem zu entwickeln, mit dem ich mich selbst identifizieren kann, war sehr reizvoll.“ Sabrina O. Beck

Wirtschaftsforum: Geschenke.de gibt es seit 2015, Sie sind von Beginn an mit dabei. Was hat für Sie die Faszination an der Unternehmensgründung ausgemacht?

Sabrina O. Beck: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einem irgendwann die Ideen ausgehen. Im August haben die meisten meiner Freunde und Familienmitglieder Geburtstag. Ich bin sehr kreativ was das Schenken angeht, aber manchmal mangelt es zum Ende hin auch an Einfällen. Die Idee, eine Lösung zu einem Problem zu entwickeln, mit dem ich mich selbst identifizieren kann, war sehr reizvoll.

Aber auch der Business-Teil – die Company aufbauen, ein Team selbst zusammenstellen, eigene Ideen umsetzen et cetera – war und ist großartig. Die schönste Belohnung und Faszination ist jedoch, das gute Feedback der Kunden zu erhalten, die unser Angebot (zufrieden) annehmen.

Wirtschaftsforum: Geschenke.de versteht sich auch als Empfehlungsplattform. Eine Empfehlung beruht allerdings auf persönlicher Erfahrung. Wie klappt das bei über 10.000 Produkten?

Sabrina O. Beck: Am Anfang, als wir noch auf Affiliate-Basis gearbeitet haben, hat sich unser Redaktionsteam wöchentlich zusammengesetzt und jeder hat seine Favoriten der Woche vorgeschlagen. Diese wurden dann diskutiert und online genommen. Im Hinterkopf immer: Würde ich das auch verschenken? Würde ich mich darüber freuen? Bei einem fast 20-köpfigen Team kamen da viele Geschmäcker zusammen, so war beziehungsweise ist so gut wie alles abgedeckt.

Jetzt, wo wir unseren Shop implementiert haben, läuft vieles über einen Algorithmus, der nach Empfehlungen des Kunden arbeitet. Ähnlich wie: „andere Kunden kauften“ – nur, dass diese Produkte subtil unter die Kategorien gemischt werden. Zudem lässt sich unser Einkauf zunächst immer Muster schicken, die dann im Team rumgereicht und ausprobiert werden, bevor sie in den Shop kommen. Die Empfehlungen dahinter sind also echte Erfahrungswerte.

(Kopie 1)

„Hamburg gewinnt in der Start-up-Szene als Standort immer mehr an Bedeutung.“ Sabrina O. Beck
Sabrina O. Beck

Wirtschaftsforum: Sie selbst waren zuvor bei PARSHIP beschäftigt. Würden Sie sich als Expertin für „Paargeschenke“ bezeichnen oder wo liegt Ihr Steckenpferd?

Sabrina O. Beck: Ich bin der Typ für kleine Aufmerksamkeiten zwischendurch und mache am liebsten Geschenke, wenn man nicht damit rechnet.

Wirtschaftsforum: Wenn wir auf die Gründerszene in Deutschland schauen entsteht der Eindruck, dass (fast) alle Start-ups in Berlin sitzen. Was schätzen Sie am Standort Hamburg?

Sabrina O. Beck: Hamburg gewinnt in der Start-up-Szene als Standort immer mehr an Bedeutung. Nicht zuletzt, weil viele vermögende Unternehmer als potenzielle Geldgeber hier sitzen. Gründer können hier super ausgebildete Mitarbeiter für sich gewinnen. Zum einen, da Hamburg als Medien-Stadt einfach ein Magnet für Mitarbeiter unserer Branche ist und zum anderen, weil es einfach eine wunderschöne Stadt ist, in der man gerne arbeitet. Zudem ist die Start-up-Dichte hier entsprechend geringer und die Chance bei Pitches herauszustechen somit auch ein bisschen höher.

(Kopie 2)

Sabrina O. Beck
„Perfektes Schenken ist schon eine Kunst, die aber jeder lernen kann!“ Sabrina O. Beck

Wirtschaftsforum: Abschließend eine persönliche Frage: Was macht für Sie ein perfektes Geschenk aus?

Sabrina O. Beck: Wichtig ist die persönliche Note – und dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, dass es selbstgemacht sein muss. Ich freue mich über Dinge, die ich beiläufig erwähnt habe und im Zweifel schon wieder vergessen habe. Diese Geste zeigt mir, dass mir zugehört und auf meine Bedürfnisse eingegangen wird. Das ist meistens schon das Grundrezept für ein Knaller-Geschenk. Perfektes Schenken ist schon eine Kunst, die aber jeder lernen kann! Sie erfordert eine gute Beobachtungsgabe, die Fähigkeit, dem anderen zuzuhören und sich in ihn hineindenken zu können.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Interview mit Stephan Riese, CEO der reputatio systems GmbH & Co. KG

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Was braucht ein Unternehmen wirklich, um zu funktionieren? Für Stephan Riese ist die Antwort klarer, als viele denken. Mit reputatio systems entwickelt er Lösungen, die Komplexität reduzieren. Ein Gespräch über…

Aircraft Management: Wenn Zeit zum Wettbewerbsvorteil wird

Interview mit Darko Cvijetinovic, Managing Director und Antonia Gilbert, CCO der MJET GmbH

Aircraft Management: Wenn Zeit zum Wettbewerbsvorteil wird

Geschäftsluftfahrt wird oft auf Komfort und Exklusivität reduziert, obwohl es meist um Zeitgewinn, Erreichbarkeit und Effizienz geht. Die MJET GmbH aus Wien ist ein spezialisierter Aircraft Management-Anbieter, der Businessjets im…

Technische Lösungen für komplexe Industrieanlagen

Interview mit Federica Calandra, Sales Manager der Vexa s.r.l.

Technische Lösungen für komplexe Industrieanlagen

Industrieanlagen müssen zuverlässig funktionieren – besonders in der Stahlproduktion, wo Wartungsfenster eng getaktet sind und jede Stunde zählt. Genau hier hat sich Vexa s.r.l. in kurzer Zeit als gefragter Partner…

Spannendes aus der Region Hamburg

Vom Reststoff zur Ressource – eine Erfolgsgeschichte im Kreislauf

Interview mit Dirk Kopplow, Geschäftsführer und Benjamin Fiekens, Vertrieb der GVÖ Gebinde-Verwertungsgesellschaft der Mineralölwirtschaft mbH

Vom Reststoff zur Ressource – eine Erfolgsgeschichte im Kreislauf

Die Kreislaufwirtschaft ist längst mehr als ein ökologisches Ideal – sie ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Steigende Rohstoffpreise, strengere Umweltgesetze und das wachsende Bewusstsein für nachhaltiges Handeln verändern die Industrie grundlegend.…

Nachhaltigkeit im Fokus

Interview mit Bernd Loschelder, Business Unit Director Packaging der IGEPA group GmbH & Co. KG

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Verpackungsindustrie steht vor einem Umbruch. Mit der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) ist eine neue EU-Verordnung in Kraft getreten, die auf die Reduzierung von Verpackungsabfällen, die Stärkung der…

Lieferfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Fernwärme

Interview mit Patrick Hollstein, Product Application Manager der LOGSTOR Deutschland GmbH

Lieferfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Fernwärme

Fernwärme spielt eine Schlüsselrolle für die Wärmewende, steht jedoch vor wachsenden Herausforderungen. Die LOG­STOR Deutschland GmbH entwickelt und vertreibt vorgedämmte Rohrsysteme, die eine effiziente, verlustarme Verteilung von Wärme in Fernwärmenetzen…

Das könnte Sie auch interessieren

Den Schmerz bei der IT-Qualitätsprüfung lindern

Interview mit Stefan Gogoll, CEO der aqua cloud GmbH

Den Schmerz bei der IT-Qualitätsprüfung lindern

„No pain, no gain“ – dieses bekannte Sprichwort aus dem Sport gilt nicht nur für das Training, sondern auch für den Geschäftsalltag. Stefan Gogoll, CEO der aqua cloud GmbH, hat…

„Menschen erfolgreich machen“

Interview mit Tobias Leinweber, Vorstand der Continum AG

„Menschen erfolgreich machen“

Die Continum AG mit Sitz in Freiburg ist ein mittelständi-scher IT-Dienstleister, der sich auf Cloud- und Sicherheitslö-sungen spezialisiert hat. Vorstand Tobias Leinweber spricht im Interview über die strategische Neuausrichtung, die…

Im Herzen Mensch, im Kopf Cloud

Interview mit Jens Dreger, Mitglied Management Team teccle group

Im Herzen Mensch, im Kopf Cloud

Die Digitalisierung ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern tägliche Realität – und Herausforderung – für Unternehmen jeder Größe. IT muss funktionieren, sicher sein und sich der stetigen Veränderung anpassen.…

TOP