3.500 m2 Sport-Expertise

Interview mit Laureen Kuhn, Jörg Huber (l.) und Timo Huber (r.), Geschäftsführer der Georg Kuhn GmbH

Wirtschaftsforum: Sie feiern aktuell das 80-jährige Bestehen von Sport Kuhn. Wenn Sie in den Rückspiegel schauen: Was waren die wichtigsten Meilensteine?

Timo Huber: Sport Kuhn wurde 1946 gegründet, zunächst als Kfz- und Kfz-Zubehör-Händler. Der entscheidende Wendepunkt kam in den 1970er-Jahren durch Heinrich Kuhn senior, der Sportartikel ins Sortiment aufnahm. Die Nachfrage nach Fußball- und Laufschuhen war so groß, dass 1976 eine kleine Sportecke auf nur 80 m2 eingeführt wurde. Heute sind wir bei 3.500 m2 Sport. 1991 erfolgte dann der Ausbau zum reinen Sporthaus mit Vollsortiment auf über 2.000 m2 durch Heinrich Kuhn junior. Damals waren wir tatsächlich eines der größten flächendeckenden Sporthäuser in Deutschland. Das gab es zu der Zeit eigentlich noch gar nicht. Der nächste große Wendepunkt kam 2011 mit dem Umzug an den heutigen Standort und der Erweiterung auf 3.500 m2

Laureen Kuhn: 2021, nach Corona, haben wir dann noch einmal mutig investiert und sind wieder ins Fahrradgeschäft mit über 900 m2 inklusive Werkstatt eingestiegen. Außerdem haben wir während der Pandemie die Serviceleistungen ausgebaut. Und 2023 kam dann die Übergabe an die 4. Generation. Die beiden Herren Huber sind mittlerweile 24 beziehungsweise 29 Jahre im Unternehmen und waren bereits Geschäftsführer. Gemeinsam haben wir die Firma übernommen. In dem Jahr haben wir uns auch entschieden, uns vom Branding Intersport zu trennen. Wir gehören dem Verband zwar noch an, aber wir haben unser eigenes Logo kreiert und heißen jetzt Sport Kuhn.

Wirtschaftsforum: Was hebt Sie von Wettbewerbern ab?

Jörg Huber: Wir sind regionaler Marktführer, wenn es um hochwertige Produkte und Serviceleistungen geht. Wir bieten in allen Kategorien den besten Service. Persönliche Beratung steht im Mittelpunkt: Jeder Kunde, der zu uns kommt, bekommt eine Beratung, wenn er das möchte. Wir haben eine Kaffeebar, wo wir Kunden Kaffee und Getränke anbieten. Der Kunde steht voll im Fokus. Der Onlineshop ist für uns eher ein Schaufenster, um Kunden anzuziehen. Wir wollen uns bewusst vom anonymen Onlinehandel abheben. Unsere Verkäufer auf der Fläche sind alle exzellent ausgebildete Fachexperten auf ihren jeweiligen Gebieten.
 

Wirtschaftsforum: Was haben Sie für das Jubiläumsjahr geplant?

Laureen Kuhn: Wir freuen uns sehr über unser Jubiläumsjahr. Es soll ein Anlass sein innezuhalten, danke zu sagen und gemeinsam mit unserer Community zu feiern. Es gibt mehrere große Marketingkampagnen, alle unter dem Motto 80 Jahre Sport Kuhn. Und es finden diverse Events statt. Wir haben dieses Jahr noch ein weiteres Jubiläum zu feiern: Wir veranstalten jedes Jahr den Offenburger Frauenlauf, und dieses Jahr ist das zehnte Mal. Das passt also sehr gut – 80 Jahre Sport Kuhn und 10 Jahre Offenburger Frauenlauf. Wir haben jedes Jahr um die 1.000 Teilnehmerinnen, die in pinken Shirts 5 km aus Spaß an der Freude laufen. Das ist auch Community Building. Wir wollen unseren Kunden vermitteln: Wir leben unseren Sport wirklich. Das ist nicht nur eine Marketingkampagne, sondern Tradition und Leidenschaft. 

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?

Timo Huber: Wir wollen unser Serviceportfolio weiter ausbauen, auch die Digitalisierung und natürlich die Mitarbeiterentwicklung. Der stationäre Handel bleibt für uns ein Ort des Erlebnisses mit kompetenter Fachberatung. Unser Ziel ist es, den Mehrwert gegenüber reinem Online­shopping deutlich zu machen. Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel zu unserem Erfolg, deswegen investieren wir kontinuierlich. Wir haben Mitarbeiter, die schon Jahrzehnte bei uns im Unternehmen sind. Erst kürzlich hatten wir zwei große Jubiläen: 40 und 45 Jahre. Wir wollen weiterhin die erste Anlaufstelle für Sportbedarf in Offenburg bleiben und das weiter ausbauen.

Laureen Kuhn: Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein sehr wichtiges Thema für uns. Wir betreiben auf unserem Firmendach eine 2.000 m2 große Photovoltaikanlage, mit der wir unseren Strombedarf decken, zum Beispiel für die Beleuchtung oder auch für unsere Firmenflotte, die ausschließlich aus Hybriden und E-Fahrzeugen besteht. Auch für unsere Kunden ist Nachhaltigkeit wichtig. Das merken wir im Textilbereich. In den letzten zwei, drei Jahren waren Marken wie Patagonia oder Ortovox, die sehr nachhaltig sind, enorm nachgefragt. Bei der Auswahl unserer Lieferanten achten wir darauf, dass sie eine Nachhaltigkeitsagenda haben.

Wirtschaftsforum: Was macht Sport Kuhn als Arbeitgeber aus?

Jörg Huber: 80 Jahre Familienunternehmen – bei uns geht es um Menschlichkeit und Leidenschaft. Uns liegen unsere Mitarbeiter am Herzen – sie sind der Schlüssel für unseren Erfolg. Es ist uns wichtig, dass es ihnen gutgeht, dass sie gerne zur Arbeit kommen. Nur so ist auch perfekter Service möglich, und nur damit können wir uns vom Markt abheben. Wir sind sehr stolz, dass wir ein so starkes Team haben!

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