Go Global – Einblicke eines Versanddienstleisters

Interview mit Björn Beckhausen, Geschäftsführer der Spring Global Delivery Solutions (Germany)

Wirtschaftsforum: Herr Beckhausen, können Sie kurz den Hintergrund von Spring Global Delivery Solutions erläutern?

Björn Beckhausen: Gerne. Spring Global Delivery Solutions ist eine 100%ige Tochter der PostNL Group, dem nationalen Postdienstleister der Niederlande. Wir sind seit über 30 Jahren im internationalen Postversand und in über 190 Ländern aktiv. Als eine von 13 Niederlassungen in Europa, Nordamerika und Asien haben wir 2019 ein eigenes Sortierzentrum an unserem Unternehmenssitz in Pulheim bei Köln eingerichtet. Darüber hinaus sind wir Preferred Business Partner im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V., Mitglied im BdKEP und Gründungsmitglied des Logistic Natives e.V.

Wirtschaftsforum: Wie beurteilen Sie die Entwicklung Ihres Unternehmens?

Björn Beckhausen: Wir sind seit 2019 sowohl personell als auch umsatzmäßig stark gewachsen. Die Zahl unserer Mitarbeiter ist von 44 auf aktuell 80 gestiegen. Zu dieser Entwicklung hat auch die zunehmende Spezialisierung auf E-Commerce beigetragen; die Nachfrage in diesem Bereich ist enorm gestiegen. Das Jahr 2021 konnten wir als eines unserer umsatzstärksten verzeichnen.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte und Serviceleistungen bieten Sie Ihren Kunden?

Björn Beckhausen: Als Cross-Border-Logistikexperte helfen wir Onlinehändlern, ihre Produkte international zu versenden. Unsere Kunden bekommen dabei alles aus einer Hand. Von Versand und Tracking über eine IT- Anbindung an gängige Onlineshop-Systeme und Marktplätze bis hin zu einer voll integrierten Retourenlösung. Das Angebot umfasst auch die vereinfachte Zollabwicklung durch eine integrierte Zollinhaltserklärung direkt auf dem Versandetikett. Zu unserem Kerngeschäft zählen noch immer Geschäftspost und Direktmarketing, sowohl im nationalen als auch im internationalen Versand. Für diese Art der täglichen Ausgangspost und Massenwerbesendungen können wir eine echte Alternative anbieten, gerade was die Kosten angeht, sodass unsere Kunden bei gleichem Budget mehr Reichweite erzielen.

Wirtschaftsforum: Wie stellen Sie sich der Frage der Nachhaltigkeit?

Björn Beckhausen: Wir sehen uns da gut aufgestellt, von der Nutzung effizienter Transportwege und alternativer Antriebe bis hin zu entsprechenden Nachhaltigkeitsprojekten. Mit dem Kauf von zertifizierten Emissionsgutschriften investieren wir in wichtige Klimaschutzprojekte, die nachweislich atmosphärisches CO2 reduzieren. Wir unterstützen ein Windparkprojekt zur Produktion von Ökostrom in der Türkei sowie eine Aufforstungsinitiative in Peru zur CO2-Bindung. Darüber hinaus haben wir im letzten Jahr unsere jährliche Umfrage zur Kundenzufriedenheit genutzt, um unseren Beitrag zu einem weiteren Nachhaltigkeitsprojekt zu leisten. Für jede ausgefüllte Kundenumfrage haben wir mit der gemeinnützigen Organisation JustDiggit ein Wassersickerbecken in Kenia finanziert. Mit der Hilfe unserer Kunden haben wir somit insgesamt 542 Sickerbecken gespendet, die dazu beitragen, trockene Gebiete in Afrika wieder zu begrünen, wovon die Artenvielfalt, die Natur, die Menschen und letztendlich unser Klima profitieren.

Wirtschaftsforum: Gibt es andere Dinge, die Spring GDS als Dienstleister auszeichnen?

Björn Beckhausen: Unsere Flexibilität ermöglicht uns, individuelle Lösungen zu finden. Wir sind branchenoffen und nehmen uns Zeit für die persönliche Betreuung unserer Kunden. Jeder Kunde erhält von Anfang an einen persönlichen Ansprechpartner. Damit bieten wir unseren Kunden auch eine hohe Erreichbarkeit – ohne endlose Hotline-Warteschleifen. Wir halten viel vom Miteinander, von offenen Strukturen wie in den Niederlanden üblich, auch in Verbindung mit deutscher Gründlichkeit. Bei neuen Mitarbeitern sind uns eine schnelle Auffassungsgabe und der Wille zu lernen mindestens genauso wichtig wie die fachliche Qualifikation. Auch bei der Digitalisierung profitieren wir von unserer holländischen DNA: Schon vor der Pandemie gab es bei uns das Angebot, drei Tage pro Woche im Homeoffice zu arbeiten. Damit kamen wir unserer Belegschaft entgegen und haben auf diese Weise auch Ressourcen gespart.

Wirtschaftsforum: Offene Kommunikation – gilt das auch bei Beschwerden?

Björn Beckhausen: Absolut. Wir gestehen Fehler ein und nutzen Reklamationen, um unser Qualitätsmanagement weiter zu verbessern und unsere Lieferketten zu überprüfen. Generell sind wir zuversichtlich, unseren gesunden Wachstumskurs fortsetzen zu können. Sowohl unser Mail Business als auch der Bereich E-Commerce haben sich ausgesprochen positiv entwickelt.

Wirtschaftsforum: Welche Aspekte sind Ihnen persönlich wichtig?

Björn Beckhausen: Mir persönlich sind Familie und Freunde, aber auch Ehrlichkeit und die berufliche Herausforderung wichtig, die ich bei Spring GDS Deutschland finde.

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