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Nordisches Design von Dauer

Interview mit Sofie Lindahl-Jessen, Executive Vice President für Sales & Brand Management der Fritz Hansen A/S

Wirtschaftsforum: Frau Lindahl-Jessen, Fritz Hansen ist einer der Marktführer im nordischen Möbeldesign. Wie würden Sie die Philosophie des Unternehmens beschreiben?

Sofie Lindahl-Jessen: Unser Markenname ist Republik Fritz Hansen. Das spiegelt die Tatsache wider, dass alle unsere Designer, unter denen es viele verschiedene Nationalitäten gibt, unsere Philosophie über nordische Ästhetik, hohe Qualität und einzigartiges Design teilen. Wir sind ein globaler Player in einer Nische; wir konkurrieren im High-end-, Premium-Design-Sektor. Unsere Mission ist es, kultige Stücke in unserer Kollektion mit modernem Design zu verbinden.

Wirtschaftsforum: Fritz Hansen hat in den letzten Jahren die Aktivitäten über Möbel hinaus ausgedehnt. Was war der Grundgedanke hinter dieser Strategie?

Sofie Lindahl-Jessen: Vor drei Jahren haben wir die strategische Entscheidung getroffen, unser Betätigungsfeld als Möbeldesigner zu erweitern. Wir wollten uns zu einem Lifestyle-Interieur-Spezialisten entwickeln. Unser Ziel war es, inspirierende, allumfassende Lebensbereiche mit Möbeln zu schaffen. 2015 haben wir die dänische Beleuchtungsfirma Lightyears erworben, die moderne Beleuchtung herstellt, welche Tradition und Innovation gleichermaßen verbindet – eine perfekte Übereinstimmung mit der Philosophie von Fritz Hansen. Wir haben auch unsere eigene Zubehörlinie „Objekte“ von Fritz Hansen gestartet. Diese umfasst Kissen, Tagesdecken, Vasen, Tabletts, Spiegel und Stühle. Die Kollektion läuft unter dem Motto „complementing your life " und stellt den Kunden die ganze Marke Fritz Hansen durch spannende und dennoch erschwingliche Produkte vor.

Wirtschaftsforum: Dessen ungeachtet bleiben Möbel das Kernelement des Fritz Hansen-Portfolios und ihre ikonischen Stücke sind weltweit bekannt. Erzählen Sie uns von der Kollektion.

Sofie Lindahl-Jessen: Stühle und Lounge Sessel sind die beiden Hauptsäulen unseres Portfolios. Wir haben eigentlich zwei Kollektionen: klassische Möbel und zeitgenössisches Design. Die Serie 7™ ist die meistverkaufte Reihe der klassischen Kollektion. Der kultige Stuhl wurde von Arne Jacobsen in den 1950er-Jahren entworfen und war immer unglaublich beliebt. Der geformte Egg™ Sessel ist ein weiterer, sofort erkennbarer Klassiker. Auf der zeitgenössischen Seite bietet der Ro™ Lounge Sessel Komfort und Stil. In diesem Jahr brachten wir mit dem neuen Sofa Lune™ ein funktionelles, modulares System, das die sauberen, eleganten Linien des berühmten nordischen Stils beibehält.

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„Wir sind ein globaler Player in einer Nische; wir konkurrieren im High-end-, Premium-Design-Sektor.“ Sofie Lindahl-JessenExecutive Vice President für Sales & Brand Management der Fritz

Wirtschaftsforum: Was ist denn besonders speziell an den Möbeln von Fritz Hansen?

Sofie Lindahl-Jessen: Wir schaffen eine spezifische Kombination aus dänischer und nordischer Design-Tradition – saubere und ästhetische Linien – mit hoher Qualität und Handwerkskunst. Wir nutzen unsere Geschichte und fügen Modernität hinzu. Wir haben ein eigenes Designteam, das unsere externen Designer koordiniert, eine Mischung aus klassischen und modernen Designern, zu denen renommierte Namen wie der spanische Designer Jaime Hayon und Cecilie Manz aus Dänemark gehören. Zu den Icon-Designern gehören Hans Wegner, Designer des China™ Stuhls in den 1940er-Jahren, Arne Jacobsen, der in den 1950er-Jahren das Talent hinter Egg™ war und Poul Kjærholm, der den PK22™ entwarf. Innerhalb unseres Möbelportfolios haben wir einige der bekanntesten Design-Icons, die je produziert wurden, und wir aktualisieren ständig unsere Klassiker. Zum Beispiel haben wir 2016 Arne Jacobsens renommierten Oxford™ Classic Stuhl, der ursprünglich für Professoren am St. Catherine's College, Oxford entworfen wurde, neu aufgelegt. Dieses Design brachte ihm eine Ehrendoktorwürde ein und gilt als Arne Jacobsens bedeutendste Arbeit.

Wirtschaftsforum: Fritz Hansen verfügt über eine Reihe von ikonischen Designs, die sich über die Zeit hinweg bewährt haben. Wie hat sich das Unternehmen zu einer so renommierten und anerkannten Marke entwickelt?

Sofie Lindahl-Jessen: Das Unternehmen stammt aus dem Jahr 1872. Doch der richtige Durchbruch kam 1950, als Christian Hansen, der Sohn des Gründers, eine Methode des Dampfbiegens von Holz entwarf. Das war ein Wendepunkt. Arne Jacobsen interessierte sich sehr für diese Entwicklung – er wollte mit dieser Technik einen anspruchsvollen Stuhl mit einem leichten Look kreieren. Das Paar arbeitete zusammen, und das Ergebnis war der berühmte Kantinen-Sessel. Zu dieser Zeit war er als der 7-Serie™ Stuhl bekannt. Heute, 60 Jahre später, ist er als einer der ikonischsten Stühle der Welt bekannt. Um diese Zeit entwarf Jacobsen auch das SAS Royal Hotel in Kopenhagen, für das er den Swan™, den Drop™Stuhl und den berühmtesten von allen, den ikonischen Egg™ Stuhl kreierte. 1970 verkaufte die Familie das Unternehmen. Heute besitzt die Augustinus-Stiftung 70% der Anteile an dem Unternehmen in Partnerschaft mit einer anderen Stiftung.

„Mit Blick auf die Zukunft ist unsere Vision für 2025, der wichtigste Akteur im Premium-Design-Segment zu sein.“ Sofie Lindahl-JessenExecutive Vice President für Sales & Brand Management der Fritz

Wirtschaftsforum: Welche Vertriebskanäle nutzt das Unternehmen?

Sofie Lindahl-Jessen: Wir verkaufen an den B2B-Markt. Das umfasst auch auch Verträge für Hotels, Restaurants und Büros und natürlich beliefern wir auch den Einzelhandel. Wir haben 25 Republik Fritz Hansen Geschäfte auf der ganzen Welt, sowie 130 In-Store-Filialen. Wir verkaufen auch online. Dies ist ein wachsender Vertriebskanal für Accessoires und den unteren Sektor unseres Portfolios, Produkte, die unsere Kunden sehr gut kennen. Die nordische Region ist nach wie vor unser wichtigster Markt, gefolgt von Deutschland, wo Online-Verkäufe wirklich Fahrt aufgenommen haben, und den USA. Wir haben auch im asiatisch-pazifischen Raum ein großes Wachstum verzeichnet, vor allem in Korea und Hongkong. Dort sehen wir noch großes Potenzial. Japan ist seit vielen Jahren ein großer Markt für uns.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie die Firmenkultur beschreiben?

Sofie Lindahl-Jessen: Als skandinavisches Unternehmen sind Empowerment und Entscheidungsfreiheit Schlüsselfaktoren, aber wir erwarten auch, dass unsere Mitarbeiter Verantwortung übernehmen und proaktiv sind. Dies ist ein typisch dänischer Führungsstil. Als hochkarätige Marke haben wir kein Problem, gute Mitarbeiter in Dänemark zu gewinnen. Aber im Ausland ist es schwieriger; kompetente Vertriebsmitarbeiter sind dort nicht leicht zu finden.

Wirtschaftsforum: Welche Zukunftspläne hat Fritz Hansen?

Sofie Lindahl-Jessen: 2018 werden der Swan™ und der Egg™ 60 Jahre alt, und wir werden beide im Februar neu herausbringen. Wir arbeiten auch immer noch an der Vermarktung des zuletzt gestarteten Lune™ Sofas, das für uns eine große Sache ist. Mit Blick auf die Zukunft ist unsere Vision für 2025, der wichtigste Akteur im Premium-Design-Segment zu sein. Wir glauben, dass gutes Design einen Raum und ein ganzes Gebäude verschönert. Vor diesem Hintergrund wollen wir den Menschen einfach Freude bereiten.

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