Einfach, besonders, wenns kompliziert wird

Interview

Das Tätigkeitsfeld der Favero e Milan Ingegneria SpA ist breitgefächert. Zu den Leistungen gehören zum Beispiel Bauentwürfe, Machbarkeitsstudien, maritimes und hydraulisches Design, infrastrukturelles Design, geologisches und bodenmechanisches Engineering, Sanierung und Restaurierung, Projekt-Management Consulting, MEP Design, Bauengineering sowie Gesundheit und Sicherheit. Dabei steht die ganzheitliche Sichtweise trotz der vielen, an einem Projekt beteiligten Akteure im Vordergrund.

Hier kommt dem Ingenieurbüro sein interdisziplinärer Ansatz ebenso zugute wie langjährige Erfahrung und das exzellente Fachwissen der Mitarbeiter. Großer Wert wird auch auf moderne Technologien und Erkenntnisse gelegt, zum Beispiel Leichtbauweise, der Einsatz neuer Materialien, Ökologie und Arbeitssicherheit.

„Wir wollen den Anteil der privaten Aufträge steigern und auch unsere Aktivitäten im Ausland forcieren.“ Ing. Maurizio Milan

Niederlassungen im Ausland

1979 gründeten Ing. Maurizio Milan und Sandro Favero ihr Ingenieurbüro. Zu Beginn war das Büro nur in Italien aktiv, später kamen Projekte in anderen Ländern hinzu. Heute gibt es neben den beiden Gründern vier weitere Partner, die für das privat geführte Unternehmen verantwortlich sind: Giampaolo Lenarduzzi, Allessandro Bonaventura, Tommaso Tassi und Federico Zaggia.

Rund um den Erdball arbeiten 170 Beschäftigte für das renommierte Ingenieurbüro, die meisten von ihnen festangestellt. 80 von ihnen arbeiten am Hauptsitz des Unternehmens in Mirano, 20 in Mailand, 18 in Neapel sowie 24 in Köln. Die übrigen sind in den Büros in Peking, Tripolis und Moskau tätig.

2010 erwirtschaftete Favero einen Umsatz von 21 Millionen Euro. Davon entfallen 14 Millionen Euro auf den italienischen Markt, die verbleibenden sieben Millionen Euro auf die Büros im Ausland. Favero e Milan Ingegneria zählt damit zu den 20 größten Ingenieurbüros in Italien.

Wichtige Referenzen

Mehr als 70 Prozent der Aufträge kommen von privaten Kunden, zumeist Firmen und Architekten. Die übrigen, knapp 30 Prozent machen öffentliche Aufträge aus, unter anderem von Staat, Behörden und Kommunen. "Wir wollen den Anteil der privaten Aufträge steigern und auch unsere Aktivitäten im Ausland forcieren", nennt Ing. Maurizio Milan eines der Ziele für die Zukunft.

Mit das wichtigste Kapital – neben den Mitarbeitern – sind für Favero die Referenzen durch Kunden und illustre Objekte. Zu diesen besonderen Objekten gehören unter anderem das italienisch-chinesische Gemeinschaftsprojekt eines Forschungszentrums für Umwelt und Energieeinsparung in Peking, die Kirche von St. Padre Pio in Foggia, die Restaurierung der Basilika Palladiana in Vicenza, die Umgestaltung der früheren Michelin Area in Trento und die städtische Bibliothek von Nembro.

"Wir leben von den Referenzen", beschreibt Maurizio Milan deren Bedeutung. Oft sind Vertreter des Ingenieurbüros auch bei internationalen Staatstreffen dabei oder knüpfen bei Reisen mit Wirtschaftsdelegationen im Ausland neue und wichtige Kontakte.

Aufträge aus der ganzen Welt

Etwa die Hälfte der Aufträge wird außerhalb Italiens übernommen. Hier wiederum sind die europäischen Länder mit 75 Prozent vertreten, die übrigen 25 Prozent entfallen auf Länder außerhalb Europas. Wichtigste 'Exportmärkte' des Ingenieurbüros sind der Mittlere Osten, Frankreich, Spanien und Deutschland.

"Der deutsche Markt ist für uns von besonderer Bedeutung", versichert Maurizio Milan, "deshalb haben wir hier auch eine Niederlassung. Sie akquiriert vor allem Aufträge von italienischen Firmen, die in Deutschland investieren." Zunehmend wichtig sind auch Nordafrika sowie Asien mit China und Taiwan.

„Der deutsche Markt ist für uns von besonderer Bedeutung, deshalb haben wir hier auch eine Niederlassung.“ Ing. Maurizio Milan

'Den Kunden helfen'

Schon lange, bevor der US-amerikanische Präsident Obama das Motto 'Yes, we can!' bekannt machte, war 'We can do it!' bereits der Leitspruch des Ingenieurbüros Favero. Die Erkenntnis 'Zuhören bringt die besten Ergebnisse' ist für Maurizio Milan ebenso eines der Erfolgsrezepte wie 'Einfache Lösungen für komplexe Probleme'.

Grundsätzlich geht es dem engagierten Team des Unternehmens darum, die Formensprache des architektonischen Designs praktisch so umzusetzen, dass sie den Menschen gerecht wird, die in den Gebäuden leben und arbeiten. "Wir wollen den Kunden helfen", betont Maurizio Milan.

Ein besonderes Anliegen der Führungskräfte des Ingenieurbüros ist die Förderung der jungen Mitarbeiter. In deren Aus- und Weiterbildung investiert das Unternehmen viel Zeit und Geld. Zu diesem Zweck wurde eigens eine Stiftung gegründet, die Fondatione Favero & Milan. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Studenten während ihres Bachelor-Studiums zu unterstützen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Bau

Menschen, Wissen und ­Lösungen verbinden

Interview mit Thomas Knopp, CEO und geschäftsführender Gesellschafter der TK Baupartner GmbH

Menschen, Wissen und ­Lösungen verbinden

Die Bau- und Immobilienbranche steht vor großen Veränderungen: Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und komplexe Förderstrukturen prägen den Markt. Gefragt sind Partner, die technische Kompetenz mit praktischer Erfahrung und digitalen Lösungen verbinden.…

„Der letzte Rendite-Euro interessiert uns nicht“

Interview mit John Frederik Dresselmann, Geschäftsführer der Reinhold Pohl GmbH

„Der letzte Rendite-Euro interessiert uns nicht“

Die Geschichte der Reinhold Pohl GmbH beginnt mit einem ostpreußischen Flüchtlingsjungen, der sich im Ruhrgebiet eine Existenz aufbaute. Heute steht das Unternehmen für hochspezialisierte Instandhaltung von Industrieschornsteinen. Geschäftsführer John Frederik…

Vom Handwerk zur inter­nationalen Hochbaustrategie

Interview mit DI (FH) Michael Schranz, Geschäftsführer der Handler Bau GmbH

Vom Handwerk zur inter­nationalen Hochbaustrategie

Vom regionalen Zimmereibetrieb zum innovativen Totalunternehmer: Die Handler Bau GmbH hat sich in mehr als 160 Jahren zu einem führenden Player im großvolumigen Wohn- und Hochbau entwickelt. Im Gespräch erläutert…

Spannendes aus der Region Mirano (VE)

Deutsche Qualität made in Italy

Interview mit Dr. Marzia Virginio, kaufmännische Leiterin PLASTIC METAL S.P.A.

Deutsche Qualität made in Italy

Im italienischen Maschinenbauunternehmen PLASTIC METAL S.P.A. in der Provinz Piacenza in Venetien strebt man nach höchster Perfektion. Der Hersteller von Maschinen für den Spritzguss ist bekannt für seine ausgezeichnete Qualität.…

Gemeinschaft als Erfolgsmodell

Interview mit Francesca Marastoni, Sales Director der Cantina Valpolicella Negrar S.C.A.

Gemeinschaft als Erfolgsmodell

Wein ist weit mehr als ein Genussmittel – er ist Ausdruck von Herkunft, Handwerk und kultureller Identität. Gerade in traditionsreichen Regionen wie dem Valpolicella prägt dieses Zusammenspiel seit Generationen die…

Zwischen Genuss und Gesundheit: Neue Wege in der Spirituosenwelt

Interview mit Micaela Pallini, Geschäftsführerin der Pallini S.p.A.

Zwischen Genuss und Gesundheit: Neue Wege in der Spirituosenwelt

Die Spirituosenbranche befindet sich im Wandel: Neue Konsumgewohnheiten, steigende Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen und wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit prägen den Markt. Gleichzeitig bleiben die Herkunft und die Qualität eines Produkts…

Das könnte Sie auch interessieren

Die Verbindung macht den Unterschied

Interview mit Martin Brück, Geschäftsführer der APT Advanced Polymer Tubing GmbH

Die Verbindung macht den Unterschied

Fluorpolymere sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken – ohne dass es uns bewusst ist. Ein bekanntes Beispiel sind Pfannen mit Teflon®-Beschichtung. Ihre besonderen Eigenschaften machen sie auch für industrielle Anwendungen…

Eine Plattform: Alles buchen

Interview mit Lucian Holtwiesche, Geschäftsführer & Co-Founder der anny GmbH

Eine Plattform: Alles buchen

Ob Besprechungsraum, Arbeitsplatz, Firmenfahrzeug oder Beratungstermin – viele Organisationen verwalten ihre Ressourcen noch immer über unterschiedliche Systeme. Die von drei Studenten gegründete anny GmbH mit Sitz in Köln hat dafür…

Flexibilität in der Nische

Interview mit Mirco Arndt, Geschäftsführer und Dr. Eduard Heyl, Geschäftsführer der Laborchemie Apolda GmbH

Flexibilität in der Nische

In einer Zeit, die von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheiten geprägt ist, gewinnt die Verfügbarkeit wirksamer Antidota zunehmend an Bedeutung. Im Katastrophenfall ermöglichen sie eine schnelle und gezielte Behandlung von…

TOP