„Es wird zu wenig über wesentliche Probleme gesprochen“

Interview mit Frank Rosin - Star-Koch

Wirtschaftsforum: Herr Rosin, vor 25 Jahren haben Sie Ihr Restaurant „Rosin“ in Dorsten eröffnet – Ihrer Heimatstadt. Was bedeutet Ihnen Ihre Heimat?

Frank Rosin: Die Eröffnung meines Restaurants erfolgte sogar schon vor annähernd 30 Jahren. Meine Heimat bedeutet für mich, das Gefühl zu haben, zu Hause zu sein und nicht den Wunsch zu verspüren, woanders zu sein. Heimat ist Liebe ohne Beweis.

Wirtschaftsforum: Den Trend, sich möglichst ökologisch korrekt und gesund zu ernähren, haben Sie erkannt und mit „Green Rosin“ Produkte auf den Markt gebracht, die fleischlos und frei von tierischen Bestandteilen sind. Was ist das Besondere an diesen Produkten?

Frank Rosin: Wir haben mit unserer Marke „Green Rosin“ das Anliegen, das Thema der fleischlosen Ernährung ohne moralischen Zeigefinger weiter nach vorne zu bringen.

In der Vergangenheit wurden die Themen vegetarische und vegane Ernährung auch immer mit einer Versinnbildlichung von Fleischgerichten verknüpft, wie zum Beispiel eine „vegane Gulaschsuppe“. Dies stand einer eigenen Markenstellung entgegen. Wir kreieren mit unseren Produkten, die fleischfrei oder auch komplett frei von tierischen Bestandteilen sind, nun Warengruppen, die so heißen, wie die Dinge, die sie auch tatsächlich enthalten.

Frank Rosin
„Wichtiger denn je ist es, die Wahrheit zu kommunizieren und darauf hinzuweisen, dass Übergewicht eine der größten Zivilisationskrankheiten der westlichen Welt ist.“ Frank Rosin

Wirtschaftfsforum: Sie haben in der mehrteiligen Show „Rosins Fettkampf“ einige Kilos verloren. Haben Sie den öffentlichen Druck gebraucht, um Ihre Ernährung umzustellen?

Frank Rosin: Sicher hat es nicht geschadet, dass ich bei meinem Abnehmen von Kameras begleitet wur-de. Natürlich will man da umso weniger scheitern. Wichtiger denn je ist es jedoch, die Wahrheit zu kommunizieren und darauf hinzuweisen, dass Übergewicht eine der größten Zivilisationskrankheiten der westlichen Welt ist. So kann man sich durch eine falsche Ernährung ja praktisch selbst vergiften. Ich denke, es ist wichtig, die Menschen auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Es wird eh viel zu wenig über die wesentlichen Probleme gesprochen. Und das meine ich jetzt nicht nur im Rahmen der Ernährung, sondern auch im Großen und Ganzen in der Gastronomie.

Wirtschaftfsforum: Neben Ihrem eigenen Sterne-Restaurant sind Sie aber auch in verschiedenen Fernsehshows zu sehen. „Rosins Restaurants“ beispielsweise läuft bereits seit neun Jahren. Warum schal-ten die Zuschauer gern ein?

Frank Rosin: Rosins Restaurants läuft mittlerweile sogar schon seit 10 Jahren. Meiner Meinung nach schalten die Zuschauer ein, weil es sich bei dieser Sendung um ein ungescriptetes, ungeschminktes Dokuformat handelt. Wir zeigen offen, wie inkompetent diese Branche oftmals aufgestellt ist und fernab von jeglicher Fachkompetenz arbeitet. Und trotzdem sagt man auch noch heute: „Wer nichts wird, wird Wirt…“

Wirtschaftfsforum: Sie sind Autor, Koch und Teil der Medienlandschaft – vor einigen Jahren brachten Sie dann Ihr erstes Album auf den Markt. Sehen Sie Ihre Zukunft eher als Sänger oder als Koch?

Frank Rosin: Musik ist Teil meines kreativen Lebens. Es ist für mich ein großes Glück, daran teilzuhaben. Zudem entspannt es mich enorm. Aber ich produziere die Musik, singe nicht selbst. Das überlasse ich lieber Leuten, die das besser können als ich.

Interview: Andreas Detert | Fotos: Frank Dursthoff

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