Die haben den Dreh raus

Interview

„Wir orientieren uns an Wagenbetreibern und Vermietern und am enstprechenden Umfeld“, erläutert Dr. Dagmar Matúsová, Geschäftsführerin von ELH. „Drehgestelle müssen Normen erfüllen und Zulassungen bekommen. Sie gelten als eine interoperable Komponente, für die eine TSI-Zulassung erforderlich ist. Wir liefern komplette Lösungen, samt Zustellung und Zertifikaten.“

Die Firma bietet das volle Programm, von Einachs- bis zu Vierachs-Drehgestellen, die für Schwerlasttransporte benötigt werden.

„Wir sind Alleinhersteller in der EU für das Dreiachs-Drehgestell in dieser Ausführung“, fügt Dr. Dagmar Matúsová hinzu.

Jahrelange Erfahrung

ELH wurde 1998 aus dem Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn in Halle heraus gegründet. Dabei wurden 43 der ursprünglichen Angestellten übernommen.

„Manche Mitarbeiter arbeiten deshalb bereits seit über 15 Jahren hier und verfügen daher über große Kompetenz und Erfahrung“, verrät die Prokuristin Dana Grünewald, die für Vertriebsleitung und Projektmanagement zuständig ist.

Sie selbst ist auch schon seit 15 Jahren dabei und hat die Entwicklung des neuen Unternehmens praktisch von Anfang an mitgestaltet. „Das Unternehmen ist damals 1999 auf der grünen Wiese neu errichtet worden“, erinnert sie sich. „Um ein modernes, großes Werk zu errichten.“

„Was wir machen ist im Prinzip Maschinenbau auf der Strecke.“ Dagmar MatúsováGeschäftsführerin
Dagmar Matúsová

Erfolg durch Innovation

Eine weitsichtige Entscheidung, denn die Räumlichkeiten sind seitdem mehrfach erweitert worden. Auch die Mitarbeiterzahlen sind gestiegen, vor allem in den letzten drei Jahren. 2012 realisierte die Firma einen Umsatz von 13,4 Millionen EUR mit über 90 Mitarbeitern, für 2015 plant sie mit 120 Mitarbeitern, darunter 14 Auszubildende, einen Umsatz von 25 Millionen EUR zu erreichen.

„Nach der Krise haben wir uns Stück für Stück aufgebaut“, meint Dr. Dagmar Matúsová. Die Firma sticht aus der Konkurrenz durch neue Entwicklungen, Sonderleistungen mit Mehrwert und eine hohe Spezialisierung hervor. „Alle zwei Jahre stellen wir auf der Innotrans in Berlin neue Produkte aus“, verrät Dana Grünewald. „Dort treffen wir auch die meisten unserer Kunden. Neue Produkte kann man digital einstellen, aber der persönliche Kontakt ist wichtig. Wir haben eine erfahrene Entwicklungsabteilung, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientiert.“

Ökologisch sinnvoll

Im Augenblick dreht sich in der Entwicklung alles um Lärmreduzierung und das Gewicht der Drehgestelle. So auch bei dem neuen Modell RC25NT, das vor allem für Güterwagen mit einer hohen Laufleistung und den Einsatz in Gegenden mit dichter Besiedlung an Bahngleisen gedacht ist.

„Durch die richtige Konstruktion kann man sehr viel Gewicht einsparen“, erläutert Dr. Dagmar Matúsová. „Der Kunde hat dadurch den Nutzen, mehr laden zu können.“

Der Güterverkehr auf den Schienen spart aber auch etwas anderes ein: Emissionen. Dr. Dagmar Matúsová würde es daher begrüßen, wenn Deutschland sich an anderen Ländern ein Beispiel nehmen und mehr Ware über die Schienen transportieren würde.

„In Deutschland und anderen Ländern wird noch viel zu viel auf der Straße transportiert“, beklagt sie. „Die Zahl der Lkw auf unseren Autobahnen ist schlichtweg zu hoch. Unsere Produkte sind besser für die Umwelt. Die Innovationen für leise und umweltfreundliche Alternativen sind da, aber wir würden uns mehr Unterstützung erhoffen, um diese zum Einsatz zu bringen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

Wenn Standard nicht hoch genug reicht

Interview mit Florian Kunze-Scheffler, CFO/CIO/CDO der Kunze GmbH

Wenn Standard nicht hoch genug reicht

Wer heute auf Baustellen entlang von Bahnstrecken arbeitet oder schwer zugängliche Industrieanlagen wartet, braucht mehr als Standardtechnik. Die Kunze GmbH aus Bruckmühl hat sich genau auf diese anspruchsvollen Einsatzbe­reiche spezialisiert.…

Strom formt Stahl: Die Zukunft der Wärmebehandlung

Interview mit Norbert Wirth, Geschäftsführer der EMA Indutec GmbH

Strom formt Stahl: Die Zukunft der Wärmebehandlung

Die Transformation industrieller Prozesse ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern tägliche Realität. Gerade bei energieintensiven Anwendungen wächst der Druck, effizientere und zugleich nachhaltigere Lösungen zu finden. Die EMA Indutec GmbH…

Wenn Engineering auf Zukunftstechnologien trifft

Interview mit Joachim Himmelsbach, Geschäftsführer der Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH

Wenn Engineering auf Zukunftstechnologien trifft

Die industrielle Fertigung steht weltweit vor tiefgreifenden Veränderungen. Neue Technologien, geopolitische Verschiebungen und steigende Anforderungen an Effizienz und Präzision verlangen Unternehmen ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit ab. Die Erwin Junker…

Spannendes aus der Region Saalekreis

Wenn Innovation Gewicht spart

Interview mit Marnie Tietje, Leiterin Vertrieb der SOMMER GmbH

Wenn Innovation Gewicht spart

Der Fahrzeugbau verändert sich rasant: Leichtbau, Nachhaltigkeit und flexible Lösungen sind heute gefragter denn je. Ein Unternehmen, das diese Entwicklung seit Jahren prägt, ist die SOMMER GmbH aus Laucha an…

„Wir steigen da ein, wo andere aufhören.“

Interview mit Silvio Kunze, Geschäftsführer der Bauunternehmen Hansjörg Kunze GmbH

„Wir steigen da ein, wo andere aufhören.“

Wer durch historische Städte geht, sieht oft nur die Fassade. Dahinter beginnt die eigentliche Arbeit – komplex, unvorhersehbar, manchmal riskant. Silvio Kunze kennt diese Realität seit Jahrzehnten. Im Gespräch wird…

Fördertechnik als globales Rückgrat der Industrie

Interview mit Matthias Gößler, Geschäftsführer der Rulmeca Germany GmbH

Fördertechnik als globales Rückgrat der Industrie

Fördertechnik bleibt meist unsichtbar – und ist doch unverzichtbar für funktionierende Industrie- und Logistikprozesse weltweit. Die Rulmeca Germany GmbH verbindet dabei jahrzehntelange Erfahrung mit moderner Antriebstechnologie und internationaler Ausrichtung. Geschäftsführer…

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn Standard nicht hoch genug reicht

Interview mit Florian Kunze-Scheffler, CFO/CIO/CDO der Kunze GmbH

Wenn Standard nicht hoch genug reicht

Wer heute auf Baustellen entlang von Bahnstrecken arbeitet oder schwer zugängliche Industrieanlagen wartet, braucht mehr als Standardtechnik. Die Kunze GmbH aus Bruckmühl hat sich genau auf diese anspruchsvollen Einsatzbe­reiche spezialisiert.…

Die Stärke der Nische

Interview mit Christoph Dorscheid, Geschäftsführer der cds Polymere GmbH & Co. KG

Die Stärke der Nische

Wer auf einem Flughafen landet, denkt nicht an Kunstharz. Wer eine Tiefgarage betritt, denkt nicht an Reaktionsharzmörtel. Und wer einen frisch beschichteten Industrieboden betritt, fragt selten, wer das Material geliefert…

Beratung am offenen Herzen der Immobilie

Interview mit Silvio Stöltzel, Gründer und Geschäftsführer der PLU CO Immobilienvermittlungs GmbH

Beratung am offenen Herzen der Immobilie

Der Immobilienmarkt hat in den vergangenen Jahren eine Phase tiefgreifender Verunsicherung erlebt: Steigende Zinsen, Energiekrise und neue regulatorische Anforderungen haben Anlageentscheidungen spürbar verändert. Gefragt sind Einordnung, Transparenz und eine Beratung,…

TOP