Sehr viel mehr als Strom, Wasser und Gas

Interview

Mit dem Cross Selling will die Elektrizitätswerk Wels Aktiengesellschaft vorhandene Kunden für weitere Leistungen aus dem breiten Angebot interessieren. Der durch Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugte Strom wird über das eigene Versorgungsnetz an die Kunden geliefert. Eigene Netze unterhält das Unternehmen auch für Erdgas und Wasser. Bereits seit 1959 wird Fernwärme erzeugt, aktuell mittels KWK. Die Entsorgung von Abwässern erfolgt über die Verbandskläranlage Welser Heide. Der 200 Mitarbeiter starke Elektroanlagenbau ist auf Krankenhäuser, Altenheime und Industrieanlagen spezialisiert.

Eigener Elektroanlagenbau

Weitere Sparten sind Metallbau, Heizung, Sanitär & Klima sowie österreichweit Straßenbeleuchtung. Unter dem Namen ITandTEL werden Geschäftskunden Standortvernetzung, Internet, E-Mail-Dienste, Datensicherung, Security, Telefonkonzepte, Serverhousing und die Gestaltung von Internetseiten angeboten. Für private Kunden gibt es eine zusätzliche Beteiligung an Kabel-TV-Unternehmen.

Solarthermieanlage

Als Gesamtunternehmer übernimmt Elektrizitätswerk Wels Gebäudesanierungen. Kommunen und Unternehmen wird Beratung zu Straßenbeleuchtung und Energiesparmaßahmen angeboten. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf Photovoltaikprojekten inklusive Finanzierung. Zur Sparte Solaranlagen gehört auch eine sehr große Solarthermieanlage auf dem Dach der Messehalle, die das Fernwärmenetz speist. Zudem werden Photovoltaikprojekte für private und gewerbliche Kunden umgesetzt.

1898 gegründet

Das 1898 gegründete Elektrizitätswerk Wels wurde bereits 1901 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, damit auch private Gesellschafter mit ins Boot genommen werden konnten. Heute gehört das Unternehmen zu 100% der Stadt Wels. Tochtergesellschaften sind MEA Solar sowie die Wels Strom Ges.m.b.H., bei der E-Werk Wels neben der Energie AG Oberösterreich mit 51% Mehrheitsgesellschafter ist.

Zudem besteht eine stille Beteiligung am öffentlichen Nahverkehr Wels. Die Geschäftsleitung bilden der Technische Vorstand Dipl.-Ing. Gerhard Weiß und der Kaufmännische Vorstand Mag. Florian Niedersüß. Insgesamt 700 Beschäftigte erwirtschaften einen Umsatz von 200 Millionen EUR. Unter den kommunalen Energieversorgern Österreichs zählt E-Werk Wels zu den Top 10.

„Wir haben immer wieder neue Geschäftsfelder gesucht, die mit der Versorgung in Verbindung stehen.“ Dipl.-Ing. Gerhard Weiß Technischer Vorstand

Dienstleistungen erweitern

Zielgruppen sind neben privaten und öffentlichen Kunden mittelständische Industriebetriebe sowie öffentliche Auftraggeber. E-Werk Wels ist auf zahlreichen lokalen Messen Österreichs präsent. Wichtigstes Forum ist jedoch die Energiesparmesse Wels.

Zentrale Anlaufstelle ist das Kundenzentrum mitten in Wels. Alle drei Monate kommt eine Kundenzeitung heraus. Außerdem werden Vereine, Turniere, etc. durch Sponsoring unterstützt. In Printmedien erscheinen Werbeanzeigen. Aktivitäten außerhalb Österreichs sind vor allem der Anlagenbau von Mikro-Gasturbinen. Dieser unter 10% liegende Anteil wird vor allem in Deutschland erzielt.

"Wir haben immer wieder neue Geschäftsfelder gesucht, die mit der Versorgung in Verbindung stehen", erklärt Gerhard Weiß. "Dienstleistung war schon immer ein wichtiger Aspekt für uns." Das extrem breitgefächerte Dienstleistungsangebot sucht auch österreichweit seinesgleichen.

Auch künftig soll die Palette an Dienstleistungen erweitert werden. Dabei wird vor allem an Smart Metering gedacht, die intelligente Zählertechnologie, sowie an Smart Home, die Vernetzung von Haustechnik, Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Energie & Umwelt

Sonnenstrom braucht starke Partner

Interview mit Markus Krampe, Geschäftsführer der Enovos Renewables O&M GmbH

Sonnenstrom braucht starke Partner

Photovoltaik boomt – doch was passiert, wenn die Module installiert sind? Dann beginnt die Phase, in der Betrieb, Wartung und Leistungsoptimierung über die Wirtschaftlichkeit entscheiden. Markus Krampe, Geschäftsführer der Enovos…

„Brauchen Verlässlichkeit in der Energiewende“

Interview mit Dipl.-Ing. (FH) Michael Raschemann, geschäftsführender Gesellschafter der Energiequelle GmbH

„Brauchen Verlässlichkeit in der Energiewende“

Sonne und Wind sinnvoll zu nutzen, darin sieht die Energie­quelle GmbH mit Sitz in Kallinchen bei Berlin ihre Hauptaufgabe. Der Inhaber und Gründer Dipl.-Ing. (FH) Michael Raschemann sprach mit Wirtschafts­forum…

Energiewende als Mammutaufgabe

Interview mit Dipl.-Wirt.-Ing. Jörg Kogelheide, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH und Dipl.-Kfm. (FH) Manuel Drossard, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH

Energiewende als Mammutaufgabe

Energiekrise, Digitalisierung, Energiewende: Regionale Versorger stehen unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen auf Partner setzen können, die in Krisenzeiten Verantwortung übernehmen. Die Stadtwerke Versmold sind ein solcher Partner,…

Spannendes aus der Region Wels

„Habe nie nein gesagt“

Interview mit Walter Bostelmann, Vorstandsvorsitzender der Kellner & Kunz AG

„Habe nie nein gesagt“

Nicht bewahren, sondern bewegen ist das Motto der Kellner & Kunz AG mit Sitz im österreichischen Wels. Vor 100 Jahren verkaufte sie Werkzeuge und Schrauben – heute sind es zusätzlich…

Wie man Convenience lebt

Interview mit Manuel Kropfmüller, Head of Sales and Marketing der Eisberg Österreich GmbH

Wie man Convenience lebt

Wir l(i)eben Convenience – so die Philosophie nicht nur der Eisberg Österreich GmbH, sondern der gesamten Eisberg-Gruppe. Der Standort Marchtrenk des Convenience-Spezialisten ist eine hochmoderne Anlage, die vor vier Jahren…

Leuchtende  Beispiele – auch für den deutschen Markt

Interview mit Alfred Huemer, Geschäftsführer der HUBER Signage Austria GmbH

Leuchtende Beispiele – auch für den deutschen Markt

Vom Schildermaler zum Komplettanbieter für Objektbranding: Die HUBER Signage Austria GmbH mit Sitz im österreichischen Marchtrenk ist ein Paradebeispiel für einen erfolgreichen Wandel vom kleinen Familienbetrieb zum preisgekrönten internationalen Player.…

Das könnte Sie auch interessieren

Resortkonzept mit System

Interview mit Susanne Adrian, General Manager der Marissa GmbH

Resortkonzept mit System

Urlaub im eigenen Land ist gefragter denn je – mit der steigenden Nachfrage wachsen auch die Erwartungen. Gäste wünschen sich mehr als nur eine Ferienunterkunft: Qualität, Flexibilität und ein echtes…

Wenn Technik Kultur berührt

Interview mit Franca Borzaga, Gründungspartnerin und Mitglied des Verwaltungsrats Metal Working S.r.l.

Wenn Technik Kultur berührt

Aufzüge sind Alltagsinfrastruktur – bis sie plötzlich zum Prestigeprojekt werden: etwa dann, wenn ein Lift ins Kolosseum integriert werden soll, ohne jahrtausendealte Mauern anzutasten. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich…

Wie Begrünung das Büroklima prägt

Interview mit Markus Mohr, Geschäftsführer der Mohr Hydrokultur

Wie Begrünung das Büroklima prägt

Ob Großraumbüro, Co-Working-Space oder repräsentatives Headquarter: Unternehmen investieren heute stärker denn je in Arbeitsumgebungen, die Menschen anziehen – und im Alltag funktionieren. Begrünung spielt dabei eine wachsende Rolle, weil sie…

TOP