Die Realität ist das Spiel

Interview mit Jens Kosche, Geschäftsführer der Electronic Arts GmbH

„Die Spieler stehen bei uns ganz klar im Mittelpunkt. Nicht umsonst stehen wir für eine ՙPlayercentric Philosophy՚. Wir fragen immer zuerst danach, wie wir den Spieler zufriedenstellen können“, äußert Jens Kosche, Geschäftsführer der Electronic Arts GmbH mit Sitz in Köln.

Als eines der Flaggschiff-Produkte überzeugt EA SPORTS FIFA schon seit Jahren die Gamer-Gemeinde in Europa. Für Jens Kosche ist dabei aber nicht allein der Spielspaß ausschlaggebend: „Die Spieler wollen eine nahezu perfekte Illusion haben, zum Beispiel ein Teil von Bayern München sein. Diesen Anspruch setzen wir in unseren Spielen um.“

Um diese perfekte Illusion virtueller Spielwelten wie in ՙBattlefield 1՚ oder ՙTitanfall՚ zu schaffen, greift EA auf große, hoch spezialisierte Entwicklungsteams in der ganzen Welt zurück, einige davon arbeiten in Köln, zum Beispiel ein eigenes Spezialistenteam für Video-Assets.

Spiele zum Runterladen

EA hat sich vor allem mit Spielen für Konsolen und PCs einen Namen gemacht, aber auch Handy- und Smartphonespiele gehören zeitgemäß zum Portfolio. Gerade in letzterem Bereich sieht Jens Kosche enormes Potenzial: „Das ist ein Milliardenmarkt. Als Games Publisher muss man hier aktiv werden und die eigenen Spiele attraktiv platzieren.“

Außerdem hat der Geschäftsführer ein verändertes Verhalten beim Bezug der Spiele ausgemacht: „Früher hatten wir die DVD-Box, heute wollen immer mehr Spieler Produkte nur noch zum Runterladen. Darauf haben wir uns eingestellt, indem wir unsere digitale Vertriebsplattform mit dem Namen ՙOrigin՚ gestartet haben. Dort bieten wir beispielsweise Abo-Modelle an.“

Jens Kosche
„Musik muss man nicht mehr physisch kaufen, sondern kann sie herunterladen oder hat Flatrates – das geht mit unseren Spielen auch.“ Jens KoscheGeschäftsführer

Allerdings ist Origin mehr als nur eine reine Vertriebsplattform: Das System ermöglicht sowohl die Online-Verteilung, Wartung und Nutzungskontrolle der Spiele als auch die Kommunikation der Spieler untereinander.

eSports im Stadion

Mit Interesse verfolgt Jens Kosche die Entwicklung des eSports. Dabei trifft virtueller Sport auf reales Publikum. „Eine solche Veranstaltung gab es zuletzt in der Lanxess-Arena in Köln. Hier kommen Menschen hautnah mit unseren Spielen in Berührung. Und für uns bietet sich die Möglichkeit eine intensive, emotionale Bindung zu den Spielern aufzubauen.  Das ist für mich ein Teil der Zukunft.“ Die breite Diskussion zu eSports in der Öffentlichkeit begrüßt er entsprechend.

Intakte Unternehmenskultur

Nicht nur die Spieler als Konsumenten, sondern auch die eigenen Mitarbeiter im Unternehmen genießen bei EA höchste Priorität. Die Unternehmenskultur sei intakt und vernünftig, bestätigt Jens Kosche, der selbst seit 14 Jahren bei EA arbeitet: „Es gibt wenige Firmen, wo man morgens mit einem Lächeln zur Arbeit geht. Uns interessiert, wie wir unsere Mitarbeiter glücklich machen können.“

Mit einem funktionierenden Team lassen sich einerseits der Erfolgspfad weiterverfolgen, andererseits aber auch die Herausforderungen der Zukunft bewältigen. Eine davon sei der Bereich ՙVirtual Reality՚, ist sich der Geschäftsführer sicher: „Dieser Markt befindet sich in der Anfangsphase, aber wir möchten auf jeden Fall eine führende Rolle bei seiner Entwicklung einnehmen.“

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