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Ein must-have unter den Mützen

Interview mit Ronald Mühlböck, Geschäftsführer der Eisbär Sportmoden GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Mühlböck, Sie sind seit einem Jahr Geschäftsführer der Eisbär Sportmoden GmbH; vorher haben Sie mehr als 20 Jahre in verschiedenen Positionen bei Adidas gearbeitet. Was hat Sie an dem Unternehmen Eisbär besonders gereizt?

Ronald Mühlböck: Ich habe bei Adidas sowohl im Bereich Global Branding Marketing als auch im Bereich Eyewear für Silhouette, einem Familienunternehmen und Lizenznehmer von Adidas, gearbeitet. Damit kenne ich beides, die Kultur eines klassischen Familienunternehmens und die eines großen Konzerns mit einer internationalen Marke. Ich bin hier in der Region aufgewachsen und kenne die Marke Eisbär seit langem. Es fasziniert mich, diese traditionelle österreichische Qualitätsmarke in die Zukunft zu führen.

Wirtschaftsforum: Wofür steht Eisbär heute und wie hat sich die Marke entwickelt?

Ronald Mühlböck: Eisbär steht seit jeher für qualitativ hochwertige Headware, das heißt für gestrickte Mützen. Wir arbeiten mit hochwertigen Materialien und haben heute rund 300 verschiedene Modelle im Angebot, die unterschiedlichste Geschmäcker und Bedürfnisse abdecken. Das heißt, der Städter kommt bei einer trendigen oversized Mütze ebenso auf seine Kosten wie jemand, der etwas mehr Glamour möchte und sich mit einer mit Swarovski-Steinen besetzten Mütze schmückt. Outdoor-Fans greifen gerne zu grobgestrickten Mützen und nicht zuletzt sind Eisbär-Mützen natürlich auf den Skipisten und überhaupt in den Bergen extrem populär.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die Philosophie hinter den Mützen aus?

Ronald Mühlböck: Eisbär wurde 1956 von Franz und Maria Wöss gegründet, die sich auf die Herstellung von Strickwaren, insbesondere von Mützen konzentrierten, aber auch Pullover und Westen fertigten. Sehr schnell gab es eine Verbindung zum Wintersport, vor allem zum Skisport. Seit 1975 gibt es eine Kooperation mit dem österreichischen Skiverband; viele österreichische Skilegenden trugen Eisbär-Mützen. Die Kooperation besteht übrigens bis heute. 2002 kam dann die Kooperation mit dem österreichischen Olympiakomitee zustande. Bei den Spielen in Salt Lake City, Turin, Vancouver, Sotschi, Südkorea und in Zukunft auch Peking war das Komitee mit Produkten von Eisbär ausgestattet. Diese intensive Verbindung zum Sport gibt es also seit langem; sie hat die Marke nachhaltig geprägt. Das Unternehmen war bis 2010 ein reines Familienunternehmen; seit zehn Jahren liegen zwei Drittel der Anteile bei der Tyrol Equity, ein Drittel ist nach wie vor in Familienbesitz; mittlerweile ist die dritte Generation der Familie mit an Bord. Wir haben hier am Fertigungsstandort Feldkirchen rund 60 Mitarbeiter und arbeiten mit hochmodernen Technologien. Man hat hier schon immer gezielt in Maschinen investiert und schon 1987 mit der ersten computergesteuerten Strickmaschine gearbeitet.

Wirtschaftsforum: Damals wie heute sind demnach Mützen das Aushängeschild von Eisbär. Soll das so bleiben?

Ronald Mühlböck: Eisbär wird immer über hochwertigste Mützen definiert werden. Früher gab es vorübergehend den Bereich Oberbekleidung, momentan allerdings nicht. In Zukunft könnte sich das wieder ändern. Wir können uns vorstellen, in anderen, auch auf Flachstrick basierenden Produktkategorien Fuß zu fassen und das Portfolio zu diversifizieren.

Wirtschaftsforum: Gibt es abgesehen von einer Produktausweitung weitere konkrete Veränderungspläne?

Ronald Mühlböck: Dieses Unternehmen ist von den Werten eines Familienbetriebs geprägt. Es ist schön zu sehen, wie begeistert und stolz man ist, hier zu arbeiten. Die Eigentümer haben Interesse, das Unternehmen so weiterzuentwickeln wie es in der Vergangenheit groß geworden ist. Das heißt, es gibt ein klares Commitment zum Standort Österreich und zu den Kerntechnologien. Gleichzeitig sind wir offen für Neuentwicklungen. Stillstand ist für jedes Unternehmen das Schlimmste.

Wirtschaftsforum: Inwieweit hat die Corona-Krise das Unternehmen getroffen?

Ronald Mühlböck: Natürlich ist die Krise für uns eine große Herausforderung. Auf der anderen Seite haben wir gemerkt, wo unsere Stärken liegen. Wir sind nicht von großen Lieferketten abhängig, sondern können schnell und flexibel reagieren. Wir haben hier viele positive Dinge, auf die wir aufbauen können. In der Zukunft wird entscheidend sein, sich mit dem Markt, mit den Konsumenten mitzuentwickeln, Mut zu neuen Produkten zu haben, zu Veränderungen in Distributionsstrategien. Wir werden uns mit Themen rund um Produktionstechnologien, Produktdiversifizierung, neue Materialien und vor allem der social environmental responsibility auseinandersetzen. Wir wollen hochwertige Produkte anbieten, die unter guten Bedingungen hergestellt werden, weil wir die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt ernst nehmen. Man muss nicht jedem Trend folgen, sondern sich selbst treu bleiben, authentisch sein. Deshalb setzen wir weiter auf einen Premiumansatz und stehen eher für slow fashion als für fast fashion. Eisbär wird auch in Zukunft eine traditionelle österreichische Marke sein, an der Konsumenten lange Freude haben.

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