Wo jeder Tropfen zählt
Interview mit Dipl.-Ing. Mirko Ebeling, Geschäftsführer und Gründer der Ebetech GmbH

Mirko Ebeling, Geschäftsführer und Gründer der Ebetech GmbH, weiß, womit er seine Kunden überzeugt: Herzstück des Portfolios sind Maschinen des italienischen Herstellers Steriline, ergänzt um komplementäre Lösungen für vor- und nachgelagerte Prozessschritte. Die Systeme befüllen Vials, Spritzen, Ampullen und Augentropfenbehälter mit flüssigen, viskosen oder pulverförmigen Substanzen, stets unter streng sterilen Bedingungen, eingekapselt in Isolatoren. Was Ebetech dabei von vielen Wettbewerbern unterscheidet: die konsequente Integration von Robotertechnik, die Mirko Ebeling als zentrales Alleinstellungsmerkmal sieht. „Wir sind der Einzige, der größere Ausbringungsmengen mit Robotern realisiert“, erklärt er. Dabei bewegt sich das Unternehmen bewusst im Low- und Medium-Speed-Segment, einer Nische, die es mit technologischer Tiefe besetzt.
KI als Qualitätswächter
Kameras überwachen den gesamten Abfüllprozess, erkennen selbstständig Unregelmäßigkeiten und garantieren so die Prozesssicherheit. Die Roboter korrigieren den Fehler eigenständig, ganz ohne Sensorik, nur mit Visiontechnik. Mirko Ebeling erklärt die Notwendigkeit von KI in diesen Prozessen an einem Beispiel: Bei Präparaten der Gentherapie oder personalisierten Onkologiepräparaten, bei denen der Inhalt eines einzelnen Vials bis zu mehrere Zehntausend Euro wert sein kann, zählt jeder abgefüllte Tropfen. Digitale Zwillinge, Fernwartung und vorausschauende Diagnose per Onlinezugriff auf die Kundenmaschinen runden das technologische Bild ab. Auch im Bereich Energieeffizienz tut sich etwas: Ein neu entwickelter Heißlufttunnel zum Sterilisieren von Glascontainern benötigt rund ein Drittel weniger Energie als herkömmliche Systeme. Ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, die auch Pharmakonzerne zunehmend von ihren Lieferanten einfordern.
Wachstum im Blick
Ebetech bedient Pharmaunternehmen in der DACH-Region und darüber hinaus in ganz Europa. Der Exportanteil liegt bei 80 bis 90%. Gelegentlich begleitet das international ausgerichtete Ebetech-Team Projekte bis nach Indien, Saudi-Arabien oder in die USA. Für die Zukunft sieht Mirko Ebeling weiteres Potenzial: In den nächsten drei Jahren plant er, den Umsatz um mindestens ein Drittel zu steigern – organisch, ohne das bewährte Kerngeschäft der sterilen Abfüllung zu verlassen. Das Marktumfeld gibt diese Zuversicht her. Während traditionelle Absatzmärkte wie Russland weggebrochen sind, entwickeln sich der Nahe Osten und weitere Schwellenländer zu starken Wachstumsmärkten. Denn gerade hier, so seine Überzeugung, liegt noch reichlich Terrain für jene, die präziser, innovativer und ein Stück weiter denken als der Rest.










