Ein Unternehmen, das Spaß macht

Interview mit Tim Mittelberger, Prokurist der Dorfelektriker Mittelberger GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Mittelberger, 2020 wird ein spannendes Jahr – nicht nur für Ihre Firma, sondern auch für Sie persönlich. Was bedeutet die anstehende Firmenübernahme für Sie?

Tim Mittelberger: Ich sehe sie als riesiges Privileg. Mein Vater hat so viel erreicht und ich möchte viele Dinge so weiterführen, wie er es getan hat. Er wird auch weiterhin im Unternehmen tätig sein. Ich habe das Glück, dass ich langsam an meine neue Aufgabe herangeführt wurde und zu nichts gezwungen wurde. Ich bin meinem Vater sehr dankbar dafür, dass er mir alle Freiheiten gegeben hat. Zunächst dachte er, dass ich niemals ins Unternehmen einsteigen würde. Dann habe ich aber meine Lehre hier gemacht und alles von klein auf kennengelernt. Ich habe mich eigenständig dazu entschieden und mir gefällt meine neue Aufgabe sehr gut.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Impulse, die Sie ins Unternehmen mit einbringen?

Tim Mittelberger: Ich möchte, dass wir ein Unternehmen sind, das Spaß macht: zufriedene Kunden, zufriedene Mitarbeiter und einen Anteil zum Gemeinwohl leisten. Ich arbeite gern mit Menschen und mag, wenn Harmonie herrscht. Soziale Verantwortung übernehme ich sehr gern, das spornt mich an. Insbesondere im Marketing haben wir viele erfolgreiche Meilensteine erreicht und ich möchte auch künftig eine andere Dimension von Marketing für unsere Mitarbeiter schaffen.

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Wirtschaftsforum: Wie gelingt Ihnen das?

Tim Mittelberger: Wir arbeiten mit einer Teamstruktur. Sechs Teams zu den Themen Wohnbau, Service/ Hausbau, Gewerbe, Beleuchtung, Gebäudeautomation und Verwaltung fungieren jeweils wie eigenständige Unternehmer im Unternehmen. Sie betreuen, fakturieren und verwalten eigenverantwortlich. Diesen Aspekt möchten wir noch weiter in den Mittelpunkt rücken. Auf unserer Webseite stellen wir unsere Mitarbeiter individuell und persönlich vor – die Sprüche sind super spannend, kreativ und von ihnen selbst ausgearbeitet worden. Wir möchten unseren Mitarbeitern etwas Besonderes bieten und den Fokus auf sie legen. Insbesondere im Handwerk ist das sehr wichtig. New Work, Gleitzeit, Homeoffice, besondere Tools: Sehr wenig davon lässt sich auf der Baustelle umsetzen. Daher müssen wir andere Ansätze finden. Uns ist es einfach wichtig, dass sich unsere insgesamt 75 Mitarbeiter wohlfühlen und sie Spaß bei der Arbeit haben. Das zeigt sich durch viele Zertifikate und Auszeichnungen wie der als ‚Bester Arbeitgeber Vorarlbergs 2019‘.

Wirtschaftsforum: Mittlerweile beschäftigen Sie 75 Mitarbeiter, doch das war sicher nicht immer so. Wie sind Sie gestartet?

Tim Mittelberger: Mein Vater Herbert Mittelberger hat das Unternehmen 1982 aus einer Garage heraus gegründet. Es folgten viele Umzüge und 1992 die Entwicklung der Marke ‚Dorfelektriker‘. Das war ein Riesenschritt für unsere Firma. Mein Vater hatte schon immer ein Faible für Beleuchtungen. Seit 2002 hat unser Lichtstudio mit ‚Conceptlicht‘ eine eigene Marke. 2013 ist das Lichtstudio gleich anschließend an das Betriebsgebäude in den Neubau eingezogen. Es stellt ganz klar einen Teil unserer Erfolgsgeschichte dar. Wir sind kontinuierlich gewachsen und möchten nun immer weiter unsere Qualität verbessern. Wir führen wöchentliche Teamleitersitzungen durch. Hier werden alle aktuellen Themen besprochen. Die Fokusgruppen treffen sich je nach Bedarf und nehmen sich intensiv einem Thema an. Wir hinterfragen uns stetig, um uns immer weiter zu verbessern.

Wirtschaftsforum: Wie gelingt Ihnen das?

Tim Mittelberger: Wir setzen die passenden Schwerpunkte. Ich habe beispielsweise das Team Gebäudeautomation ins Leben gerufen. Das war mein Prestigeprojekt. Darin dreht sich alles um Smart Home und neue Technologien. Mittlerweile ist das Projekt ein Selbstläufer. Wir möchten vom Papier weggehen, mit iPads arbeiten und neue Arten der Kommunikation einführen. Außerdem wird unser Marketingmodell weiter ausgebaut. Zweimal im Jahr finden bei uns Visionstage statt, bei denen jeder Mitarbeiter anwesend ist. Dort wird erarbeitet, wo das Unternehmen in fünf Jahren stehen soll. Wir stellen Nachhaltigkeit in den Fokus und versuchen, die Belegschaft in den Prozess des Wirtschaftens zu integrieren. Das ist ein weiterer Weg, wie wir unsere Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen.

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