Wenn Kennzeichnung zum Wettbewerbsvorteil wird
Interview mit Götz Kroeber, Geschäftsführer der Domino Deutschland GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Kroeber, wie hat sich Domino seit der Gründung entwickelt?
Götz Kroeber: Domino wurde 1978 in Großbritannien gegründet und kam ursprünglich aus dem Bereich Continuous Inkjet. Der deutsche Standort existiert seit 1983, wir sind also seit mehr als 40 Jahren auf dem deutschen Markt aktiv. Im Laufe der Zeit hat Domino das Portfolio kontinuierlich erweitert und sich zu einem Vollanbieter im Bereich Kennzeichnung und Markierung entwickelt.
Heute umfasst unser Angebot unter anderem Tintenstrahldrucker, Thermal-Inkjet-Systeme, Laserbeschrifter, Etikettiersysteme, Vision-Systeme sowie Softwarelösungen für die zentrale Druckverwaltung. Darüber hinaus sind wir auch im Bereich Digitaldruck für Etiketten und Verpackungen tätig.
Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Domino von anderen Anbietern am Markt?
Götz Kroeber: Heute können viele Anbieter einen guten Drucker liefern. Der eigentliche Unterschied liegt im Gesamtpaket. Unsere Kunden investieren nicht nur in ein Gerät, sondern in eine Lösung, die sieben bis zehn Jahre zuverlässig funktionieren muss. Entscheidend sind daher Integration, Service, Betreuung und langfristige Unterstützung.
Wir verstehen uns deshalb nicht einfach als Hersteller einzelner Systeme, sondern als Lösungsanbieter. Unsere Kunden erwarten komplette Konzepte, die sich nahtlos in ihre Produktionsprozesse integrieren lassen. Dazu gehören Softwarelösungen, Kamerasysteme zur Codeprüfung, Absaugsysteme für Laseranwendungen sowie umfassende Servicepakete. Kundenzufriedenheit spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir arbeiten regelmäßig mit Net-Promoter-Score-Befragungen und entwickeln unsere Leistungen kontinuierlich weiter.
Wirtschaftsforum: Welche Themen beschäftigen die Verpackungsindustrie aktuell besonders stark?
Götz Kroeber: Das große Thema ist eindeutig Nachhaltigkeit. Ein wichtiger Trend ist die Umstellung auf Monomaterialien, damit Verpackungen einfacher recycelt werden können. Gleichzeitig verändert sich die Produktkennzeichnung grundlegend durch den sogenannten GS1 Digital Link. Der klassische Strichcode wird zunehmend durch 2D-Codes ersetzt, die deutlich mehr Informationen enthalten können.
Über diese Codes lassen sich beispielsweise Mindesthaltbarkeitsdaten, Rückverfolgbarkeitsinformationen oder logistische Daten abrufen. Verbraucher können per Smartphone auf zusätzliche Informationen zugreifen, während Hersteller gleichzeitig flexibler werden. Dadurch können Verpackungen einfacher gestaltet werden, weil weniger Informationen direkt aufgedruckt werden müssen.
Wirtschaftsforum: Wie reagiert Domino auf diese Entwicklungen?
Götz Kroeber: Lasertechnologie gewinnt immer stärker an Bedeutung. Im Vergleich zu klassischen tintenbasierten Systemen benötigt ein Laser keine Verbrauchsmaterialien wie Tinte und unterstützt damit nachhaltigere Produktionsprozesse. Besonders UV-Laser entwickeln sich derzeit sehr dynamisch, weil sie sich für unterschiedlichste Materialien eignen.
Auf der interpack 2026 haben wir unter anderem neue UV-Lasersysteme vorgestellt sowie komplette Codierstationen präsentiert. Dabei liefern wir nicht nur einzelne Geräte, sondern vollständige Lösungen inklusive Einhausung, Absaugung und Kameravalidierung. Kunden erhalten damit ein sofort einsatzfähiges Gesamtsystem aus einer Hand.
Wirtschaftsforum: Neben der klassischen Kennzeichnung spielt auch Digitaldruck eine Rolle bei Domino. Welche Bedeutung hat dieser Bereich?Götz Kroeber: Der Bereich Digital Printing entwickelt sich sehr positiv. Dort setzen wir Inkjet-Technologien ein, um Etiketten oder Wellpappenverpackungen digital und hochauflösend zu bedrucken. Besonders interessant ist das für kleinere Chargen oder variable Druckdaten.
Ein Beispiel sind Werbeaufsteller oder Verpackungen im Einzelhandel. Diese werden häufig nur in kleineren Stückzahlen produziert und eignen sich daher ideal für den Digitaldruck. Unsere Systeme ermöglichen es, Blankomaterialien mehrfarbig und flexibel zu bedrucken. Das schafft hohe Effizienz und neue Möglichkeiten für individuelle Verpackungslösungen.
Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgt Domino Deutschland für die kommenden Jahre?
Götz Kroeber: Wir erwirtschaften in Deutschland derzeit rund 50 Millionen EUR Jahresumsatz und wollen weiterhin nachhaltig wachsen. Dabei konzentrieren wir uns zunehmend auf ausgewählte Branchen wie Lebensmittel, Getränke, Pharma oder industrielle Anwendungen. Kunden erwarten heute nicht nur Technologie, sondern tiefes Branchenverständnis und Beratungskompetenz.
Die wirtschaftliche Lage bleibt anspruchsvoll, gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Automatisierung stetig weiter. Genau darin sehen wir große Chancen – und möchten unsere Kunden mit innovativen Technologien und langfristigen Partnerschaften auf diesem Weg begleiten.












