Die Ausrüster: Liefern, was der Kunde braucht

Interview mit Pancar-Geschaftsführer Michele Montanari

Wirtschaftsforum: Wenn Sie Ihr Unternehmen in wenigen Sätzen beschreiben müssten, was machen Sie und was sind Ihre Kernkompetenzen?

Michele Montanari: Unsere Kernkompetenz ist der Verleih von Baumaschinen für große Bauprojekte, wie Autobahnen, Tunnel oder Brücken. Wir haben einen Maschinenpark mit 150 bis 200 Maschinen, von feststehenden und rotierenden Hubbühnen von Dieci über Geländekräne (Grove, Terex Bendini) bis hin zu Baggern, Generatoren, Kompressoren und Tunnelbohrgeräten (Atlas Copco Jumbos, Casagrande Bohrer).

Zusätzlich haben wir eine große Werkstatt, in der wir die Maschinen warten und reparieren. Wir arbeiten mit den wichtigsten Bauunternehmen im In- und Ausland zusammen. Unsere Kunden sind Firmen wie Impregilo, Astaldi, Toto, Salini, Strabag, C.M.C., Pizzarotti und Condotte/Cossi.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Sie vom Wettbewerb? Warum kommen Kunden zu Ihnen?

Michele Montanari: Wir sind Experten, wenn es um große Bauprojekte geht. Wir waren zum Beispiel beim Bau der New Metro und der Pedelombarda in Mailand beteiligt, haben Maschinen für den Bau eines großen Damms in Island bereitgestellt und sind aktuell für C.M.C. in Mosambik aktiv. Wir wissen genau, was unsere Kunden brauchen und können mit Know-how und flexiblen Lösungen genau die Ausrüstung liefern, die benötigt wird.

Wirtschaftsforum: Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage der Baubranche?

Michele Montanari: Die Baubranche wird von der Eurokrise leider stark beeinflusst, vor allem in Italien haben wir eine schwierige wirtschaftliche Situation. Viele unserer Kunden arbeiten für oder mit dem Staat zusammen, und der ist zurzeit nicht besonders zahlungswillig. Außerdem werden in diesem Jahr wohl keine neuen Projekte vom Staat finanziert, und private Firmen investieren nur sehr wenig.

Wirtschaftsforum: Welche wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen würden Sie sofort ändern, wenn Sie könnten?

Michele Montanari: Der Wirtschaft würde eine stärkere Präsenz der EZB helfen, damit die europäischen Krisenländer sich wieder erholen können. Dafür ist eine Kooperation der verschiedenen Länder entscheidend. Chinas aggressive Wirtschaft ist eine Gefahr für uns alle.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 3 bis 5 Jahren, und welche Vision verbinden Sie mit diesem Blick in die Zukunft?

Michele Montanari: Wir möchten unser Auslandsgeschäft stärken und hoffen, dass sich die italienische Wirtschaft ab dem Sommer wieder erholt.

Wirtschaftsforum: Vielen Dank für das Interview, Herr Montanari.

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