Mit positiver Energie geht‘s ins neue Jahr

Ingeborg Dinkhauser, Geschäftsführerin der DEKTRO Abel GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Dinkhauser, Sie leiten einen der führenden Fachbetriebe für Gebäudetechnik, Technik in Krankenhäusern und Sicherheitstechnik im Großraum Rhein Neckar. Also ein Feld, das immer Konjunktur hat?

Ingeborg Dinkhauser: Das ist im Prinzip richtig, doch gerade im letzten Jahr mussten auch wir uns komplett umstellen. Das ist uns gelungen, aber es war schon ein echter Kraftakt.

Wirtschaftsforum: Corona hat auch auf Sie als regionalen Dienstleister, der vor allem in Krankenhäusern, öffentlichen Einrichtungen und im Industriegewerbe unterwegs ist, einen Einfluss gehabt?

Ingeborg Dinkhauser: Mit der ersten Corona Welle wurde die Situation für uns eine sehr große Herausforderung. Das lag vor allem daran, dass tagtäglich neue Informationen und neue Änderungen kamen. So haben Krankenhäuser von einem Tag zum anderen externe Kräfte nicht mehr zugelassen.

Wirtschaftsforum: Wie haben Sie reagiert?

Ingeborg Dinkhauser: Unser Slogan lautet ‘Positiv geladen’. Knapp und punktgenau bringt er zum Ausdruck, wofür unser Unternehmen steht, sowohl im Leistungsangebot als auch im Geiste. Daran haben wir uns orientiert.

Wirtschaftsforum: Sie haben im Krankenhausbereich ein starkes Standbein aufgebaut?

Ingeborg Dinkhauser: Unser Hauptaufgabenbereich ist immer noch das Krankenhaus und die medizinischen Einrichtungen. Hier haben wir viele Rahmenverträge, wo wir bei Ausfällen und Pannen sofort für die Reparatur einspringen, aber auch die Installation von neuen Technologien sicherstellen.

Wirtschaftsforum: Und nun waren die Krankenhäuser dicht.

Ingeborg Dinkhauser: Die Arbeit an den Elektroinstallationen ist nur vor Ort zu realisieren. Die Monteure müssen zu den Kunden. Es bestand zu Beginn auf beiden Seiten große Verunsicherung und Angst vor einer Ansteckung. Wir haben mit den Kunden gesprochen und Arbeiten angestoßen, die eigentlich zu einem späteren Zeitraum durchgeführt werden sollten und keinen direkten Kundenkontakt erforderten. Damit konnten wir Freiläufe teilweise auffangen und im Laufe der Zeit haben wir auch andere Arbeiten wieder aufnehmen können.

Wirtschaftsforum: Wie erging es den immerhin 100 Mitarbeitern?

Ingeborg Dinkhauser: Es ist ihnen hoch anzurechnen, dass sie sich so kooperativ gezeigt haben. Sie haben Überstunden abgebaut und Urlaub genommen. Wir konnten auf jeden Fall Kurzarbeit abwenden. Wichtig war uns, wirtschaftlich eine starke Position zu behalten und liquide zu bleiben. Die Gehälter sollten zeitgerecht bezahlt werden und die Mitarbeiter sollten ihren sicheren Arbeitsplatz behalten. Das war für uns sehr entscheidend.

Wirtschaftsforum: Fühlten Sie sich allein gelassen?

Ingeborg Dinkhauser: Wir hätten uns mehr Unterstützung erhofft, gerade auch für mittelständische Unternehmen wie uns.

Wirtschaftsforum: Was hat sich verändert?

Ingeborg Dinkhauser: Ich sehe vor allem eine Veränderung der Einstellung. Wir haben erkannt, dass wir alle in einem Boot sitzen und die gleichen Probleme haben. Das bringt uns gedanklich näher.

Wirtschaftsforum: Und was hat sich in der Arbeitswelt getan?

Ingeborg Dinkhauser: Es wird weniger Geschäftsreisen und mehr Videokonferenzen geben. Dennoch sind Präsenzveranstaltungen wichtig, um auch die emotionale Bindung zu stärken.

Wirtschaftsforum: Und wie geht es nun weiter?

Ingeborg Dinkhauser: Ich bin sehr positiv eingestellt und gehe davon aus, dass sich das Geschäft in Zukunft gut entwickeln wird. Langfristig wird es sicherlich Änderungen geben, denn schon heute denkt man gewisse Entwicklungen voraus. Vieles wird automatisiert und digitalisiert werden, deshalb ist ständige Weiterbildung der Mitarbeiter so wichtig, damit wir mit der Zukunft Schritt halten können. Zudem werden wir auch weiterhin auf der Suche nach gutem Nachwuchs sein. Trotz Krise wird es schwer bleiben, die richtigen Leute zu finden. Wir haben diese Phase bisher ohne größere Verluste überstanden und haben eine gute Entwicklung. Ein wichtiger Faktor war dabei die Flexibilität unserer Mitarbeiter, die auf die neue Situation sehr schnell eingegangen sind und für unsere Kunden individuelle Lösungen gefunden haben.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Technik

„Digitalisierung ist für uns seit Jahren gelebte Praxis!“

Interview mit Alex Müller, Geschäftsführer der Technische Betriebe Offenburg

„Digitalisierung ist für uns seit Jahren gelebte Praxis!“

Seit 1995 haben sich die Technischen Betriebe Offenburg (TBO) vom klassischen Bauhof zu einem multifunktionalen Dienstleister mit zehn Aufgabenbereichen gewandelt. 370 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von 35 Millionen EUR und…

Abfall neu und nachhaltig gedacht

Interview mit Andreas Opelt, CEO der Saubermacher Dienstleistungs AG

Abfall neu und nachhaltig gedacht

Die Abfallwirtschaft ist weit mehr als die reine Entsorgung von Abfällen – sie ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Zukunft. Im Fokus steht die Kreislaufwirtschaft, die darauf abzielt, Materialien…

Wenn Technik Kultur berührt

Interview mit Franca Borzaga, Gründungspartnerin und Mitglied des Verwaltungsrats Metal Working S.r.l.

Wenn Technik Kultur berührt

Aufzüge sind Alltagsinfrastruktur – bis sie plötzlich zum Prestigeprojekt werden: etwa dann, wenn ein Lift ins Kolosseum integriert werden soll, ohne jahrtausendealte Mauern anzutasten. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich…

Spannendes aus der Region Mannheim

Zukunftsfähige Städte aus Konversionsflächen

Interview mit Davut Deletioglu, Geschäftsführer und Max Deletioglu, Verantwortlich für Betriebskonzepte und Nachhaltigkeitsstrategien der 3iPro GmbH

Zukunftsfähige Städte aus Konversionsflächen

Zwischen Konversion, Nachhaltigkeit und neuen Arbeitswelten entstehen in Mannheim Immobilienprojekte mit Vorbildcharakter. Wie die 3iPro GmbH ökologische Standards frühzeitig in die Planung integriert und welche Perspektiven sich daraus ergeben, erläutern…

Regulatorische Sicherheit für die Chemieindustrie

Interview mit Dr. Michael Cleuvers, Geschäftsführer der knoell Germany GmbH

Regulatorische Sicherheit für die Chemieindustrie

In einer zunehmend komplexen, globalisierten Industrie wird der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Die knoell Germany GmbH unterstützt Unternehmen dabei, regulatorische Anforderungen vorausschauend umzusetzen und Risiken für…

„Brauchen Aufklärung und Entstigmatisierung“

Interview mit Matthias Glaser, Geschäftsführer der Canopy Growth Germany GmbH

„Brauchen Aufklärung und Entstigmatisierung“

Cannabis ist nicht nur ein Lifestyle-Produkt. Als Tochter des kanadischen Mutterkonzerns Canopy Growth Corporation vertreibt die Canopy Growth Germany GmbH mit Sitz in St. Leon-Rot medizinisches Cannabis und steht dabei…

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn Farbe ins Spiel kommt

Interview mit Nico Gerlach, CEO und Marten Hilbertz, CFO und Anna Bens, CPBO der KF Design GmbH

Wenn Farbe ins Spiel kommt

Farben sind mehr als ein optisches Extra. Sie beeinflussen unsere Psyche, können beruhigen, ermutigen oder einschüchtern. Genau deshalb lohnt es sich, in der Einrichtung nicht nur auf Funktionalität, sondern auch…

Gemeinschaft als Erfolgsmodell

Interview mit Francesca Marastoni, Sales Director der Cantina Valpolicella Negrar S.C.A.

Gemeinschaft als Erfolgsmodell

Wein ist weit mehr als ein Genussmittel – er ist Ausdruck von Herkunft, Handwerk und kultureller Identität. Gerade in traditionsreichen Regionen wie dem Valpolicella prägt dieses Zusammenspiel seit Generationen die…

Langfristig denken, gezielt ­rekrutieren

Interview mit Dr. Rafał Mroziewski, Geschäftsführer der Mondi sp. z o.o.

Langfristig denken, gezielt ­rekrutieren

Qualifizierte Fachkräfte für die Produktion zu finden, ist für viele deutsche Mittelständler zur zentralen Herausforderung geworden. Mondi aus Poznań hat sich darauf spezialisiert, diese Lücke mit polnischen Fach- und Führungskräften…

TOP