Kein Wein für den Supermarkt

Interview mit Graf Francesco Marone Cinzano, Geschäftsführer der Col d’Orcia S.r.l. Società Agricola

Neben Brunello und Rosso di Montalcino, die 80% des Umsatzes ausmachen, werden Chianti, Olivenöl und Grappas hergestellt. "Wir sind einer der wenigen Weinproduzenten, die den Moscadello di Montalcino produzieren, eine Spätlese und Dessertwein, der bereits seit Jahrhunderten in der Region hergestellt und auch exportiert wird", sagt Graf Francesco Marone Cinzano, Geschäftsführer der Col d’Orcia S.r.l. Società Agricola, stolz.

Angebaut werden die zum Teil preisgekrönten Weine auf einer Fläche von 140 ha. Insgesamt gehören zum Gut 530 ha Land, davon ist die Hälfte Wald, der zum Weltkulturerbe gehört. Hinzu kommen Ackerflächen und Olivenhaine mit bis zu 400 Jahre alten Bäumen.

Zwischen 600.000 und 700.000 Flaschen Wein werden jährlich erzeugt. Auf dem Weingut arbeiten 30 Beschäftigte sowie saisonale Kräfte. Der Umsatz beträgt 5,5 Millionen EUR.

Historisches Weingut

Col d‘Orcia zählt zu den historischen Weingütern der südlichen Toskana und wurde 1973 von der Grafenfamilie Marone Cinzano erworben.

Der Besitzerwechsel sorgte für einen deutlichen Aufschwung der bis dato außerhalb der Region ziemlich unbekannten Weine. Graf Francesco Marone Cinzano: "Wir waren die ersten, die ein Vertriebssystem entwickelt hatten und somit den Brunello und den Rosso di Montalcino, den traditionellen Wein der Region, vermarktet haben.

„Auch in Zukunft werden wir uns den lang gereiften Weinen widmen und gleichzeitig leichte und moderne Weine anbieten.“
Graf Francesco Marone Cinzano Geschäftsführer

Etwa 80% der Produktion werden in 70 Länder exportiert, wobei Col d‘Orcia Marktführer in Schweden ist. Weitere wichtige Absatzmärkte sind die USA und Russland sowie Deutschland, Dänemark, Belgien und Frankreich.

Zukunft im Bioanbau

Graf Francesco Marone Cinzano legt Wert darauf, dass seine Weine im angemessenen Ambiente angeboten werden. "In Supermärkten und Einkaufszentren sind wir nicht präsent. Wir konzentrieren uns auf Horeca, wo unsere Weine hoch geschätzt werden."

Neben der sorgfältigen Herstellung sieht er örtliche Gegebenheiten als wichtige Faktoren für die Qualität an: "Die Lage unseres Weinguts, das vom Wind überstrichen wird, bringt die typischen Aromen Montalcinos zum Tragen. Wir sind dafür bekannt, dass wir große Weine aus hervorragenden Jahrgängen anbieten können."

Die Zukunft seiner Weine sieht der Graf in der ökologischen Ausrichtung: "Wir verwenden viel Aufmerksamkeit auf traditionelle Weinkultur, stellen jedoch seit 2010 auf biodynamischen Anbau um. Damit werden wir in dieser Sparte das größte Weingut der Toskana sein. Auch in Zukunft wollen wir uns den lang gereiften Weinen widmen und gleichzeitig leichte und moderne Weine anbieten."

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