Chemie aus der Nische

Interview mit Frank A. Czapla, Geschäftsführende Gesellschafter der CEDA Chemicals GmbH

Bei der CEDA Chemicals GmbH ist stets das Besondere gefragt: das prosperierende, inhabergeführte Unternehmen hat sich nämlich exklusiv auf Nischenprodukte für die chemische Industrie spezialisiert.

„Wir liefern durchweg hochwertige Rohstoffe, Zwischenprodukte und Additive an Kleinunternehmen bis zum Großkonzern. Dabei haben wir besonders die Spezialchemie sowie die Kunststoffindustrie im Blick“, erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter Frank A. Czapla.

Als er sich 2005 mit dem Unternehmen selbstständig machte, kam ihm seine jahrzehntelange Branchenerfahrung zupass, inklusive bester Kontakte zu Lieferanten und Abnehmern. „Nur dadurch war es uns möglich, in den Markt einzusteigen und seitdem kontinuierlich zu wachsen. Inzwischen bedienen wir auch Kunden, die ihre Produktionen aus den verschiedensten Gründen bereits in das nichteuropäische Ausland verlagert haben, auch weltweit mit Spezialchemikalien“, so Frank A. Czapla.

REACH bedroht Wettbewerb und Innovation

Neugewonnene Kunden, zuverlässige Produzenten und dieses Jahr ein neuer Umsatzrekord – Frank A. Czapla müsste sein Unternehmen mit neun Mitarbeitern auf dem besten Weg wähnen, doch stattdessen sieht er die gesamte hiesige Chemie-Branche durch die EU-Verordnung REACH gefährdet: „Die neuen Vorgaben zur Gefahrendokumentation beispielsweise fallen so komplex aus, dass niemand die ellenlangen Sicherheitsblätter mehr durchlesen wird und sie so ihren eigentlichen Zweck völlig verfehlen. Der gewaltige bürokratische Aufwand dahinter aber bleibt und verursacht überall bloß unnötige Kosten.“

Frank Alexander Czapla
„Die Entscheider in Brüssel haben mit REACH etwas auf den Weg gebracht, was nicht zu Ende gedacht war.“ Frank Alexander CzaplaGeschäftsführender Gesellschafter

Das gilt erst recht für die ab Mitte 2018 angesetzte Registrierungspflicht von Chemikalien unter 100 t Jahresproduktion: „Weder Distributoren noch Produzenten können sich Registrierungskosten von mindestens fünfstelligen oder sogar deutlich höheren Beträgen für jedes einzelne ihrer Produkte leisten “, meint Frank A. Czapla kopfschüttelnd. Er warnt: „Auch viele vorregistrierte Produkte werden dann auf dem Markt nicht mehr verfügbar sein, was die ganze Branche schädigt und Innovationen in der EU abwürgt.“

Als eindrucksvolles Beispiel dient ihm der Großbrand bei BASF 2016: „Viele BASF-Kunden kamen zu uns, weil eine Menge Chemikalien plötzlich nicht mehr verfügbar waren. Wir konnten ihnen helfen, aber unter den künftigen Bedingungen von REACH wäre das nicht möglich gewesen.“

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