Preis, Vertrauen, Menschen und Service machen den Unterschied zur Konkurrenz

Interview mit Maikel Bolt, Commercial Director und Joep Andeweg, Commercial Manager DACH der KH Chemicals BV

In der modernen Welt basieren viele Produkte, die unser Leben einfacher machen, auf chemischen Grundstoffen. Als zuverlässiger Lieferant solcher Grundstoffe hat sich die KH Chemicals BV bestens etabliert. Neben den beiden wichtigsten Produktgruppen Lösungsmittel und Weichmacher handelt das Unternehmen mit Acrylaten und Monomeren. „Wir bilden die Schnittstelle zwischen Produzenten und Nutzern“, beschreibt Commercial Director Maikel Bolt und nennt Gründe, warum Kunden gerne mit den Spezialisten aus den Niederlanden zusammenarbeiten: „Wir handeln mit Commodities und haben viele Konkurrenten mit gleichen Produkten. Ich glaube, dass Preis, Vertrauen, Menschen und Service den Unterschied machen.“

„Zu unserem Service gehört, dass wir pünktlich liefern und dass die Abwicklung eines Auftrags ohne Komplikationen verläuft“, ergänzt Commercial Manager DACH Joep Andeweg. „Gerade auf dem deutschen Markt zahlen manche Kunden gerne etwas mehr, wenn sie wissen, dass alles reibungslos läuft.“

International präsent

Hans Ketting und Rick de Haan gründeten KH Chemicals 1994 in Rotterdam. Sie importierten Chemikalien aus Osteuropa und verkauften sie weiter an ihre Kunden. Im Laufe der Zeit wurde das Geschäft stets internationaler. Im Jahr 2000 erfolgte der Umzug nach Zwijndrecht. Heute unterhält KH Chemicals Niederlassungen in Dubai, China, der Ukraine, Nordamerika, Brasilien sowie Indien und beliefert Kunden in mehr als 100 Ländern. 65 der insgesamt 90 Beschäftigten arbeiten in Zwijndrecht, die übrigen in den weltweiten Niederlassungen. Für 2024 wird ein Umsatz von rund 225 Millionen EUR erwartet; die gehandelte Menge an Commodities liegt bei 160.000 t. KH Chemicals gehört heute zu 100% zur belgischen Ravago Gruppe, die sich auf die Belieferung des Baugewerbes mit Bauchemie, Dämmstoffen und Spezialfolien spezialisiert hat.

Verschiedene Vertriebskanäle

Mit mehr als 50% machen Lösungsmittel den größten Anteil am Volumen von KH Chemicals aus, gefolgt von Weichmachern mit über 20% sowie Monomeren und Acrylaten. Eingesetzt werden die Stoffe unter anderem bei der Herstellung von Farben und Coatings, aber auch bei Kabeln, Bodenbelägen, Kunstharzen und Klebstoffen. Die Akquise neuer Kunden erfolgt häufig nach den Anwendungsgebieten der Chemikalien. „Dabei nutzen wir Desk Research ebenso wie die Analyse von Import- und Exportdaten“, erklärt Joep Andeweg. „Wir sind auch auf Fachmessen präsent, unter anderem zusammen mit unserem Mutterkonzern Ravago auf der European Coatings Show in Nürnberg. Insgesamt nutzen wir ganz unterschiedliche Kanäle.“

Profitabel wachsen

Bei KH Chemicals sind die relevanten Abläufe digital organisiert und auch die Nutzung künstlicher Intelligenz wird bei Bedarf in Betracht gezogen. „Trotz der Digitalisierung lebt unser Geschäft doch sehr von den Menschen, die miteinander zu tun haben“, räumt Maikel Bolt ein. Wie viele andere Unternehmen beschäftigt sich KH Chemicals auch intensiv mit Fragen der Nachhaltigkeit. „Gerade, was unseren CO2-Fußabdruck betrifft, bekommen wir immer mehr Nachfragen“, erklärt der Commercial Director. „Dabei gibt es große Unterschiede zwischen unseren Lieferanten in Fernost und Partnern in Europa, die viel sensibler für dieses Thema sind. Vielleicht müssen wir uns auf Dauer auch von manchen Lieferanten trennen. Außerdem schauen wir innerhalb unseres Portfolios nach ‘grüneren’ Alternativen.“ 
Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswegen sind Merkmale des Teams, dessen Altersdurchschnitt zwischen 30 und 35 Jahren liegt. „Auf lange Sicht wollen wir profitabel und stabil wachsen“, nennt Maikel Bolt Ziele für die Zukunft. „Wir wollen jedes Jahr 15% zulegen und sind auch offen für neue regionale Distributeure mit eigenen Lager- und Abfüllmöglichkeiten.“

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