Großes wagen und mit Cadillac schon jetzt wie in der Zukunft fahren

Interview mit Felix Weller, Vice President der Cadillac Europe GmbH

Wirtschaftsforum: Was sind für 2017 die großen Themen auf der Agenda von Cadillac Europa?

Felix Weller: Wir sind zuversichtlich, dass wir von der Einführung unserer neuen Modelle profitieren werden. Im vergangenen Jahr haben wir verschiedene neue Autos vorgestellt, zum Beispiel den CT6, den XT5 und die Corvette Grand Sport. Mit diesem neuen Portfolio werden wir den Bekanntheitsgrad unserer Marke stärken. Ein Kernthema unserer Strategie ist dabei die Weiterentwicklung unseres Händlernetzwerks. Darüber hinaus werden wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern neue Distributionskonzepte entwickeln, mit denen wir die aktuellen Verkaufstrends im Automobilbereich aufgreifen und noch näher an unsere Kunden herankommen möchten. Im Vergleich zu den großen Volumenmarken sind wir relativ klein. Unsere Größe gibt uns ein hohes Maß an Flexibilität und ermöglicht es uns, einzigartige Markenerlebnisse zu schaffen – außerhalb der traditionellen Distributionskanäle. Zum Beispiel sind Mode-, Architektur- oder Design-Events hervorragende Plattformen, um unsere Marke darzustellen.“

Wirtschaftsforum: Wie gut ist die Performance der neuen Autos?

Felix Weller: Wir haben alle Tests mit hervorragenden Ergebnissen absolviert und vor allem für unsere Hochleistungs-Modelllinien CTS-V und ATS-V fantastisches Feedback bekommen. Beide Modelle sind fahrbereit, sobald sie aus der Produktion kommen. Sie benötigen keine extra Aufbereitung oder Ausstattung. Der ATS-V hat einen 3,6l Twin-Turbo Motor und 470 PS; der CTS-V bietet mit einem 6,2l V8 Motor 649 PS. Trotzdem sind beide Modelle auch für den alltäglichen Gebrauch geeignet. Die Chassis können vom Fahrer selbst in den Alltags-, Sport- oder Track-Modus umgestellt werden. Unser Track-Modus ist ein echter Track-Modus, was bedeutet, dass das Auto auch die Ansprüche von Rennliebhabern erfüllt.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig sind die digitalen Features für ihre Kunden?

Felix Weller: Unsere Kunden sind sehr affin gegenüber digitalen Technologien. In diesem Bereich sind wir marktführend in unserem Segment. Wir waren unter den ersten Premium-Marken, die Apple Car Play über Cadillac CUE angeboten haben. Mit Apple Car Play sieht der Fahrer den Bildschirm seines Smartphones auf dem Autobildschirm. Cadillac CUE ist auch mit Android Car kompatibel. Wo es möglich ist bieten wir auch 4G LTE Hot Spots an. In Europa und in den USA setzen wir OnStar ein. Mit OnStar muss man nur noch einen Knopf drücken und die Route wird von einem Concierge in unserem Call-Center ins Navigationssystem geladen.

Wirtschaftsforum: Autonomes Fahren ist ein weiteres Schlüsselwort der Branche geworden. Was sind hier ihre jüngsten Innovationen und wie wichtig ist Ihnen das Thema E-Mobilität?

Felix Weller: Unser Mutterunternehmen verfolgt eine sehr stringente E-Strategie. Zum Beispiel bietet der Chevrolet Bolt, der letztes Jahr in den USA vorgestellt wurde, bereits eine Reichweite von 500 km. Das ist deutlich mehr, als andere E-Autos in diesem Segment anbieten. Die meisten haben Reichweiten zwischen 200 und 250 km. Gleichzeitig ist der Chevrolet Bold aber auch preisgünstiger. Er kostet nur die Hälfte. Vor zwei Jahren haben wir den Cadillac ELR als E-Auto herausgebracht. Er verfügt über einen Reichweitenvergrößerer. Der Vorgänger des heutigen Escalade SUV war ein Hybrid-Auto. In den USA haben wir erst jüngst den CT 6 Hybrid vorgestellt. Innerhalb der GM Gruppe haben wir Zugang zu allen Schlüsseltechnologien und können uns schnell veränderten Marktanforderungen anpassen. In Europa hängt die Nachfrage nach E-Mobilität stark von dem jeweiligen politischen Rahmenwerk der einzelnen Länder ab. Wir beobachten die Entwicklungen sorgfältig und sind bereit, unseren Auftritt in diesem Bereich weiter zu stärken. In einigen Ländern, wie zum Beispiel in Norwegen, sind E-Konzepte schon weitgehend implementiert. Sicherlich folgen bald noch weitere Märkte.

Wirtschaftsforum: Was sind zurzeit in Europa Ihre wichtigsten Märkte?

Felix Weller: Deutschland ist der größte Automobilmarkt. Entsprechend ist es unser Hauptmarkt. Wir sind auch in der Schweiz und in Schweden gut aufgestellt. Aber es gibt noch einige weiße Flecken auf unserer Europakarte, vor allem in Zentraleuropa. Wir haben Österreich, Polen, Tschechien und die Slowakei auf der Agenda. Und wir sind zuversichtlich, dass wir auch in anderen europäischen Ländern, die selbst starke Eigenmarken haben, Fuß fassen können, wie in Frankreich und Italien.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihre Vision für Cadillac Europe? Wo würden Sie die Marke in Europa in einigen Jahren gerne sehen?

Felix Weller: Unser Ziel ist es nicht, Cadillac in allen Auffahrten zusehen, aber in den richtigen. Natürlich möchten wir unseren Marktanteil in den für uns wichtigen Segmenten auf ein gewisses Niveau erhöhen. Aber es geht uns nicht um Wachstum um jeden Preis. Uns ist es wichtiger, adäquate Prozesse zu entwickeln und Voraussetzungen für Wachstum zu schaffen, um gut aufgestellt zu sein, wenn neue Modelle und Konzepte verfügbar sind.

Erster Teil: Objekte der Schönheit

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Automobil & Fahrzeugbau

Oberflächen mit Tiefgang

Interview mit Omid Armaghan, Geschäftsführer der Tecnofirma GmbH

Oberflächen mit Tiefgang

Die Automobilindustrie steht angesichts globaler Krisen, steigender Kosten und technologischer Umbrüche unter Druck. In diesem herausfordernden Umfeld gewinnt Automation zunehmend an Bedeutung. Der gezielte Einsatz automatisierter Systeme kann dabei helfen,…

Sicher ans Ziel: Die Zukunft der Mobilität gestalten

Interview mit Thomas Mohnke, Senior Executive Partner der SafeDriver Group GmbH

Sicher ans Ziel: Die Zukunft der Mobilität gestalten

Was ist angenehmer oder luxuriöser, als sich von jemandem fahren zu lassen? Die ­SafeDriver Group GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau dieses Gefühl von Komfort und Luxus in…

Zeitenwende für Europas Sicherheit

Interview mit Anders Sjöberg, Geschäftsführer der Saab Deutschland GmbH

Zeitenwende für Europas Sicherheit

Softwaregesteuerte Systeme, künstliche Intelligenz und autonome Plattformen definieren die Zukunft der Sicherheitstechnologie neu. Gleichzeitig zwingt die veränderte geopolitische Lage Europa, mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung zu übernehmen. Die Saab…

Spannendes aus der Region Glattpark

Verkettung von Kompetenzen: Peptide für alle Fälle

Interview mit Dr. Daniel Müller, Geschäftsführer der Senn Chemicals AG

Verkettung von Kompetenzen: Peptide für alle Fälle

Zur Herstellung von Medikamenten werden sie ebenso benötigt wie für Kosmetikprodukte oder in der Diagnostik: Peptide sind das Spezialgebiet der Senn Chemicals AG in Dielsdorf in der Schweiz. Mittels Flüssigphasensynthese…

Spezialtiefbauer in Hochform

Interview mit Robert Hauser, Geschäftsführer der Greuter AG

Spezialtiefbauer in Hochform

Haus in Hanglage oder erd- bedecktes Spritzbetonhaus, das mit außergewöhnlicher Geometrie nachhaltig beeindruckt? Wer das Besondere sucht und individuell an herausfordernder Lage bauen möchte, ist bei der Greuter AG aus…

Alte Anlagen mit neuester Technologie fit für die Zukunft machen

Interview mit Daniel Zeidler, CEO der Gebrüder Meier AG

Alte Anlagen mit neuester Technologie fit für die Zukunft machen

Die Getriebe, Motoren und Generatoren, deren Instandhaltung und Reparatur die Gebrüder Meier AG aus der Schweiz verantwortet, sind teilweise älter als das Unternehmen selbst, was angesichts seines Gründungsjahres 1918 einen…

Das könnte Sie auch interessieren

Im (Material-)Fluss bleiben

Interview mit Patrick Schlotter, Geschäftsführer der Flexco Europe GmbH

Im (Material-)Fluss bleiben

In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten, volatiler Lieferketten und steigender Anforderungen an Effizienz und Anlagenverfügbarkeit rückt die Zuverlässigkeit industrieller Prozesse zunehmend in den Fokus. Gerade in automatisierten Materialflüssen sind stabile, wartungsarme Lösungen…

Logistik, die begeistert

Interview mit Alexander Hewel, Geschäftsführer der KELLERGROUP

Logistik, die begeistert

Hidden Champion, Logistik-Versteher, Familienunternehmen: Für die ­KELLERGROUP aus Ditzingen gibt es viele Umschreibungen. Das Unternehmen selbst sieht sich vor allem als inhabergeführtes, mittelständisches Familienunternehmen aus Baden-Württemberg, das nah am Kunden…

Fehlerfreiheit als Wettbewerbsvorteil

Interview mit Dr.-Ing. Ansgar Kaupp, CEO und Partner der EyeC GmbH

Fehlerfreiheit als Wettbewerbsvorteil

Fehlerhafte Verpackungen können Millionen kosten – durch Rückrufe, Lieferengpässe oder regulatorische Folgen. Genau hier setzt die EyeC GmbH mit intelligenten Inspektionssystemen an, die Druckbilder, Barcodes und selbst Brailleschrift zuverlässig prüfen.…

TOP