Handwerk, das aufgeht
Interview mit Johannes Pilz, Geschäftsführer der Backwelt Pilz GmbH

Roggen-, Vollkorn- und Eiweißbrot, Kaisersemmel, Bärlauchsemmel, Erntedankweckerl, Röstzwiebelweckerl, High Protein-Weckerl: das Sortiment der Backwelt Pilz lässt das Herz anspruchsvoller Brot- und Backwarenliebhaber höherschlagen. Es verbindet bewährte Rezepturen mit hochwertigen Zutaten, darunter der Waldviertler Natursauerteig, und modernsten Produktionstechnologien. Gemeinsam mit seinen Kunden entwickelt Backwelt Pilz Produkte, die traditionelle Backkunst und aktuelle Trends vereinen und so den Geschmack der Verbraucher treffen. „Wir haben in den vergangenen Jahren gezielt in neue Produktionstechnologien investiert und Produktionsabläufe optimiert, um zukunftsorientiert und flexibel arbeiten zu können“, erklärt Geschäftsführer Johannes Pilz. „Als Private Label-Produzent entwickeln wir Produkte, die exakt auf die Rezepturen und ernährungsphysiologischen Anforderungen unserer Kunden abgestimmt sind. Für diese Flexibilität und Präzision braucht es einen Maschinenpark, der mit den Anforderungen Schritt hält.“
Hightech und Handwerk
Der Großteil der Maschinen ist automatisiert und digitalisiert; die komplette Wertschöpfungskette wird über ein ERP-System abgebildet – von der Produktionsplanung bis zur Lagerung inklusive Rückverfolgung. Neben eigenen Produktionslagern arbeitet Backwelt Pilz eng mit spezialisierten Tiefkühllogistikern zusammen, die ebenfalls an das ERP-System angebunden sind. Dadurch lässt sich der gesamte Lagerbestand kontinuierlich verwalten und jederzeit online einsehen. Auch künstliche Intelligenz ist bei Backwelt Pilz längst Realität. In Bereichen wie Research, Marketing, Qualitätsmanagement und Produktentwicklung kommen bereits heute KI-gestützte Anwendungen zum Einsatz. Zu den Kunden, die von der Verbindung aus Hightech und traditionellem Handwerk profitieren, zählen der klassische Lebensmitteleinzelhandel, Discounter, Tankstellen, Vertriebs- und Verteilungsorganisationen sowie die Systemgastronomie. Ob Bio oder konventionell: Die Produkte werden vorgebacken und tiefgekühlt geliefert und können innerhalb kurzer Zeit ofenfrisch angeboten werden. Das Sortiment wird immer wieder überarbeitet. „Die vergangenen Jahre waren herausfordernd“, sagt Johannes Pilz. „Corona, Energiekrise und Inflation haben Spuren hinterlassen und das Kostenbewusstsein der Kunden geschärft. Die Nachfrage nach Preiseinstiegsprodukten wie einfachem Misch- oder Weißbrot ist deshalb gestiegen. Auf der anderen Seite konnte sich der Bio-Markt, der in Österreich eine wichtige Säule im Handel bildet, stabil halten. Produkte mit einem hohen Vollkornanteil oder reine Vollkornprodukte sind weiterhin gefragt. Neben Klassikern und Bio-Produkten erfahren auch Trendprodukte wie proteinhaltiges Brot stärkere Zuwächse. Zudem entscheiden sich immer mehr Kunden für kleinere Brote mit 530 bis 780 g.“
Qualität setzt sich durch
Dass Backwelt Pilz sich flexibel auf das veränderte Konsumverhalten einstellt, ist ein Grund, warum Kunden sich für die Zusammenarbeit entscheiden. Es gibt weitere. „Der Name Pilz steht für Professionalität, Innovation, Leistungsorientierung und Zuverlässigkeit“, betont Johannes Pilz. „Das sind Werte, die wir jeden Tag leben. Wir wollen ein professioneller Partner unserer Kunden sein, mit einer klar definierten Eigentümerstruktur, mit klaren Ansprechpartnern und kurzen Entscheidungswegen. Nicht zuletzt ist Qualität ein Markenzeichen von Backwelt Pilz – das belegen verschiedene Gütesiegel und Zertifikate.“
Mit Menschen und für Menschen
Getragen wird diese kundenzentrierte Qualitätsstrategie von rund 100 Mitarbeitenden, die sieben Tage im Drei-Schicht-Betrieb tätig sind und Backwelt Pilz als zuverlässigen, wertschätzenden Arbeitgeber erleben. „Mitarbeiter sind eine besonders wertvolle Ressource“, sagt Johannes Pilz. „Motivierte und qualifizierte Kräfte zu finden, die sich mit dem Unternehmen und seiner Philosophie identifizieren, wird jedoch immer schwieriger. Die Arbeitsmoral hat in den vergangenen Jahren gelitten. Unser Glück ist die Nähe zur Grenze nach Tschechien; wir stellen vermehrt Arbeitskräfte aus dem benachbarten Ausland ein und machen sehr gute Erfahrungen mit ihnen.“
Herausfordernd, aber machbar
Backwelt Pilz stellt sich den Herausforderungen des Marktes und blickt zugleich optimistisch nach vorn. Der Umsatz von 28 Millionen EUR wird überwiegend im deutschsprachigen Raum erwirtschaftet, darüber hinaus in Norditalien, Kroatien, Slowenien und Tschechien. Allein in diesem Jahr wurden bereits mehrere größere Projekte umgesetzt, darunter die Einführung neuer Proteinprodukte und Haushaltsverpackungen. Mit dem Ankauf benachbarter Produktionshallen hat das Unternehmen die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Bis 2028 sollen die Flächen mit neuen Produktionsanlagen bestückt werden, um noch wettbewerbsfähiger zu werden. „Unser Ziel ist, uns gesund weiterzuentwickeln und die Produktionskapazitäten dezidiert auszubauen, um noch effizienter und flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können“, sagt Johannes Pilz. „Ich persönlich habe große Freude an meiner Arbeit, empfinde jeden Tag als willkommene Herausforderung und wünsche mir, dass auch unsere Mitarbeitenden diese Freude in einem modernen Arbeitsumfeld erleben können.“













