Neue Wege im Nutrazeutika-Markt

Interview mit Lars Maslowski, Head of Human Resources der Ayanda GmbH

Wirtschaftsforum: In der Coronapandemie haben die Themen Health Care und persönliches Wohlbefinden für viele Konsument:innen eine ganz neue Bedeutung erlangt. Hat die Ayanda GmbH ebenfalls von diesem Trend profitieren können?

Lars Maslowski: Natürlich spüren auch wir als klassischer Lohnfertiger, der seine Expertise für die Produkte anderer Unternehmen und Marken einsetzt, dieses Marktpotenzial in verschiedenen Bereichen, insbesondere bei Gesundheitsprodukten für das persönliche Wohlbefinden. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt – und in Zusammenarbeit mit unserem Mutterkonzern erarbeiten wir stetig neue Fertigkeiten und Produkte, die gewinnbringend im Markt angeboten werden können.

Wirtschaftsforum: Auf welche Bereiche erstreckt sich die Expertise von Ayanda?

Lars Maslowski: Wir haben uns auf die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln spezialisiert: Diese Produkte sind nicht apothekenpflichtig und beispielsweise in Drogeriemärkten erhältlich. Derzeit stellen wir ausschließlich sogenannte Softgelprodukte her – in einer tierischen Variante mit einer Weichgelatinehülle sowie in einer veganen Version aus dem Carrageen der Rotalge. Unsere Kernkompetenz liegt dabei jedoch nicht allein in der bloßen Verkapselung, sondern in einem insgesamt hochwertigen Produkt, das auch durch seine ansprechenden Farben und seine hochwertigen Inhaltsstoffe überzeugt, für die wir ebenfalls verantwortlich zeichnen: Wir beschränken uns nicht nur auf Softgels mit dem allseits bekannten Fischöl, sondern diese beinhalten auch Vitamine, Spurenelemente und pflanzliche Extrakte – je nachdem, für welchen spezifischen Anwendungsbereich das Produkt eingesetzt werden soll. Mit entsprechenden Health Claims zur Unterstützung der Augen- und Knochengesundheit oder zur Nahrungsergänzung während der Schwangerschaft werden individuelle Rezepturen auf Kundenwunsch erstellt. Insgesamt können wir bis zu 20 verschiedene Inhaltsstoffe so homogen miteinander vermischen, dass in jeder Kapsel der gleiche Wirkstoffanteil nachgewiesen werden kann.

Wirtschaftsforum: Inwiefern kann Ayanda dabei in Zukunft von der Expertise des chinesischen Mutterkonzerns Sirio profitieren?

Lars Maslowski: Sirio und Ayanda blicken beide auf über 25 Jahre Erfahrung in der Herstellung sogenannter Weichgelatinekapseln zurück. Der Mehrwert, von dem Ayanda bei dieser Zusammenarbeit profitieren kann, liegt unter anderem in den fundierten Kenntnissen von Sirio auf dem Gebiet der veganen Produktversion: Das betrifft mitunter ganz spezifische technische Fragestellungen, etwa zum Aufkochprozess der Stärke aus dem Carrageen der Rotalge. Bisher hatten wir uns nur auf Darreichungsformen mit Gelatinehülle beschränkt. Zusätzlich können wir nunmehr weitere Darreichungsformen aus China anbieten, unter anderem Liquids, Pulver und sogenannte Gummys. Diese wollen wir als Ayanda GmbH nun auf dem europäischen Markt etablieren, was natürlich auch für unsere Kunden in Europa äußerst interessant ist.

Wirtschaftsforum: Eine besondere Kompetenz weist Ihr Unternehmen auch bei probiotischen Produkten auf.

Lars Maslowski: Uns gelang es nach einer langen und umfangreichen Forschungsphase, die Entwicklung probiotischer Weichgelatinekapseln mit Omega 3 zur Patentreife zu bringen, bei denen die Probiotika auch zwei Jahre nach der Verkapselung noch leben und entsprechend die Magen- und Darmflora des Anwenders unterstützen können. Die Bakterienlebensdauer in den einschlägigen Joghurts oder anderen Produkten, die es schon auf dem Markt gab, fällt derweil deutlich kürzer aus. Zudem muss unser Produkt nicht gekühlt werden, sondern kann überall und, unter Beachtung der entsprechenden Dosierungsempfehlung, nach Belieben verzehrt werden. Wir sehen darin einen klaren Mehrwert für die Konsument:innen.

Wirtschaftsforum: Unabdingbar für diese innovative Schlagkraft sind dabei das Know-how und die Einsatzbereitschaft Ihrer Mitarbeiter. Wie stellt sich Ihr Unternehmen personell auf?

Lars Maslowski: Wir verfolgen stets das Ziel, Talente in unser Unternehmen zu integrieren und ihnen dort auch alle Möglichkeiten zu eröffnen, um sich beruflich zu entfalten. Die entsprechende Qualifikation und den persönlichen Einsatz vorausgesetzt, unterstützen wir unsere Produktionsmitarbeiter mit großer Freude bei der Weiterentwicklung zum Produktionsleiter oder unsere Administrator:innen auf ihrem Weg zur Senior Administrator. Dabei haben wir festgestellt, dass die interne Weiterbildung der eigenen Fachkräfte und Führungsteams der beste Weg ist, um dem allgemeinen Fachkräftemangel zu begegnen.

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